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Fussball-Regionalliga Nord : „Der Schiedsrichter hat die Niederlage eingeleitet“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Referee zieht sich den Zorn des VfR zu. Selbst Havelses Trainer Benbennek räumt ein: „Unser Spieler hat Neumünsters Nagel klar gecheckt“.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 15:00 Uhr

Diese Prognose sollte gestern Nachmittag der Satz des Tages im VfR-Stadion werden: „Irgendwie werden wir auch dieses Spiel wieder gewinnen, weil unsere Gegner nie Glück haben.“ Als sich die bereits in Halbzeit eins im Kollektiv aufwärmenden Ersatzspieler des TSV Havelse auf einen Einsatz vorbereiteten, wagte der später in die Partie gekommene Kevin Kalinowski diese Prophezeiung. Und der gute Mann sollte Recht behalten. Denn dass Havelse in einem typischen 0:0-Spiel drei Punkte auf die Rückreise mitnahm, war nicht wirklich verdient.

„Schön, dass meine Spieler so positiv gestimmt sind“, meinte Gästecoach Christian Benbennek, als er auf die Worte Kalinowskis angesprochen wurde. Der Trainer des neuen Tabellendritten sah „ein glückliches Ende für uns“ und war überdies so fair, die alles entscheidende Situation der Partie richtig einzuordnen. „Kurz vor dem Tor hat unser Spieler Denis Kina Neumünsters Kapitän Patrick Nagel klar gecheckt. Das hätte ein Freistoß für den VfR sein müssen“, räumte er ein. Für Rasensport kam es kurz darauf knüppeldick. Siim Tenno sah beim nun folgenden Havelser Angriff wegen eines Fouls seine fünfte Gelbe Karte – der Este muss somit im Derby beim VfB Lübeck zuschauen –, auf den daraus resultierenden Freistoß folgten eine Ecke für Havelse und schließlich das goldene Tor. „Es passte zum Spiel, dass der Treffer nach einem Gestocher fiel“, sagte Benbennek und konnte sich eine Anmerkung zu den in der Tat schlechten Platzverhältnissen an der Geerdtsstraße nicht verkneifen: „Auf diesem Geläuf war kein gutes Spiel möglich. Man merkt, dass auch in der Regionalliga der Herbst eingekehrt ist – jedenfalls bei den Vereinen, die nicht unter professionellen Bedingungen arbeiten.“ Und auch der schwache Unparteiische Lukas Benen bekam Benbenneks Fett weg: „Unsere Spielklasse ist eine Ausprobierliga für Schiedsrichter, ob sie gut genug sind für einen Sprung nach oben oder nicht.“

Zu derlei Schelte holte auch VfR-Coach Uwe Erkenbrecher aus. „Der Schiedsrichter hat unsere Niederlage eingeleitet. Erschwerend kommt für uns die aus der entscheidenden Szene resultierende fünfte Gelbe Karte für Tenno hinzu. Weder diese noch das Gegentor hätte es gegeben, wenn der Unparteiische den fälligen Freistoß gepfiffen hätte“, kommentierte der 59-Jährige vergrätzt. Seiner eigenen Mannschaft machte er keinen Vorwurf. „Denn sie hat alle taktischen Vorgaben gut umgesetzt und stabil agiert. Nur haben wir das Glück zurzeit nicht gepachtet.“

Bei Rasensport war somit nur das Comeback von Angreifer Michél Harrer ein Grund zur Freude. „Er hat uns gut getan“, urteilte Erkenbrecher und dürfte der erste Trainer in der fast 105-jährigen VfR-Clubhistorie gewesen sein, der einem Rasensport-Akteur (in dem Fall Harrer) „die Fähigkeit, peripher sehen zu können“ attestierte.

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