Benefiz-Turnier : „Es wird hochemotional“

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Morgen steigt der vom unheilbar kranken Fußballer Stefan Moik auf die Beine gestellte Children’s Cup. „Das gesammelte Geld geht an den Bunten Kreis Nord“, verrät Moik, der eine bewegende Begrüßungsrede verspricht.

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06. Juni 2014, 07:00 Uhr

Er ist seit mehreren Jahren unheilbar krank. Doch das hält den an ALS leidenden früheren Neumünsteraner Klassefußballer Stefan Moik auch 2014 nicht davon ab, sein Turnier um den Children’s Cup auf die Beine zu stellen. Morgen ist es wieder so weit. Parallel werden sich ab 14 Uhr im Städtischen Stadion mehrere illustre Teams sowie in einem gesonderten Feld sechs D-Jugendmannschaften für den guten Zweck zur Verfügung stellen. An den Spielfeldrändern werden fleißig Spenden zusammengetragen.

„Diesmal geht das gesammelte Geld an den Bunten Kreis Nord – eine Organisation, die Kinder im Krankenhaus unterstützt“, verrät Moik, der im Übrigen trotz seiner schweren Erkrankung alles daran setzen möchte, morgen an der Geerdtsstraße selbst vor Ort zu sein. „Auch wenn ich ein bisschen Schiss davor habe“, wie der 48-Jährige bekennt. Am Start im Seniorenfeld sind sechs Mannschaften mit einigen bekannten Namen. Neben einem Trainerteam laufen auch Altliga-Kollektive des FC Torpedo (unter anderem mit Christian Gosch, Gerd Grümmer und Jens Pilop), des Titelverteidigers VfR (mit Carsten Hinrichsen, Stefan Meseberg und Dirk Slominski) sowie der SG Padenstedt (mit Tino Scheider und Rainer Stichert) auf. Ebenfalls dabei sind die Frauen des MTSV Olympia sowie einstige Handballer Olympias, wie Andreas Gierke oder Helmut Wolf. Zum Stammpersonal beim Children’s Cup zählt auch eine Kreisauswahl des Jahrgangs 1992, deren Akteure sich auf die sechs genannten Mannschaften verteilen werden, „weil sie zu spielstark sind“, erklärt Moik. Bei den D-Jugendlichen treten der SV Tungendorf, der VfR Neumünster, der SV Wasbek, der FC Torpedo, die SG Padenstedt und der SC Gut Heil an.

Moik selbst kämpft mit seiner Krankheit weiter. Tag für Tag. 24 Stunden lang muss er intensiv versorgt werden. „Es geht mir gut. Ich weiß, dass die meisten sich das nicht vorstellen können. Das Geheimnis liegt in der Akzeptanz meiner gemeinen Krankheit. ALS gehört zu meinem Leben, genauso wie der Fußball oder mein früherer Job bei der Bank“, sagt er über sich und ergänzt mit einem Verweis auf sein Lebensmotto: „Ich habe zwar nur mit Ach und Krach mein kleines Latinum geschafft, aber ein Zitat ist mir in Erinnerung geblieben: Cogito ergo sum – ich denke, also bin ich!“

Moik hat eine Begrüßungsrede für seine kickenden Gäste selbst geschrieben – mit den Augen kann er einen PC bedienen – und lässt diese morgen von seinem langjährigen Weggefährten Kai Paetau vorlesen. „Es wird hochemotional“, prophezeit Moik. Wer die Rede vorab lesen durfte, der wird ihm Recht geben.

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