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Reitsport : Eine Schwedin triumphiert in Tasdorf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ebba Johansson gewinnt mit Lacoeur den Großen Preis vor den Toren Neumünsters. Rund 4000 Zuschauer pilgern an drei Tagen auf die Anlage.

Die erst 23 Jahre alte Schwedin Ebba Johansson hat gestern am späten Nachmittag den Großen Preis von Tasdorf und damit den Auftakt der Springsportserie Holsteiner Masters gewonnen. Mit Lacoeur, den die in Schretstaken im Süden Schleswig-Holsteins (Kreis Herzogtum Lauenburg) lebende Amazone erst knapp drei Monaten kennt, gelang ihr in 40,17 Sekunden die schnellste fehlerfreie Runde im Stechen der schweren Prüfung.

Und nicht nur die smarte Blondine strahlte vor Freude. Auch Harm Sievers, Vorsitzender des gastgebenden Reit- und Fahrvereins Husberg und Umgebung und Turnierleiter zugleich, schaute zwar etwas müde, aber sehr zufrieden drein. Rund 4000 Zuschauer sahen an drei Tagen in Tasdorf wieder einmal Springsport pur. „Das waren am Sonnabend schon deutlich mehr als vor zwei Jahren“, stellte Sievers fest und ergänzte: „Ich bin aber auch zufrieden mit den Abläufen und der Organisation, das haben unsere Leute wirklich gut gemacht.“ Sowohl die Zuschauer als auch die Aktiven nahmen die Offerte in Tasdorf gut an. Der WM-Vierte Rolf-Göran Bengtsson und seine Frau Evi (Deutsche Meisterin von 2015) etwa präsentierten sich mit zum Teil jüngeren, also weniger erfahrenen Pferden.

Absoluter Höhepunkt vor den Toren Neumünsters war der Große Preis, den 46 Kandidaten ansteuerten. Nur sechs von ihnen kamen fehlerfrei ins Stechen. Darunter war mit Christian Hess (Boostedt) einer der Lokalmatadoren, ferner waren auch zwei Amazonen vertreten: Johansson und die US-Amerikanerin Erin Characklis. „Ich kenne Lacoeur ja noch nicht lange, aber bei jedem Turnier war er jetzt platziert und immer fehlerfrei. Ich kann das noch gar nicht glauben, dass wir hier gewonnen haben“, sagte Johansson, die 4000 Euro Siegprämie einstrich. Mitfavorit Thomas Voß aus Schülp, der am Sonnabend das erste große Springen mit der Stute Wat Nu gewonnen hatte, entschied sich im Großen Preis für sein Derbypferd Chando und verpasste das Stechen. Der Profi trat allerdings vorher auf die Euphoriebremse: „Wir müssen erst mal schauen, was uns der Parcourschef da so hinstellt ...“

Dafür durfte Voß seinem Neffen Philipp Battermann gratulieren. Für den 22-Jährigen gab es Gold. Der junge Springreiter hat die Voraussetzungen für den Erhalt des goldenen Reitabzeichens erfüllt und wurde vom Vorsitzenden des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein, Dieter Medow, ausgezeichnet. Sievers hielt die Laudatio und erinnerte an eines der ersten E-Springen des Geehrten: „Das war hier in Tasdorf das Stafettenspringen – und das hast du mit deinem weltberühmten Onkel gewonnen.“

Familie – das prägte die drei Tage in Tasdorf. Das Springreiterpaar Bengtsson hatte Tochter Pamina dabei, die gerade laufen gelernt hat und den Eltern ein etwas langsameres Tempo abverlangt. Profi Thieß Luther aus Wittmoldt coachte Sohn Jesse, die finnische Schülerin Reeta Sundberg sowie das ganze Peer Span-Team, zu dem Jesse und Reeta zählen. Prompt gewann das Junioren-Quartett in Tasdorf den Jugend-Team-Cup, das Mannschaftsspringen. Gestern schlenderte der berühmte Großvater Peter Luther, Derbysieger und Olympiadritter 1984, nach seiner Knie-OP erstmals wieder über den Platz und traf lauter andere Familien, in denen Reiten ein großes Thema ist: Andreas Ripke (Steinfeld) mit Tochter Theresa, die vor drei Wochen den Preis der Besten gewann, und Sohn Fleming sowie Dirk Ahlmann aus Reher, der im Großen Preis mit Calmando Vierter wurde, und dessen Kinder Pheline und Hannes. Der Apfel fällt im Pferdeland Schleswig-Holstein ganz offensichtlich tatsächlich nicht weit vom Stamm.

Während eine Schwedin in Tasdorf auftrumpfte, entschied Jörg Naeve (Bovenau) im rund 300 Kilometer weiter östlich gelegenen Sommerstorf den Großen Preis für sich. Mit Quantas verwies Naeve den Niedersachsen Rolf Moormann und Holger Wulschner (Mecklenburg-Vorpommern) auf die Plätze.

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