1. Badminton-Bundesliga : Die Hoffnung lebt

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Kämpfte vergeblich um den Ehrenpunkt in Saarbrücken: Wittorfs Lucas Bednorsch.
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Kämpfte vergeblich um den Ehrenpunkt in Saarbrücken: Wittorfs Lucas Bednorsch.

Einem 4:3-Sieg in Mülheim sei Dank: Blau-Weiß Wittorf rettet sich als Tabellenneunter in die Relegationsrunde.

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24. März 2019, 20:20 Uhr

Mülheim | Es war eine Herkulesaufgabe für das Schlusslicht Blau-Weiß Wittorf – und sie wurde gelöst. Die Badminton-Asse aus Neumünster kämpften vor allem am Sonnabend bis zum letzten Blutstropfen, ehe der Tabellendritte 1. BV Mülheim in der 1. Bundesliga mit 4:3 besiegt war. Das waren am letzten Doppelspieltag die entscheidenden zwei Punkte auf dem Weg in die Relegation. Die Hoffnung auf ein weiteres Jahr in der Beletage lebt. Am Sonntag gab es ein 0:7 beim 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim, das nicht mehr weh tun sollte.

„Das ist einfach nur der Wahnsinn“, rang Wittorfs Team-Manager Ralf Treptau nach Worten. Die hohe Niederlage war zu verschmerzen, weil der SV Fun-Ball Dortelweil nach einem 3:4 beim 1. BC Wipperfeld in eigener Halle am Sonntag mit 1:6 gegen Union Lüdinghausen unterlag und absteigen muss. Zuvor lieferten sich Wittorfer und Dortelweil zwei atemberaubende Fernduelle. Die Zugriffszahlen brachten den Live-Ticker im Internet mehrfach zum Erliegen und die Fans daheim um Sinn und Verstand.

Auf dem Court in Mülheim war es noch dramatischer. Gregory Mairs/Vitaly Durkin lagen im dritten Satz mit 10:11 zurück, als Mairs seinen Partner mit dem Racket voll im Gesicht traf. Ein tiefer Cut an der Augenbraue war die Folge. Der Schläger war geborsten, Blut lief übers Gesicht von Durkin. „Ich gebe auf keinen Fall auf“, meinte der Russe und ließ seine Blutung mit ganz viel Eis in Kürze stillen. Ganz viel Adrenalin wurde frei. Durkin machte mit Mairs jetzt kurzen Prozess, ehe er sich mit Treptau ins Krankenhaus begab. Weil Lucas Bednorsch und Bjarne Geiss ebenfalls in vier Sätzen gewannen, führten die Gäste mit 2:1. Nach der Fünf-Satz-Niederlage von Stine Küspert sorgte Rafal Hawel für den so wichtigen dritten Zähler der Neumünsteraner. Vor dem Abschluss-Mixed von Mairs und Victoria Williams stand es 3:3. Die Briten sagten dem „Bexit“ (Badminton-Exit) den Kampf an und gewannen mit 3:0. Blau-Weiß gab die Rote Laterne ab.

Vor dem Schlussspieltag konnte Wittorf in Saarbrücken verlieren, wenn Dortelweil gegen Lüdinghausen keinen Punkt erreichen würde. Wieder brachten unzählige Fans den Live-Ticker einige Male zum Zusammenbruch. Beim SV Fun-Ball Dortelweil ging es parallel sehr eng zu, sodass sich Wittorf zu keiner Phase sicher sein durfte. Hitchcock-Qualität erreichte Hawels Match. Als das Gesamtduell beim 0:3 auf des Messers Schneide stand, wehrte der Pole sieben Matchbälle ab, aber zwei eigene reichten nicht zum Sieg. Der Entscheidungspunkt im fünften Satz ging beim 14:15 an Dieter Domke. Niederlagen von Küspert und Mairs/Williams gerieten zur Nebensache. Am Ende glühten die Handys, während Bednorsch tapfer, aber vergeblich um den Ehrenpunkt kämpfte.

1. BV Mülheim – Blau-Weiß Wittorf 3:4 – Damendoppel (DD): Goliszewski/Käpplein – Küspert/Williams 11:4, 8:11, 11:7, 11:6; 1. Herrendoppel (HD): Roovers/Karunaratne – Mairs/Durkin 6:11, 11:9, 12:14, 9:11; 2. HD: Wolfenden/Rathke – Bednorsch/Geiss 11:4, 6:11, 11:13, 11:13; Dameneinzel (DE): Mahulette – Küspert 9:11, 11:8, 11:8, 4:11, 11:6; 2. Herreneinzel (HE): Karunaratne – Hawel 7:11, 11:9, 6:11, 9:11; 1. HE: Roovers – Bednorsch 11:3, 11:5, 11:7; Mixed (MX): Wolfenden/Goliszewski – Mairs/Williams 8:11, 8:11, 7:11.

1. BC Saarbrücken-Bischmisheim – Blau-Weiß Wittorf 7:0 – 1. HD: Seidel/Fuchs – Mairs/Geiss 11:7, 11:7, 12:10; DD: Herttrich/Roj – Küspert/Williams 11:8, 11:8, 11:2; 2. HD: Käsbauer/Jille – Bednorsch/Durkin 9:11, 11:5, 11:4, 11:9; 2. HE: Domke – Hawel 14:12, 7:11, 11:6, 6:11, 15:14; DE: Heim – Küspert 11:9, 8:11, 11:7, 11:6; MX: Seidel/Herttrich – Mairs/Williams 11:7, 11:8, 11:8; 1. HE: Wraber – Bednorsch 11:13, 11:5, 14:12, 11:5.

Nächste Wittorf-Gegner (Erstliga-Relegation in München): TSV Neuhausen-Nymphenburg und voraussichtlich SG Schorndorf (A/Sonnabend, 13. April, und Sonntag, 14. April/Reihenfolge und Uhrzeit sind noch offen).


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