Handball : Eine Sport-Ikone mit Gänsehaut: Petersen gibt ihre Abschiedsgala

Gruppenbild mit Andrea Petersen: Die teilnehmenden Teams beim Abschiedsturnier umrahmten vor dem ersten Anwurf die „Grand Dame“ (unten, mit Ball) des Neumünsteraner Handballs.
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Gruppenbild mit Andrea Petersen: Die teilnehmenden Teams beim Abschiedsturnier umrahmten vor dem ersten Anwurf die „Grand Dame“ (unten, mit Ball) des Neumünsteraner Handballs.

Großer Bahnhof am Hansaring: Eine der stärksten Neumünsteraner Handballerinnen feiert mit vielen langjährigen Weggefährten ein freudiges Wiedersehen.

shz.de von
05. Januar 2015, 15:00 Uhr

Stehende Ovationen am Hansaring: Rund 120 Freunde, Bekannte und Zuschauer bejubelten gestern den ersten Treffer von Andrea Petersen bei ihrem letzten Aufritt im Spielerdress. Das für sie auf die Beine gestellte Abschiedsturnier in der KSV-Halle war der krönende Abschluss einer Vorzeige-Handballkarriere. „Ich habe eine Gänsehaut“, gestand die 46-Jährige beim Blick auf die Tribüne.

Petersen verabschiedete sich bereits nach der Saison 2013/14 aus dem aktiven Dienst. „Mit 45 Jahren ohne große Verletzungen war der richtige Zeitpunkt gekommen, um einen Schlussstrich zu ziehen“, begründete Petersen ihre Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut: „Ich bin damit vollkommen zufrieden. Ein Abschnitt geht zu Ende, und ein Neuer mit anderen Zielen beginnt.“ 23 Jahren von der Kreis- bis zur Regionalliga im Seniorenbereich des MTSV Olympia Neumünster folgten weitere fünf Oberligajahre beim TSV Wattenbek. Dort bringt sie ihrer alten Mannschaft auch weiterhin als Co-Trainerin ihre Kniffe bei. „Ich möchte die jungen Spielerinnen an meiner Erfahrung teilhaben lassen“, sagte Petersen. Ihr ehemaliger Trainer Torge Haß erinnerte sich auch gestern noch genau an die erste folgende Spielzeit 2009/10 beim TSV Wattenbek. Damals verpassten sie denkbar knapp durch ein Unentschieden am letzten Spieltag den Aufstieg in die Regionalliga: „Andrea Petersen hatte spielerisch großen Anteil an der Leistung“, zollte Haß der „Grand Dame“ Respekt und ergänzte mit einem Schmunzeln: „Sie war eine sehr abgebrühte Spielerin.“

Der Ehrenvorsitzende des MTSV Olympia Neumünster Lutz Dallmeyer, einer von vielen namhaften Gästen am Hansaring, ging sogar noch einen Schritt weiter und betitelte Petersen als „Sport-Ikone, die mehr als zehn Jahre lang die beherrschende Person im Frauenhandball in Neumünster war“.

Neben den Gästen waren auch die Organisatorinnen des Abschiedsturniers Janina Neumann und Jana Reinert mit der gelungenen Veranstaltung vollends zufrieden: „Es ist toll, so viele alte bekannte Gesichter wiederzusehen“, freute sich etwa Neumann, ehe sie sich zum Pizzaessen in die Kantine der KSV-Halle verabschiedete, um dort gemeinsam mit den Spielern der übrigen Teams in Erinnerungen an vergangene Tage zu schwelgen.

Der Sport fiel gestern nur eine Statistenrolle zu, die Ergebnisse gerieten zur Nebensache. Für die vier beteiligten Mannschaften, das am Ende siegreiche „Team Andrea“, den TSV Wattenbek, die Männer des MTSV Olympia und die HSG Frettchenfreunde, standen eindeutig das Wiedersehen und der Spaß im Vordergrund.

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