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Pferdesport : Ein Stammgast der allerersten Stunde

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Werner Heller aus Großenaspe hat nur im Jahr 1962 das Reitturnier in Neumünster verpasst.

Das internationale Reitturnier in den Holstenhallen erfährt seine 66. Auflage. Und nur einmal, wegen der Flutkatastrophe im Jahr 1962, blieb der Großenasper Werner Heller dieser Veranstaltung bisher fern. Damit sitzt er nun zum 65. Mal in der Arena, um sich die Elite der Spring- und Dressurreiter anzusehen.

„In den 1950er-Jahren war es sehr ländlich. Wir haben auf einfachen Bänken gesessen – ohne Rückenlehne und nach unten hin war alles offen. So war eigentlich garantiert, dass man am Ende des Turniers einen Schnupfen hatte. Aber die Stimmung war schon damals super“, erinnert sich der 75-Jährige. „Bei den L-Springen, die oft mehr als 120 Teilnehmer hatten, kam es vor, dass wir erst weit nach Mitternacht wieder nach Hause kamen. Dennoch sind wir immer bis zum Schluss geblieben“, berichtet er weiter.

Mit den Jahren sei das Turnier immer komfortabler und vor allen Dingen internationaler geworden. „Aber an der tollen Atmosphäre hat sich nichts geändert. Neumünster ist ein Familienturnier geblieben. So nah am Geschehen ist man sonst nirgendwo“, weiß der Turnierprofi, dessen Frau Edelgard (72) seit 1963 diese Leidenschaft mit ihm teilt. Deshalb haben die Hellers auch seit vielen Jahren ein Dauer-Abo auf die Plätze 14 und 15, Reihe 5 im Block R. „Wenn wir dort ankommen, sitzen lauter Freunde in fröhlicher Runde um uns herum. Aber wenn es spannend wird, sind wir richtig geladen und fiebern mit“, verrät Werner Heller.

Die Pferdesportbegeisterung kommt bei Heller nicht von ungefähr. In den 1950er-Jahren trat er selbst bei Turnieren an, 1958 erhielt er das bronzene Reiterabzeichen. 1981 zählte er zu den Gründern des Großenasper Reitvereins und hatte zehn Jahre den Vorsitz inne. Beim Kreisturnier in Bad Segeberg leitete er zudem viele Jahre lang die Fahrwettbewerbe. Die Leistungen der Reiter weiß Werner Heller also einzuschätzen. „Fritz Thiedemann war in den 1950ern mein Idol. Wenn der einritt, bekam ich Herzklopfen“, schwärmt er noch heute. Unter den aktiven Reiter ist Ludger Beerbaum seine Nummer 1. „Aber den besseren Sitz hat Marcus Ehning“, lautet sein fachmännisches Urteil.

Viele Reiter und prominente Besucher hat Heller persönlich kennen gelernt. Seit 26 Jahren gehört außerdem das Autogrammesammeln zu seinen Turnierritualen. „Das erste Autogramm habe ich am 5. Juli 1990, unserem Hochzeitstag, von Rosemarie Springer bekommen“, erzählt er stolz. Seitdem haben sich mehr als 230 Reiter aus aller Welt, darunter John Whitaker und Christian Ahlmann, aber auch Prominente wie der „Bodenpapst“ Hermann Duckeck und Tina Onassis, mit ihrer Unterschrift in seinem kleinen roten Buch verewigt. Und an dessen Fortschreibung wird Werner Heller natürlich bis zum kommenden Sonntag fleißig weiter arbeiten.

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