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Fussball-Regionalliga Nord : Ein Spiel der Gegensätze beim VfR

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Spitzenreiter VfL Wolfsburg II gastiert in Neumünster. Legt Uwe Erkenbrecher sein Ex-Team aufs Kreuz?

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Fußball ist ein Zahlenspiel, die Papierform nimmt, besonders im Vorwege, eine große Rolle ein. Daraus lassen sich oftmals schöne Vergleiche stricken. Dies gilt auch und vor allem für das morgige Duell in der Regionalliga Nord zwischen dem Drittletzten VfR Neumünster (27 Punkte/28:50 Tore) und dem Spitzenreiter VfL Wolfsburg II (65/77:25).

Rasensport ist seit elf Begegnungen und somit im Jahr 2014 noch sieglos, hat nach der Winterpause ganze fünf Tore geschossen. Demgegenüber stehen die in diesem Jahr noch ungeschlagenen Volkswagenstädter, die zudem von ihren bislang letzten 16 Spielen nur eins verloren haben (0:2 gegen den Goslarer SC 08). Das war am 8. Dezember 2013, also ausgerechnet an dem Tag, an dem der VfR letztmals gewann (2:0 beim VfB Oldenburg). Zudem stellt Wolfsburgs U 23 das beste Auswärtsteam der Liga (34 Punkte/32:11 Tore), während der VfR (10/11:26) die mieseste Heimbilanz aller 18 Nord-Viertligisten verzeichnet. Ferner liegen die von Valérien Ismaël trainierten Grün-Weißen klar auf Meisterkurs. Vier Runden vor Schluss weisen sie vier Punkte mehr und das klar bessere Torverhältnis als der Tabellenzweite Werder Bremen II auf. Mit Kevin Scheidhauer (18 Treffer) und Justin Eilers (17) sitzen zwei „Wölfe“ dem in der Torjägerliste führenden Oldenburger Addy-Waku Menga (22) im Nacken. Lila-Weiß dagegen liefert sich in seiner internen Torjägerliste ein Schneckenrennen: Mit je vier Treffern rangieren dort Christopher Kramer und Marco Schultz ganz oben – gemeinsam mit dem seit Ende Oktober verletzten Michél Harrer sowie dem in der Winterpause nach Hause geschickten Ali Moslehe. Und doch gibt es ein Zahlenspiel, das alle vorherigen auf den Kopf stellt: den 3:0-Hinspielsieg des VfR. Dieser ist die wohl größte Überraschung in der gesamten Regionalligasaison und nach aktuellen Erkenntnissen irgendwie unvorstellbar.

Ob ein solcher Erfolg wiederholbar ist? „Mir würde ein 1:0 schon reichen“, sagt Uwe Erkenbrecher mit einem Augenzwinkern. Für den VfR-Coach ist das Duell mit Wolfsburg II eine Reise in die Vergangenheit. Von 1996 bis 1998 sowie von März 2004 bis März 2007 war er dort tätig. „Ich kenne keinen Gegner besser als diesen“, meint der 59-Jährige und verweist auf seine guten Verbindungen ins östliche Niedersachsen. Erkenbrecher ist Realist genug, um festzuhalten: „Das Duell mit Wolfsburg II ist für uns eine riesige Herausforderung. Wir müssen präsent sein, wollen dem Spitzenreiter Paroli bieten. Unser Fokus liegt aber eindeutig auf den danach folgenden Endspielen in Eichede, gegen Wilhelmshaven und bei Braunschweig II.“ Erkenbrecher fährt dabei keinen Schmusekurs. Er sagt: „Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Meine Mannschaft ist gefordert. Denn sie allein hat sich in die schwierige Tabellenlage hineinmanövriert.“

Ein Husarenstreich gegen Wolfsburg II wäre im Übrigen ein passendes Geschenk für Detlef Klusemann. Der VfR-Vorsitzende wurde gestern runde 50 Jahre alt. Und vielleicht ist ja die bisherige Bilanz von Schiedsrichterin Dr. Riem Hussein ein gutes Omen für Rasensport. Die Apothekerin pfiff in dieser Saison bislang acht Regionalligaspiele. Dabei gab es nur einen Auswärtssieg. Den aber landete ausgerechnet Wolfsburg II ...

VfR: Kassler (Hesse) - Thomas, Jakubowski, Bönigk, Durak - M. Schultz, Rave, K. Schulz, Ingreso - Kramer, Zekjiri. – Auf der Bank: Michalowski, Ju, Schlagelambers, Grothe, Zschimmer. – Es fehlen: Aust (nach Knie-OP im leichten Balltraining), Gabrielides (nicht im Kader), Harrer (langzeitverletzt), Nagel (erneut Schmerzen im Sprunggelenk), Olthoff (im Aufbautraining). – SR: Dr. Hussein (Bad Harzburg). – Hinspiel: VfR gewann mit 3:0 (Tore: M. Schultz/2, Kramer). – Courier-Tipp: VfR verliert mit 0:2.

Außerdem spielen (in Klammern Hinrunde): heute, 14 Uhr: Goslarer SC 08 – ETSV Weiche (2:3); heute, 16.30 Uhr: SV Meppen – SV Eichede (2:1); morgen, 14 Uhr: Hannover 96 II – TSV Havelse (0:2), FC Eintracht Norderstedt – VfB Oldenburg (2:2); Dienstag, 6. Mai, 16 Uhr: Hamburger SV II – Werder Bremen II (0:3).

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