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Leichtathletik : Eine Wahnsinnsleistung: Hannemann fliegt ins Ziel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Riesentalent von der LGN gewinnt bei den Olympischen Jugendspielen in Rekordzeit Silber, wird Neumünster in Kürze aber verlassen.

Der Traum von einer Medaille ging tatsächlich in Erfüllung. Bei den Olympischen Jugendspielen in Nanjing (China) sprintete der Neumünsteraner Henrik Hannemann am Sonnabend in seiner Paradedisziplin 110 m Hürden in 13,40 Sek. als Zweiter hinter dem Top-Favoriten Jaheel Hyde aus Jamaika ins Ziel und holte Silber. Die Konsequenz: Hannemann ist zweitschnellster U 18-Hürdensprinter der Welt!

Mit seiner Zeit verbesserte der Leichtathlet der LG Neumünster, der dem SVT angehört, nicht nur seine persönliche Bestleistung aus dem Vorlauf (13,55 Sek.), sondern er erreichte auch sein Ziel, den deutschen U 18-Rekord zu knacken. Eine ganze Zehntelsekunde war er schneller als der Berliner Kai Doskoczinski 2001 und Alexander John aus Jena im Jahre 2003.

Und diese Topleistung war auch nötig. Die Bestzeiten der Läufer, die hinter dem Mann aus der Karibik um die Platzierungen kämpften, lagen sehr eng beisammen, und die ersten vier sollten letztlich alle persönliche Bestzeit laufen. „Von Platz 2 bis 8 ist wohl alles möglich“, hatte Hannemann vor dem Finale gemeint – und so kam es dann auch. Vom Start weg enteilte Hyde, der 2013 schon bei den U 18-Weltmeisterschaften triumphiert hatte, dem Feld und siegte in überragenden 12,96 Sek. Aber hinter ihm entbrannte ein spannender Kampf um die Medaillen. Bis zur drittletzten Hürde lag der 17-jährige Gartenstädter hinter Gyeongtae Kim (Korea) und gleichauf mit Joshuan Berrios aus Kolumbien auf Platz 3. Letzterer stürzte, während Hannemann einmal mehr seine Spurtqualitäten im Finish bewies und an der letzten Hürde am Koreaner Kim vorbeizog, der mit 13,43 Sek. die Bronzemedaille gewann. Der Neumünsteraner flog als überglücklicher Zweiter ins Ziel. „Es war ein fast perfektes Rennen. Ich bin klar über alle Hürden gekommen, habe keine berührt“, beschrieb Hannemann seinen Lauf.

Danach ging es dann auf die Ehrenrunde. „Die war Klasse, genauso wie man sich das vorstellt“, sagte Hannemann anschließend stark beeindruckt. Emotionaler Höhepunkt wurde dann aber die Siegerehrung. „Es war einfach überragend. Natürlich ist es eine besondere Ehre, von Hürden-Olympiasieger Liu Xiang geehrt zu werden. Die Stimmung war atemberaubend. Diesen Tag werde ich nicht vergessen.“

Auch daheim in Neumünster blieb vielen die Luft weg. „Alle haben mitgefiebert, wir sind jetzt ganz schön mitgenommen“, beschrieb Vater Nico die Atmosphäre in der Familie. „Wir hatten gehofft, dass Henrik sich tapfer und gut schlägt. Es war ja auch nicht einfach für ihn, mit den ganzen Erwartungen fertig zu werden. Nun soll er seinen Erfolg einfach nur noch genießen“, sagte Nico Hannemann. Trainer Peter Malinowski zeigte sich überwältigt. „Das ist die Krönung! Der Junge hat Geschichte geschrieben, und ich war dabei“, veranschaulichte er seinen Gemütszustand gegenüber dem Courier. Sogar die Mitschüler von der Kant-Schule um Tochter Sophie-Marie Malinowski, die sich zurzeit auf einer Studienfahrt in Griechenland befinden, hätten mitgefiebert.

Tatsächlich sind die Erfolge des wohl erfolgreichsten Leichtathleten, den Neumünster je hervorgebracht hat, das Ergebnis einer akribisch geplanten Aufbauarbeit, die der engagierte und versierte Trainer mit seinem Schützling über mehrere Jahre betrieben hat (O-Ton Henrik Hannemann: „Nochmals Dank an meinen Coach Peter Malinowski, dem ich diese Leistung besonders zu verdanken habe.“). Die außergewöhnliche und intensive Zusammenarbeit zwischen Peter Malinowski und seinem Schützling wird bald ein Ende haben. Mitte September verlässt der Silbermedaillengewinner Neumünster und zieht nach Stuttgart um. Es wäre ihm zu wünschen, dass die Schwalestadt ihm bei seiner Heimkehr aus China einen gebührenden Empfang bereitet.

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