zur Navigation springen

FUSSBALL-KREISPOKAL NEUMÜNSTER : Ein Eigentor entscheidet das Finale

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Olympias Kapitän Sascha Reichow wird beim 0:1 im Kreispokalendspiel gegen den TSV Gadeland zur tragischen Figur.

Der Fußball-Kreispokalsieger der Saison 2013/14 heißt TSV Gadeland. Der Verbandsligist setzte sich im Endspiel beim Staffelkonkurrenten MTSV Olympia vor 302 zahlenden Zuschauern mit 1:0 (1:0) durch und qualifizierte sich somit für das Achtelfinale im SHFV-Pokal, das voraussichtlich im Juli 2014 ausgetragen wird. Dabei entschied gestern ausgerechnet ein Eigentor über Sieg und Niederlage. Unglücksrabe war Olympia-Kapitän Sascha Reichow, der seinen Torwart Helge Wendt kurz vor der Pause mit einem verunglückten Rückgabeversuch überwand (43.).

Dass die Partie auf diese kuriose Art und Weise entschieden wurde, passte auch zum Spielverlauf. Denn frühzeitig wurde klar, dass es für die Schaulustigen keinen Fußball-Leckerbissen zu sehen geben würde. So war in den ersten gut 20 Minuten kaum etwas los, kein Team konnte sich entscheidende Vorteile erarbeiten. Der einzige Höhepunkt war eine Großchance von Gadelands Idris Alioua, der frei vor MTSV-Keeper Wendt am Tor vorbeizielte (4.). Erstmals geprüft wurde Wendt nach 22 Minuten, als Christoph Maliszewski aus der zweiten Reihe abzog, was praktisch der Startschuss für eine stärkere Gadelander Phase war. Denn fortan ließen die „Kleeblätter“ den Ball besser laufen und erarbeiteten sich spielerische Vorteile. Zur nächsten Möglichkeit kamen sie aber eher zufällig. So traf Peter Dzierzawa nur das Außennetz, nachdem Wendt eine Flanke von Nils Hildebrandt durch die Finger geglitten war (32.). Im direkten Gegenzug tauchte plötzlich Olympias Tarik Alioua allein vor Gadelands Schlussmann Dennis Holstein auf, traf mit seinem Heber aber nur auf anstatt in das Tor (33.).

Im Gehäuse landete dann zehn Minuten später die Kopfballrückgabe von Reichow, der von Gadelands Jan Patrick Siegel bedrängt wurde. Dabei war Wendt noch mit den Fingerspitzen dran, konnte das Spielgerät aber nicht mehr vor der Linie aufhalten (43.). Beinahe hätten die zumeist etwas kopflos mit langen Bällen agierenden Olympia-Akteure, deren Auftritt darunter litt, dass Mittelfeldstratege Jannarong Khomkhonsu stark von Gadeland aus dem Spiel genommen wurde, umgehend die richtige Antwort gefunden. Doch der von Jan Olaf Muhs freigespielte Patrick Hanka schoss am „Kasten“ vorbei (45.).

Olympia zeigte nach dem Wechsel mehr Elan und besaß wiederum durch Hanka sofort eine gute Gelegenheit zum Ausgleich. Doch den Kopfball des Mittelfeldmotors parierte Holstein stark (46.). In der Folge plätscherte das Geschehen mehr vor sich hin, als dass es sich zu einem spannenden Schlagabtausch entwickelte. Murat Ocak (61.) und erneut Hanka (73.) auf Olympia-Seite sowie Maliszewski für Gadeland (72.) kamen dennoch zu guten Möglichkeiten, die sie jedoch allesamt versiebten. In der Schlussphase vergaben Idris Alioua (85.) und der eingewechselte Dennis Röder (90.) die Entscheidung für die Dannenkoppel-Elf, die dadurch bis zum Schlusspfiff nach 94 Minuten zittern musste, aber schließlich die Arme zum Jubel hoch reißen durfte.

„In der ersten Halbzeit haben wir mehr investiert, waren deutlich besser und hätten früher in Führung gehen müssen. Im zweiten Durchgang hatten wir dann nicht so viel Zug im Spiel und waren selbst Schuld, dass wir so lange zittern mussten. Denn wir hatten genügend Konterchancen“, resümierte Gadelands Coach Marco Frauenstein, für den der Sieg „insgesamt verdient“ ausfiel. Olympias Interimstrainer Ralf Hartmann befand: „Es war kein schönes Spiel, und es ist sehr unglücklich, dass es durch so ein doofes Tor entschieden wurde. Ich mache da aber niemandem einen Vorwurf. Wir hatten ausreichend Ausgleichsmöglichkeiten. Diese haben wir nicht genutzt, und deshalb ist der Sieg für Gadeland auch verdient. Von uns habe ich einfach mehr Zwingendes erwartet.“

Schöne Randnotiz: Olympias nach einem Herzinfarkt zurückgekehrter Übungsleiter Holger Mischke bekam von seiner Mannschaft vor dem Spielbeginn einen Präsentkorb inklusive Frühstücksgutschein geschenkt.


MTSV Olympia Neumünster – TSV Gadeland 0:1 (0:1)

MTSV Olympia Neumünster: Wendt - Weidemann, S. Reichow, Granzow - Mester - T. Alioua, Hanka, Khomkhonsu, Muhs - Barck, Ocak (75. Kost).

TSV Gadeland: Holstein - Tomaschewski, Tambalque, Hamann, Hildebrandt - Rychlowski, Christophersen (81. Grümmer) - Dzierzawa (77. Siegfried), Maliszewski, I. Alioua - Siegel (71. Röder).

Beste Spieler: Fehlanzeige - Hamann, Tambalque, Christophersen. – Schiedsrichter: Gastrock (Gut Heil). – Zuschauer: 302 zahlende. – Tor: 0:1 S. Reichow (43., Eigentor). – Gelbe Karten: Hanka (63., Foulspiel), Barck (88., Unsportlichkeit), T. Alioua (90., Unsportlichkeit), S. Reichow (90./+4, Unsportlichkeit) - Tomaschewski (90./+4, Foulspiel) – Spielwertung: ausreichend.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Okt.2013 | 17:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen