2. Badminton-Bundesliga : „Die Unabsteigbaren“ mischen weiter mit

Zwei, deren Spiel bei Blau-Weiß Wittorf 2013/14 Spaß machte: Jan Collin Strehse (im Vordergrund) und Bjarne Geiss.
Zwei, deren Spiel bei Blau-Weiß Wittorf 2013/14 Spaß machte: Jan Collin Strehse (im Vordergrund) und Bjarne Geiss.

Blau-Weiß Wittorf schafft als Fünfter souverän den Klassenerhalt und geht nun ins 15. Zweitligajahr. Jan Collin Strehse ragt heraus.

shz.de von
03. Juni 2014, 12:00 Uhr

Sie ist und bleibt eine Institution in der 2. Badminton-Bundesliga. Erneut hat es die erste Mannschaft von Blau-Weiß Wittorf geschafft, sich den Klassenerhalt zu sichern. Mit der sehr ordentlichen Ausbeute von 13:15 Punkten kämpften sich die Schwalestädter auf den fünften Platz. Der Courier blickt auf die Saison 2013/14 zurück.

„Unterm Strich sind wir sehr zufrieden“, resümiert der langjährige Coach und Spartenleiter Wittorfs, Ralf Treptau. Zu Beginn der Serie hatte er seiner Truppe das Minimalziel verordnet: Klassenerhalt. Grund dafür waren zum Teil enorme Verstärkungen durch ausländische Spieler in den gegnerischen Kadern. So verpflichtete der Erstligaabsteiger BV Gifhorn den Inder Arvind Bhat, während der BV Wesel Rot-Weiß seine Mannschaft mit dem Österreicher Roman Zirnwald auffüllte. „Gifhorn und Wesel sind meine beiden Favoriten“, ließ Treptau zu Saisonbeginn verlauten. Ansatzweise sollte er Recht behalten. Meister der 2. Bundesliga Nord wurde zwar der TV Refrath II, der allerdings nicht in die 1. Liga aufsteigen durfte, sodass das Recht dem Vizemeister übertragen wurde – in diesem Fall Wesel. Der nordrhein-westfälische Verein verzichtete aber auf den Sprung, und so wird es keinen Erstligaaufsteiger aus der 2. Liga Nord geben. Für eine Überraschung sorgte indes Gifhorn. Die Niedersachsen plakatierten als einziges Team ihren Aufstiegswillen. Letztlich wurden sie jedoch fast ans Ende der Tabelle durchgereicht und stehen gemeinsam mit dem Schlusslicht Eintracht Südring Berlin als Absteiger fest. „Das ist schon bitter“, zeigt Treptau Mitgefühl mit seinem Ex-Konkurrenten, dessen zweite Mannschaft nun als Zwangsabsteiger die Regionalliga verlassen muss – jene Regionalliga, in die Wittorf II aufsteigen darf, da in Neumünster die „Erste“ im wahrsten Sinne des Wortes mitspielte. Grund für Gifhorns Scheitern waren zwei Ausfälle im Kader: Carola Bott spielte nicht eine Partie, Till Zander blieb in der gesamten Rückrunde draußen. „Gifhorn musste erkennen, dass die 2. Liga Nord wirklich stark geworden ist“, analysiert Treptau.

Doch auch für seine Wittorfer war die Saison 2013/14 „mal wieder eine Zitterpartie“ (O-Ton). Von Beginn der Spielzeit an hatten es die Schwalestädter mit knappen Siegen und noch knapperen Niederlagen zu tun. Wichtige Punkte trudelten selten und diskontinuierlich ein. Doch anderen Mannschaften erging es ähnlich. Vor dem letzten Spieltagswochenende kämpften gleich drei Teams um den Ligaerhalt. Erst als den Blau-Weißen auswärts gegen Eintracht Südring Berlin ein 7:1-Sieg gelang, atmete der Wittorfer Kader auf. „Wir hätten uns gern diese Nervenprobe erspart, aber ich hatte nichts anderes erwartet“, kam der Krimi am letzten Spieltag für Treptau nicht überraschend.

Mittlerweile werden die Blau-Weißen auch von anderen Vereinen als „die Unabsteigbaren“ bezeichnet, wie etwa in einem Bericht, den der TV Refrath verfasste. „Es wird aber immer schwieriger, in der 2. Bundesliga zu bestehen“, sagt Treptau, der bereits jetzt das Ziel für die kommende Saison festgelegt hat: Klassenerhalt – das ist doch wohl klar.

Auch wenn Wittorfs Trainer sich eher zurückhält, wenn es darum geht, Einzelne aus seinem Kader herauszuheben, so lässt er sich diesbezüglich doch etwas entlocken: „Die Statistik ist zwar nicht allein entscheidend, doch trotzdem hat Jan Collin Strehse mal wieder eine herausragende Saison gespielt.“ Mit 20:7 Siegen in 14 Einsätzen hat Strehse seine Bilanz der Vorsaison (64,3 Prozent Siegquote) noch einmal getoppt (auf 74,1 Prozent). Auch für die Ersatzspieler findet Treptau nur positive Worte: „Granate! Bjarne Geiss und Alexander Semrau haben uns sehr geholfen.“ Der Kapitän der „Zweiten“, Semrau, siegte im Spiel gegen Wesel eindrucksvoll gegen den dreifachen O 35-Europameister Thorsten Hukriede und holte für Wittorf das so wichtige Remis.

Aktuell bastelt Treptau am Kader für die neue Saison. Die als Ersatz geführte Munn-Tzin Bong wird auf Grund eines Bandscheibenvorfalls voraussichtlich aus dem Kader ausscheiden. Fieberhaft wird nun nach einer dritten Dame gesucht. „Auf dem Markt ist die eine oder andere Spielerin, aber letztlich muss alles finanzierbar sein“, sagt Treptau. Erfreulich ist, dass Rafal Hawel bei Blau-Weiß weitermachen wird und Erstligaspieler Sebastian Schöttler (SV Fun-Ball Dortelweil) seine Zusage gegeben hat, 2014/15 das Wittorfer Trikot überzustreifen. Auf Grund der großen Konkurrenz wird für Maciej Kowalik kein Platz mehr im Kader der „Ersten“ sein, er wird eventuell die Reserve in der Regionalliga verstärken.

Apropos verstärken: Als Aufsteiger füllen die beiden Regionalligameister SG EBT Berlin II und TV Emsdetten die 2. Bundesliga Nord auf. „Die Unabsteigbaren“ aus Wittorf können das mit Gelassenheit sehen. Sie gehen in wenigen Monaten ins 15. Zweitligajahr und haben bislang noch jeden Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt abgeschüttelt.

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