Fussball-Regionalliga Nord : „Es gibt noch viel Arbeit“ beim VfR

Erzielte das erste Saisontor für den VfR: Christopher Kramer (links), hier im Duell mit Norderstedts Jan-Henrik Kaetow.
Erzielte das erste Saisontor für den VfR: Christopher Kramer (links), hier im Duell mit Norderstedts Jan-Henrik Kaetow.

Trainer Erkenbrecher schätzt die Situation nach der 1:2-Auftaktniederlage bei Eintracht Norderstedt realistisch ein.

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28. Juli 2014, 18:00 Uhr

Eine Punkteteilung gab es zum Start der neuen Fußball-Viertligasaison im Norden zwar nicht, doch unzufriedene Gesichter waren am Freitagabend unter den Beteiligten des Regionalliga-Eröffnungsspiels zwischen Eintracht Norderstedt und dem VfR Neumünster (2:1) ebenfalls nicht auszumachen.

Thomas Seeliger, Coach der Norderstedter Eintracht, freute sich über den Sieg gegen „einen homogenen, sehr giftigen Gegner, der sicher noch besser wird, wenn er eingespielt ist. Es war nicht leicht für uns.“ Entsprechend war auch beim VfR Neumünster die Stimmung nicht im Keller. „Nein, unzufrieden bin ich nicht“, sagte Rasensport-Vorsitzender Detlef Klusemann. „Bedenkt man, dass vier Spieler in der Woche zuvor noch nicht dabei waren, hat die Leistung Mut gemacht. Ein Punkt war möglich und wäre für die Moral gut gewesen.“

Im herkömmlichen Sinne verdient, das wusste man auch bei den Rasensportlern, wäre ein Remis nicht gewesen. „Norderstedt war insgesamt schon dieses eine Tor besser“, gestand VfR-Trainer Uwe Erkenbrecher, der zuvor die ersten Wochen der Saison als Testspiele für die neue Mannschaft, die so noch nie zusammen gespielt hatte, bezeichnete. „Diesen ersten Test hat die Mannschaft bestanden, aber es gibt noch viel Arbeit.“

Er appellierte an das Bewusstsein aller Entscheidungsträger im Verein. „Wir müssen noch zu viel unter Zeitdruck machen“, bemängelte er das knappe Zeitfenster, in dem die Amateure abends zur Verfügung stehen. „Und man hat gesehen, dass ein Trainingslager, zumindest aber ein hochklassiger Gegner in der Vorbereitung uns weitergebracht hätten.“ Torschütze Christopher Kramer unterstrich das: „Wir haben uns anfangs beeindrucken lassen vom Tempo, das Norderstedt anschlug. Das waren wir nicht gewohnt.“

Auch der Trainer kritisierte die Anfangsphase. „Wir waren nicht so couragiert wie erhofft, wollten eigentlich früher anlaufen“, sagte Erkenbrecher. „Aber wir haben den Gegner dennoch gut von unserem Tor fern gehalten. Das Tor hätte auch für uns fallen können“, erinnerte er an eine Chance, als Kramer in guter Position gebracht wurde und es „auch einen Elfmeter hätte geben können“. Mit der Schiedsrichterin war Erkenbrecher ohnehin unzufrieden.

Besser kam in seiner Beurteilung die Leistung seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte weg. „Da waren wir mutiger, haben besser nach vorne gespielt“, sagte er. Auch Kramer sah das so. „Nach der Pause haben wir gut gespielt und auch Chancen erspielt“, sagte der Stürmer, relativierte das jedoch sogleich ein wenig. „Es hat wohl in vielen Situationen noch der letzte Pass oder die Präzision gefehlt.“ Damit lag er richtig und fand auch die Unterstützung seines Trainers. „Wir hatten ähnliche Situationen wie Norderstedt“, sagte Erkenbrecher. „Aber bei uns kamen die Bälle nicht präzise. Da macht ein Spieler wie Deran Toksöz eben den Unterschied, der im richtigen Moment scharf und präzise den entscheidenden Pass spielt.“ Beim VfR dagegen wirkte Kevin Ingreso auf dieser Position zu zaghaft, Emanuel Bento, der nach Reio Laabus’ Auswechslung ins Zentrum wechselte, noch nicht optimal eingespielt. „Wir haben noch einige Akteure, bei denen wir in der jetzigen Zusammensetzung des Kaders noch nicht die optimale Position gefunden haben“, erklärte Erkenbrecher.

Es ist also noch Arbeit vorhanden – doch das überrascht niemanden. Erst in der vergangenen Woche waren schließlich mit Nils Winter (20, VfL Wolfsburg II, 24 Regionalligaeinsätze) und Mittelfeldspieler Kevin Pino Tellez (19, RW Essen A-Jugend) noch zwei Spieler hinzugekommen. Ein Innenverteidiger wird noch händeringend gesucht. Zwar kommt Hannes Schäfke im September wieder hinzu. „Aber wir müssen etwas tun, drei Kandidaten habe ich im Auge“, verriet Erkenbrecher. Hätte sich am Freitag einer der beiden Innenverteidiger (der gelernte Bodo Bönigk und der eigentlich als „Sechser“ eingeplante Jakob Olthoff) verletzt – der VfR hätte keine einzige auch nur annähernd taugliche Alternative mehr gehabt.

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