zur Navigation springen

Querpass : Es ist grotesk

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ervin Lamce räumt den VfR-Trainerstuhl.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2014 | 07:00 Uhr

Ervin Lamce ist ein harter Hund. Disziplin, Ehrgeiz, Geradlinigkeit, eine gewiefte Taktik, viele Erfolge – alles das hat ihn in den vergangenen Jahren ausgezeichnet. Unverblümt sagte er jedem seine Meinung, natürlich auch den Spielern. Denen war das offensichtlich zu viel. Selbst Akteure, denen Lamce zuletzt immer wieder den Rücken gestärkt hatte, sprachen sich gegen ihren Coach aus. Die Mannschaft versteckte sich im Mantel einer Gruppe, rebellierte fast geschlossen. Es mutet grotesk an, dass der dienstälteste Trainer in der VfR-Historie und einer der erfolgreichsten zugleich nun über eine Mannschaft stolpert, in der 13 zumeist blutjunge Neuzugänge über das Wohl und Wehe eines Übungsleiters richten. Eine Mannschaft, in der zudem die Verträge fast aller Leistungsträger im kommenden Sommer auslaufen. Eine Mannschaft, deren Scharfrichter vielleicht in der Mehrzahl schon bald anderenorts spielen – und dort den nächsten Trainer abschießen? Es hätte in der Hinrunde genug Gelegenheiten gegeben, sich von Lamce zu trennen. Der miese Saisonstart mit einer noch mieseren Heimbilanz wäre gewiss ein Anlass gewesen. Doch es war damals völlig zu Recht auf die Meriten Lamces verwiesen worden. Er hatte sich über Jahre hinweg einen Bonus erarbeitet, galt beinahe als unantastbar. Ausgerechnet jetzt, wenige Tage vor dem Regionalliga-Restrundenstart, weint sich die Mannschaft beim Vorstand aus. Damit hat sich das VfR-Team den größten Druck selbst bereitet. Ergo: Am Sonnabend ist beim HSV II eine Reaktion erforderlich. Man wird in Hamburg genau hinsehen. Dessen müssen sich die Spieler bewusst sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen