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Fussball-Regionalliga Nord : „Beim VfR wird es grundsätzlich keine Auflaufgarantie geben“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Traditionsclub von der Schwale nimmt in Person seines 2. Vorsitzenden Gerd Grümmer zum Abgang von Patrick Christophersen Stellung.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 15:00 Uhr

Der spektakuläre Abgang von Patrick Christophersen beim Fußball-Regionalligisten VfR Neumünster schlägt weiter hohe Wellen. Zur Erinnerung: Der Ende Februar aus beruflichen Gründen nach Berlin übergesiedelte Christophersen, zuletzt dienstältester und erfahrenster Kicker bei Rasensport, hatte am 13. April vor dem Anstoß der Partie gegen den BV Cloppenburg (1:2) seine Tasche genommen und war kommentarlos abgereist, nachdem er von Trainer Uwe Erkenbrecher erfahren hatte, dass er „nur“ als erster Einwechselspieler berücksichtigt würde. Mittlerweile verlangt Christophersen („Ich bin nicht der Hampelmann.“) eine Vertragsauflösung (wir berichteten). Den Courier erreichte gestern eine offizielle, vom 2. Vereinsvorsitzenden Gerd Grümmer unterzeichnete Stellungnahme zum Abschied des 25-Jährigen, die unsere Zeitung nachstehend veröffentlicht:

„1. Zu begrüßen ist, dass der Spieler Christophersen den Begriff ,Hampelmann’ selbst ins Spiel gebracht hat.

2. Alle Spieler beim VfR Neumünster haben Verträge, deren Einhaltung beide Vertragspartner zu erfüllen haben.

3. Wenn bislang der VfR eine Bitte an einen Spieler herangetragen hat, sind seitens derer zu 100 Prozent die Einhaltung der Abmachungen eingefordert worden.

4. Wenn sich für Spieler eine neue Lebenssituation einstellt, sieht die Welt erfahrungsgemäß natürlich ganz anders aus: Der Verein möge doch bitte den Wünschen, nicht den Vertragsinhalten nachkommen.

5. In vier Fällen sind wir diese Saison auf solche Momente gestoßen. Auf zwei will ich eingehen: a. Hannes Schäfke bat um Auflösung seines Vertrages, da sich ihm eine tolle berufliche Chance bot. Zu diesem Zeitpunkt der Saison und unter der Berücksichtigung seines Charakters sowie rund 100 Einsätzen für den VfR haben wir, wenn auch schweren Herzens, zugestimmt, um seinen beruflichen Werdegang nicht zu blockieren. b. Im Fall Patrick Christophersen verhielt es sich seinerzeit ähnlich. Auf Grund der Verletztenmisere in unserem Kader fanden wir eine Lösung, um ihm behilflich zu sein. Inhaltlich wurde unter anderem abgemacht, dass er möglichst donnerstags spät nachmittags/abends anreist, um dann mindestens zwei bis drei Mal mit der Mannschaft zu trainieren. Ich muss an dieser Stelle nicht erwähnen, dass von Christophersens Seite kein Hinweis auf Reduzierung der Bezüge – bei bekanntlich nur noch hälftiger Vertragserfüllung – kam. Ganz im Gegenteil und im Gegensatz zu den im Artikel vom Holsteinischen Courier am 16. April veröffentlichten Aussagen Christophersens, haben die Verantwortlichen des Vereins ihm sehr wohl Geld zum Erwerb der für ihn, nicht für den Verein erforderlichen Fahrkarten gegeben. Das war zuletzt am 13. April der Fall. Da wir diese Dinge selbstverständlich nachweisen können, bleibt es jedem überlassen, sich sein Urteil über handelnde Personen zu bilden. Nun hatte sich zwischenzeitlich mit Uwe Erkenbrecher eine neue Trainerbesetzung beim VfR ergeben. Dieser lernte Christophersen wie folgt kennen: Zum Spiel in Rehden kam er gar nicht, vor dem Spiel gegen Cloppenburg nahm er sonnabends beim Abschlusstraining teil.

6. Auch in Zukunft wird es beim VfR grundsätzlich keine Auflaufgarantie geben.

7. Das Verhalten von Patrick Christophersen ist deshalb nicht nachvollziehbar, da er weder dem Trainer noch irgendeinem Mitglied aus dem Vorstand damit ,etwas bewiesen’ hat. Aber seine Mannschaftskameraden, mit denen er teilweise seit Jahren zusammenspielt, hat er durch sein Verhalten sehr getroffen und verunsichert, was ihnen im Spiel gegen Cloppenburg auch anzumerken war. Und zu den arbeitsrechtlichen Ausführungen im Courier-Artikel kann man dem jungen Mann nur dringlich anraten, auf den Verein zuzugehen, um nicht noch weiteren Flurschaden zu begehen. Wie heißt es so schön: Verträge macht man, um sich zu vertragen!“

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