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Jahreshauptversammlung : Eine Wahl mit Überraschungseffekt: Hirsch komplettiert VfR-Vorstand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine Frau wird im Grümmer-Kabinett 3. Vorsitzende. Die Verbindlichkeiten der Neumünsteraner betragen mehr als 300 000 Euro.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Sitzfleisch war gefragt bei der Jahreshauptversammlung des VfR Neumünster. Immerhin 140 Minuten inklusive einer Rauchpause mussten die 49 stimmberechtigten Mitglieder ausharren, ehe auch der letzte Tagesordnungspunkt abgehakt und damit die letzte Klappe gefallen war.

Die Beteiligung an diesem Abend war für Rasensport-Verhältnisse schwach, gemessen an der Mitgliederzahl (rund 420, darunter etwa 150 Jugendliche) aber passabel. Diejenigen, die die heimische Couch vorzogen, verpassten eine Wachablösung und das große Stühlerücken. Erwartungsgemäß stieg Gerd Grümmer vom 2. zum 1. Vorsitzenden auf, war doch der bisherige Vereinsboss Detlef Klusemann nach zweieinhalb Jahren im Amt nicht zur Wiederwahl angetreten. Gleiches galt für den 3. Vorsitzenden Jörg Zenker. Beide sicherten zu, dem Club in Zukunft aber dennoch mit Rat und Tat zur Seite stehen zu wollen. Besonders Zenker wurde mit einem nicht enden wollenden Applaus verabschiedet. Er war 1998 als Spieler zum VfR gekommen, hatte anschließend auch als Co-Trainer und im administrativen Bereich gearbeitet.

Im Schatten Grümmers tat sich Spektakuläres. Der bisherige Beisitzer Siegfried Guder, der als sicherer Kandidat für die Zenker-Nachfolge galt, wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt. War dies schon eine kleine Überraschung, kam eine noch viel größere hinterher: Gerda Hirsch, die niemand für ein Vorstandsamt auf dem Zettel hatte, kandidierte als 3. Vorsitzende – und wurde ebenso einstimmig gewählt wie Grümmer und Guder. „Ich habe Bock auf den Job“, sagte die Mönchengladbacherin und spendierte eine Runde Schnaps für alle Anwesenden. Im „richtigen Leben“ sitzt Hirsch im Vorzimmer von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras. Der VfR zieht also ins Rathaus ein.

Im Rahmen einer Satzungsänderung wurden die beiden Beisitzerposten des Vereins gestrichen, der Vorstand also verschlankt. Einstimmig wurde das durchgewunken, während ein Antrag auf Entlastung des Altvorstands um Herbert Sander bei nur einer Pro-Stimme nicht den Weg in die Tagesordnung fand. „Beim Rechtsstreit zwischen Verein und Ex-Vorstand handelt es sich um ein schwebendes Verfahren. Die Gegenpartei ist stur und nicht kompromissbereit. Daher könnte eine solche Entlastung gar nicht erfolgen“, erklärte Ältestenratsvorsitzender Rainer Wriedt.

Als „Seitwärtsentwicklung“ bezeichnete VfR-Wirtschaftsrat und Versammlungsleiter Matthias Lau die traditionell angespannte Finanzlage des Clubs. „Der Verein muss einen Spagat zwischen Sparsamkeit und Investitionen vollführen. Er braucht die Unterstützung der hiesigen Wirtschaft“, appellierte Lau an die Unternehmer der Region. Die Lila-Weißen belasten per 31. Dezember 2013 Verbindlichkeiten in Höhe von 302 000 Euro. Laut Schatzmeister Olaf Schließeit werden es am Ende des bislang noch nicht bilanzierten Geschäftsjahres, also per 30. Juni 2014, noch einmal 20 000 Euro mehr sein. „Man darf aber nicht vergessen, dass wir nachhaltig investiert haben, wie etwa in eine Pumpenanlage oder auch ins Stadion“, betonte Grümmer. Die Arena an der Geerdtsstraße ist nach der Installation diverser Wellenbrecher auf den Stehrängen nunmehr für 9447 Zuschauer ausgelegt. In diesem Zusammenhang: Kalkuliert wird in der laufenden Fußball-Regionalligasaison mit 630 Besuchern pro Heimspiel. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurden der Vorstand und mit ihm der nicht zur Wahl stehende Schatzmeister Schließeit entlastet. Kurz darauf präsentierte Letzterer den Haushaltsvoranschlag für 2014/15. Der VfR plant mit Ausgaben in Höhe von 433 500 Euro, die kalkulierten Einnahmen fallen lediglich um 500 Euro höher aus. Viel versprechen sich die Offiziellen vom Freundschaftsspiel gegen den Bundesliga-Dino Hamburger SV am 4. September (18 Uhr).

Apropos Ausfall: Bei nur noch einem verbliebenen Mitglied ist die Tischtennissparte des VfR Geschichte. Nach dem Tod der langjährigen Abteilungsleiterin Karin Armbrust im Frühjahr hatten sich mehrere Spieler anderen Clubs angeschlossen.

Wahlen: 1. Vorsitzender (für zwei Jahre): Gerd Grümmer (neu, für Detlef Klusemann); 2. Vorsitzender (für ein Jahr): Siegfried Guder (neu, für Gerd Grümmer); 3. Vorsitzende (für zwei Jahre): Gerda Hirsch (neu, für Jörg Zenker). Revisoren wurden nicht gewählt, auch fanden keine Bestätigungen der Abteilungsleiter statt.

Ehrungen: silberne Ehrennadel: Detlef Klusemann, Jörg Zenker.



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