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Reitsport : „Damals war ich aufgeregt“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Thomas Voß ist bis heute der letzte Holsteiner, der den Großen Preis von Neumünster gewann. Mit 15 Jahren fing alles an.

VR Classics, das ist laut Springreiter Christian Hess (Boostedt) das Wochenende, an dem auch Nicht-Reiter in die Holstenhallen streben, um „Pferde zu begucken“ (O-Ton). Der deutsche Vizemeister bringt damit ein Phänomen auf den Punkt: Es gibt viele schöne Turnier im Land, aber das in den Holstenhallen vom 16. bis zum 19. Februar hat eine Sonderstellung. „Ich habe Bekannte, die wirklich nicht viel mit Pferdesport zu tun haben, aber zu diesem Turnier gehen die“, verrät Hess, „woanders würden die nicht hinfahren, nur eben einmal im Jahr zu den VR Classics.“

Vom kommenden Donnerstag bis zum Sonntag darauf verwandeln sich die Holstenhallen in eine Art Reitsportmekka mit internationalen Springprüfungen wie dem Großen Preis der Volksbanken und Raiffeisenbanken, mit dem FEI World Cup Dressur, aber auch dem Show-Wettbewerb der Reit- und Fahrvereine oder der Hallen-Vielseitigkeit. Seit über 65 Jahren gibt es das Turnier. Es ist etabliert, ja geradezu verankert im Bewusstsein der Schleswig-Holsteiner. Das ist ein Grund mehr, aus dem sich Thomas Voß aus Schülp geärgert hatte, musste doch ausgerechnet er als einer der renommierten Lokalmatadoren am vergangenen Wochenende in die Qualifikation, um sich einen internationalen Startplatz zu sichern – was ihm dann ja auch gelang. Immerhin ist der 58-jährige Nationenpreisreiter der letzte „einheimische“ Sieger des Großen Preises. Das ist zehn Jahre her. Aber wie immer gilt die Regel: Es hängt vom Pferd ab – ein Topreiter ohne absolutes Toppferd hat nicht so große Auswahl bei den Startplätzen. Mit 15 Jahren durfte Voß erstmals in den Holstenhallen starten. „Das war eine Ehre, und ich war damals auch aufgeregt“, erinnert sich Voß an die Premiere. Turnierleiter August-Christian Horn hatte dem Jungspund seinerzeit die Startgenehmigung erteilt. Seither ist Voß mehr oder minder regelmäßig bei den VR Classics gestartet.

Bei Hess ist das bei weitem nicht so lange her. Der gebürtige Westfale ist seit seiner Zeit beim Holsteiner Warmblutzuchtverband in Schleswig-Holstein zu Hause. Inzwischen ist er selbstständig in Radesforde. „Ich fühle mich in den Holstenhallen daheim“, sagt der Warendorfer unumwunden. „Das Publikum und die Atmosphäre sind einmalig.“ Da störe es auch nicht, dass viele Interessen ins Turnier eingebunden werden müssen. Hess erklärt: „Letzten Endes nimmt man als Veranstalter und als Reiter in Kauf, dass der Spagat zwischen Hochleistungssport, Nachwuchsförderung und Show gelingen muss. In Neumünster wird Topsport mit Regionalität kombiniert. Das hat auch einen sozialen Aspekt, weil es Menschen unterschiedlicher Generationen und mit unterschiedlichen Interessen verbindet.“ Gut gewappnet ist Hess übrigens für die neueste Turnierauflage. Vier Pferde sollen in der Holstenhalle I antreten, darunter auch der junge Verbandshengst Casalito, mit dem er bereits beim Landeschampionat geglänzt hatte.

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