Fussball-Kreisliga Neumünster : Der Bruder schubst, der Schiri pfeift – Gut Heil mächtig in Rage

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Beim Spiel zwischen Torpedo und GHN will Referee Ömer Uzun in der Nachspielzeit ein Foul an seinem Bruder Yakup gesehen haben.

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19. November 2013, 16:00 Uhr

Torpedos Trainer Thomas Michalowski konnte die Aufregung aufseiten seines Fußball-Kreisligakonkurrenten SC Gut Heil nach dem zweifelhaften Elfmeterpfiff gut nachvollziehen und lobte das besonnene Verhalten der „Rothosen“ auf dem Platz. GHN-Obmann Dennis Keyser war aber dennoch mächtig in Rage: „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Es kann doch nicht sein, dass der eine Bruder den anderen pfeift. Da ist eine gewisse Befangenheit unvermeidbar.“ Das Geschehen rund um die strittige Szene beschrieb der 39-Jährige folgendermaßen: „Es gab einen Freistoß für den Gegner aus dem Halbfeld. Torpedos Yakup Uzun war noch vor der Ausführung die ganze Zeit bei unserem Spieler Cüneyt Ergel und hat ihn geschubst. Patryk Babiak hat den Schiedsrichter darauf aufmerksam gemacht, dieser hat aber nichts dagegen unternommen. Als der Freistoß schließlich zwei Meter über unser Tor geflogen war, pfiff Referee Ömer Uzun plötzlich, obwohl da nichts war, Yakup Uzun niemals an den Ball hätte kommen können und noch nicht einmal hingefallen war.“

Dass der Strafstoßpfiff eine Tatsachenentscheidung ist, weiß auch Keyser. Daher stützt er seinen geplanten Protest auf zwei Regelverstöße, die sich seiner Meinung nach ereignet haben. So habe es Ömer Uzun den Gut-Heilern offenbar nicht gestattet, den Torhüter ein zweites Mal mit einem Feldspieler zu wechseln, sodass der zu dieser Zeit in der GHN-Kiste befindliche Carsten Rohlf eine Verletzung als Wechselgrund angeben und das Spielfeld verlassen musste, ehe sich Startelf-Keeper Babiak die Handschuhe erneut überziehen durfte – Gut Heil beendete die Partie also mit nur zehn Mann. Zudem habe der Spielleiter den Platz ohne Sportlergruß verlassen. Letzteres ist laut dem Vorsitzenden des Schiedsrichterausschusses im Kreisfußballverband Neumünster, Hubert Kessler, kein Regelverstoß, jedoch bestätigte er: „Man kann den Torwart mehrmals mit einem Feldspieler wechseln, insofern eine gewisse Spielruhe herrscht und der Schiedsrichter informiert wird.“ Die Kritik an der Schiedsrichteransetzung wies Kessler allerdings von sich: „Es interessiert mich doch nicht, ob da irgendjemand verwandt ist. Worauf sollen wir denn noch achten? Solche strittigen Szenen passieren doch zehn Mal pro Spiel. Wir werden nichts an derlei Ansetzungen ändern.“

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