Bundesligen der Bohlekegler : Eintracht und Fidelio liefern sich gleich zwei Kegel-Krimis

Durchbrach mit dem 200. Bundesligaeinsatz eine Schallmauer: Sven Kalweit.
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Durchbrach mit dem 200. Bundesligaeinsatz eine Schallmauer: Sven Kalweit.

Neumünsters Aushängeschilder schneiden erneut völlig unterschiedlich ab. Fortunas Damen stehen vor dem Abstieg.

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28. Januar 2015, 15:00 Uhr

Erneut dürfte das Gastspiel einer Neumünsteraner Mannschaft in der Bundesliga der Bohlekeglerinnen nur ein Jahr dauern. Nach zwei weiteren Niederlagen ist Fortuna Gut Heil kaum noch zu retten. Die Herren des SKC Eintracht 03 dagegen dürfen weiter auf den direkten Wiederaufstieg hoffen. Sie besiegten die SG Fidelio/Fortuna Kiel auf eigenen Bahnen, ehe sie beim Landesrivalen tags darauf den Zusatzpunkt mitnahmen.

Bundesliga Damen

Fortuna Gut Heil – GW Cuxhaven 5224:5295 (31:47, 0:3). Die Schwalestädterinnen haderten mit den neutralen Bahnen in Pinneberg und lagen gleich nach der Startachse 69 Holz ab. Dank einer wie entfesselt auftrumpfenden „Conny“ Isenberg wurde der Rückstand im Mittelgang zwar um 36 Holz verkürzt, doch am Ende war der Vorjahresmeister und neue Tabellenführer von der Nordsee einfach zu gut.

Statistik: C. Heeschen - Sinram 865:909, Deckert - Müller 859:884, Fürstenwerth - Sandrock-Semmler 863:877, Isenberg - Sepcke 894:844, B. Heeschen - Schulz 864:886, Specht - Fürst 879:895.

SG LTS Bremerhaven – Fortuna Gut Heil – 5281:5222 (44:34, 3:0). „Eigentlich wollten wir in diesem Kellerduell Punkte holen“, seufzte Fortunas Mannschaftsführerin Birgit Heeschen, nachdem ihr Team den vorletzten Strohhalm nicht ergriffen hatte. Nach der Startachse und angesichts von nur 25 Holz Rückstand waren die Schwalestädterinnen noch guter Dinge, doch in den folgenden Duellen war kein Staat zu machen. „In den letzten drei Spielen sind noch neun Punkte zu vergeben, und in der Vorsaison haben neun Zähler zum Klassenerhalt gereicht“, rechnete Birgit Heeschen vor. „Es ist uns aber bewusst, dass die Chancen für uns nicht allzu gut stehen. Unser Problem ist, dass unsere Mannschaft es bisher nicht einmal geschafft hat, eine geschlossen gute Vorstellung abzuliefern. In der Bundesliga müssen alle sechs Keglerinnen gemeinsam stark sein, gute Einzelleistungen bringen dort nichts ein“, konstatierte sie.

Statistik: Zboralski/Froese - C. Heeschen 862:869, I. Onken - Deckert/Zimmermann 882:850, B. Onken - Fürstenwerth 877:847, Bötjer - Isenberg 874:875, Grünewald - B. Heeschen 902:896, Lippka - Specht 884:885.

2. Bundesliga Herren

SKC Eintracht 03 – SG Fidelio/Fortuna Kiel 5518:5459 (47:31, 3:0). Die Partie war alleine deswegen eine besondere, weil Eintrachts Sven Kalweit als erster Akteur seiner Mannschaft die Schallmauer von 200 Bundesligaspielen für die Neumünsteraner durchbrach. Gemeinsam mit Thomas Wiese erspielte Kalweit eine 15-Holz-Führung, wobei Wieses 924 Holz ein ganz wichtiges Ergebnis für die Zusatzpunktwertung waren. Im Mittelblock holten die Kieler leicht auf, dort spielte Fidelios Wolfgang Knop ebenfalls 924 Holz. Laut Reglement zählte das vorgelegte Holz von Wiese einen Punkt mehr. In der Schlussachse sollte der Derby-Krimi seinen Höhepunkt erreichen. SKC-Neuzugang Jan Grabowski musste mehr als 909 Holz spielen – und das tat er (913). Frank Gerken wiederum brauchte gar 925, und 30 Wurf vor Schluss fehlten ihm noch 27 Plusholz. „Er spielte sich auf Bahn 9 in einen wahren Rausch“, sah Kalweit seinen Kollegen aufdrehen. Holz für Holz holte Gerken auf, schlussendlich hatte er es mit 31 Plusholz bei 30 Wurf doch noch geschafft. Ergo: Mit dem knappsten Ergebnis von 47:31 blieb der Zusatzpunkt beim SKC. „Mein 200. Bundesligaeinsatz (von 211 möglichen, Anm. d. Red.) wird mir auf Grund der Dramatik lange im Gedächtnis bleiben“, verbuchte Jubilar Kalweit die Partie als eine für die Ewigkeit.

Statistik: Wiese - Böttjer 924:909, Kalweit - Hansen 917:917, M. Hupe/Sund - Knop 912:924, Knoblauch - H.-P. May 923:919, Grabowski - S. May 913:897, Gerken - Branzke 929:893.

SG Fidelio/Fortuna Kiel – SKC Eintracht 03 5351:5300 (45:33, 2:1). Beim Rückspiel nur rund 20 Stunden später ging es ähnlich spannend um den Zusatzpunkt zu. Sund/Wiese und Knoblauch verloren zwar 18 Holz, „aber die 896 Holz von Knoblauch waren für die Zusatzpunktwertung sehr wichtig“, erklärte Kalweit. Im Mitteldrittel verloren Gerken und Mark Hupe 20 Holz, sodass das Spiel eigentlich verloren war. Nun ging es „nur“ noch um den Zusatzpunkt. Kalweit und Grabowski mussten dabei einige Kieler hinter sich lassen. „Ich kam gar nicht zurecht, aber Grabowski wuchs über sich hinaus und spielte Tageshöchstwurf mit 906 Holz“, berichtete Kalweit, der den Zusatzpunkt als „fette Beute“ bezeichnete.

Statistik : Sund/Wiese - Hansen 859:902, Knoblauch - Böttjer 896:871, Gerken - H.-P. May 885:896, M. Hupe - Knop 884:893, Kalweit - Branzke 870:889, Grabowski - S. May 906:900.

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