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Wassersport : Antreten zum Abtakeln: Surfer streichen die Segel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Windsurfing Club Neumünster löst sich am Jahresende auf. Die Mitgliederzahlen sinken rapide.

Mit Alexander Neubert ist zwar ein Windsurfer amtierender Sportler des Jahres in Neumünster, aber am Einfelder See geht die Ära dieser Sportart zu Ende: Der Windsurfing Club löst sich zum Jahresende auf. Das hat die Mitgliederversammlung im Januar beschlossen.

Gründe für diese Entscheidung sind der drastische Rückgang der Mitgliederzahlen und die ungünstige Altersstruktur des Clubs. „Fast alle Mitglieder haben ihre Surfaktivitäten eingestellt. Unser Sport spielt am Einfelder See kaum noch eine Rolle“, erklärt Dieter Straube, lange Jahre 1. Vorsitzender des Vereins. Kitesurfen sei heute angesagt, „aber dafür ist unser Revier nicht geeignet. Außerdem gibt es keinen Nachwuchs mehr, der sich in die Vereinsarbeit einbinden lässt“, ergänzt Gerd Köhncke, seit 31 Jahren Kassenwart und der Einzige im Vorstand, der Windsurfen noch aktiv betreibt.

Nur noch 29 Mitglieder zählt der Verein. Dabei waren es in den 1980er-Jahren einmal über 180 gewesen. Damals galt der Einfelder See als regelrechte Surfer- Hochburg. Nicht nur Einheimische tummelten sich auf dem Wasser, vor allem Sportler aus Hamburg und Umgebung bevorzugten das nahe gelegene und gut erreichbare Gewässer. „Die fielen regelrecht bei uns ein“, beschreibt der 2. Vorsitzende Julius Henniges das damalige Chaos, das zwangsläufig zu erheblichen Problemen führte. Zugeparkte Straßen, massive Störung der Badegäste und anderer Wassersportler oder auch Schädigungen der Uferzone erzeugten erheblichen Unmut bei den Betroffenen.

Da die Gefahr bestand, dass die Stadt Neumünster das Surfen auf dem See verbieten würde, machte es sich eine Gruppe einheimischer Surfer zur Aufgabe, ihren Sport auf dem Einfelder See in geordnete Bahnen zu lenken und gründete 1980 den Windsurfing Club Neumünster. Nach zähen Verhandlungen mit der Stadt wurde dem Verein das Gelände „Zwei Brücken“ am Südende des Sees verpachtet, er musste es aber der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich machen. Groß sei die Unterstützung des Sportamtes, der benachbarten Wassersportvereine und der organisierten Angler gewesen. „Wir konnten zu den Vereinen vorwiegend freundschaftliche Beziehungen aufbauen“, beschreibt Dieter Straube die Situation während der Gründungszeit. „Nur vom Stadtgartenamt unter der damaligen Leitung von Emil Beierbach wehte uns stets ein heftiger Gegenwind ins Gesicht.“

Mit der Zeit entwickelte sich ein reges Vereinsleben. Neumünsters organisierte Surfer nahmen an zahlreichen Wettkämpfen und Meisterschaften teil, organisierten eigene Regatten, unternahmen gemeinsame Fahrten an die Ostsee und den Ringkøbing Fjord in Dänemark, spielten im Winter Squash. Und es gab zwangsläufig sportliche Erfolge. Windsurfer aus der Schwalestadt erzielten mehrfach gute Platzierungen bei nationalen Meisterschaften. Höhepunkt war ohne Zweifel der erste Platz von Matthias Regber bei den deutschen Meisterschaften 1994 im Speedsurfen. Regber wurde im gleichen Jahr auch zu Neumünsters Sportler des Jahres gewählt. Das alles ist Geschichte. Denn gerade wurde in aller Stille das Vereinsschild am Einfelder See abgebaut.

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