zur Navigation springen

Pferdesport : „Das Turnier hat einfach Kultstatus“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viele Reiter schwärmen von den VR Classics in den Holstenhallen. Hongkong? Rolf-Göran Bengtsson gibt lieber Neumünster den Vorzug.

Der Countdown läuft: In zwei Tagen hebt sich der Vorhang für das 65. internationale Reitturnier VR Classics in den Holstenhallen von Neumünster. Die Frage, wer mit welchen Pferden an den Start geht, ist dabei nicht restlos im Vorwege geklärt.

Carsten-Otto Nagel etwa, zweimaliger Derbysieger und 2003 Sieger im Großen Preis der Volksbanken und Raiffeisenbanken, treibt die Frage noch um. „Ich muss da noch mal gründlich nachdenken“, sagt der Mannschafts-Weltmeister von 2010. Er weiß: Neumünsters internationales Turnier ist nichts für sehr unerfahrene Pferde, denn in den Weltranglistenprüfungen wird es hoch und schwierig.

Für den Schweden Rolf-Göran Bengtsson steht indes fest, das Casall Ask und Clarimo ihre Pause benötigen, dafür aber qualitativ gute Pferde wie der Heartbreaker-Nachkomme Oak Groven’s Heartfelt mal ihre Reife unter internationalen Bedingungen zeigen sollten. Der Weltranglistenachte hatte auch eine Einladung zum internationalen Turnier in Hongkong, gab aber den VR Classics in Neumünster den Vorzug, „weil das Turnier gut und wichtig für das Land und Hongkong so weit weg ist“.

Der Titelverteidiger des Großen Preises erhielt erst gestern die Starterlaubnis – und zwar von seinen Ärzten. „Die haben mir gesagt, ich könne jetzt wieder runterfallen“, scherzt Holger Wulschner aus Groß Viegeln, der an den Folgen eines Sturzes im November mit Haarrissen im Beckenknochen laboriert hatte. „Ich habe mit Cha Cha Cha und Skipper geplant“, verrät Wulschner, der offenkundig tipp-topp vorbereitet ist. Der 51-Jährige, der 2009 und 2014 das Hauptereignis des Turniers gewann, freut sich auf Neumünster. „Ich finde es immer gigantisch, wen man da alles trifft und wie die Stimmung ist“, schwärmt Wulschner. „Da fallen mir jedes Mal die vielen Pferdezüchter ein, die auf der Tribüne sitzen und fachsimpeln. Alle haben – natürlich – Superkracher im Stall. Das Turnier hat einfach einen Kultstatus.“

Jener wird von Generation zu Generation weitergegeben, nicht nur bei den Zuschauern, die zum Teil seit Jahrzehnten immer wieder nach Neumünster kommen. Fabienne Lütkemeier, 25 Jahre alte Mannschaftswelt- und Europameisterin Dressur, erlebt die VR Classics ähnlich wie die Springreiter. „Früher war ich für Mama als Hilfe mit, jetzt reite ich dort selbst. Und das ist schon ganz speziell in der Holstenhalle und eine ganz tolle Stimmung.“ Mama, das ist im Übrigen Gina Capellmann-Lütkemeier aus Paderborn, die bereits Weltcup-Küren in Neumünster geritten hat. Inzwischen ist die ganze Familie dort im Einsatz. Fabiennes Tante Nadine Capellmann (Würselen) ist ebenfalls auf Weltcup-Tour in den Holstenhallen.

Janne Friederike Meyer, Hamburgs Topamazone im Springsattel, hat – ähnlich wie Carsten-Otto Nagel – noch keinen ganz genau ausgetüftelten Pferdeplan: „Sicher ist, dass ich Charlotta und Goya mitbringe. Goya soll zum ersten Mal international in Neumünster gehen.“ Für die internationalen Nachwuchspferdeprüfungen mit dem sh:z-Finale am kommenden Sonntag (13.20 Uhr) plant die gebürtige Schleswig-Holsteinerin mit Chloe. „Das Pferd ist acht Jahre alt und hat Holsteiner Blut in den Adern. Ich erhoffe mir doch viel von ihr“, verrät Meyer. Und dann? „Mal sehen“, sagt die Reiterin. Neumünster ist für sie ein Heimspiel: „Fachkundiges Publikum, Familie und Freunde, Holsteiner Pferde und eine große Ausstellung, wo man sich gut zum Klönen treffen kann.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen