Sport in Neumünster trotzt der Coronakrise : Ein schönes Stück Normalität beim RTN

Fit sein für den Tag X, wenn das Leben wieder neu angekurbelt wird: Monica Badia vom Radsport Team Neumünster.
Fit sein für den Tag X, wenn das Leben wieder neu angekurbelt wird: Monica Badia vom Radsport Team Neumünster.

Vereine und ihre Mitglieder halten auch in Zeiten der Coronakrise zusammen. Das Radsport Team zeigt Alternativen auf.

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14. April 2020, 19:59 Uhr

Es sind harte Zeiten auch für Neumünsters Sportler. Die Coronakrise ringt den Athleten und Fans nicht nur jede Menge Geduld ab, sie sorgt auch für einen Stillstand im Wettkampfbetrieb. Und doch bewegt sich hinter den Kulissen ganz schön viel, wie der Kreissportverband (KSV) und der Courier bei einem Rundruf quer durch die Sportlandschaft erfahren haben.

In loser Reihenfolge stellen wir vor, wie einzelne Vereine – egal ob groß oder klein – der Krise trotzen und ihrem Sport nachgehen (können). Welche Optionen haben die Mitglieder? Was lassen sich die Vereine einfallen? Wo wird aus der Not eine Tugend gemacht? Schaut oder hört man sich um, stellt man fest, dass sich – Corona hin oder her – immer noch eine ganze Menge tut. Ein Paradebeispiel dafür ist das 42 Mitglieder zählende Radsport Team Neumünster (RTN).

Vorsitzender Sievers stellt Vorzüge heraus

„Egal ob Leistungs- oder Breitensport: Wir Radsportler haben im Vergleich zu anderen Sportarten zu Coronazeiten einen Trainingsvorteil: Man kann nicht alleine Fußball oder Handball spielen, aber man kann alleine Rennrad fahren“, betont RTN-Vorsitzender Erik Sievers die Vorzüge seines Sports. Natürlich seien Ausfahrten im Grundlagenausdauerbereich im gemeinsamen Vereinstraining schöner. Ebenso sei belastungsorientiertes Arbeiten im Vereinstraining typisch. „Beides ist aber auch im individuellen Training möglich“, weiß Sievers.

Übungsstätten eines Radsportlers sind die Straße (Rennrad) und das Gelände (Cross und Mountainbike). Weil diese im Gegensatz zu anderen Sportstätten nicht geschlossen sind, können die RTN-Mitglieder trotz Corona auch weiterhin bei Wind und Wetter auf dem Rad aktiv sein – ein schönes Stück Normalität also. Natürlich gibt es in diesen Tagen und Wochen auch bei den Pedaleuren einige Wermutstropfen. Denn neben gemeinsamen Trainingsausfahrten sind im Radsport ebenso Veranstaltungen oder Meisterschaften aktuell nicht erlaubt.

Die Menschen sind rücksichtsvoller

„Auch wenn es erlaubt ist, Radsport zu betreiben, fährt das schlechte Gewissen doch immer etwas mit. Der Gedanke, hoffentlich passiert nichts, ist immer präsent“, räumt RTN-Boss Sievers ein. Gleichwohl seien Trainingsfahrten zu Coronazeiten sogar etwas schöner als sonst. „Denn auf den Straßen ist zurzeit viel weniger Verkehr, und es wird deutlich rücksichtsvoller gefahren. Im Wald sind zwar erheblich mehr Sportler, Reiter und Spaziergänger unterwegs, aber auch dort sind die Menschen untereinander sehr rücksichtsvoll und freundlich“, hat Sievers festgestellt.

Im Übrigen müssen Radsportler, die den Wettkampf ohne Meisterschaftslorbeeren suchen, nicht traurig sein. Sie können effektiv auf E-Sport ausweichen. Mittels eines elektronisch gesteuerten Widerstands kann sich jeder wettkampfbegeisterte Radsportler virtuell über den PC mit Gegnern verbinden und messen. Infos dazu sind beispielsweise bei der German Cycling Academy abrufbar.

Planungen für Cyclocross-Cup sollen beginnen

Optimismus versprüht der RTN im Hinblick auf das radsportliche Highlight in Neumünster, den Stevens Cyclocross-Cup. Die Rennserie wurde für 2020/21 auf den Raum Niedersachsen bis Schleswig-Holstein ausgeweitet. Gleichzeitig wird die Schwalestadt weiterhin als Standort der deutschlandweit ausgeschriebenen Rennserie geführt. Da der Radsportkalender das Zeitfenster Oktober/November 2020 für Neumünster vorsieht, es also noch genügend Vorlauf gibt, sind Sievers und Co. zuversichtlich, mit den Planungen hierfür in Kürze gemeinsam mit der Stadt Neumünster beginnen zu können.

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