Fussball-Regionalliga Nord : Anschlusstor des VfR kommt zu spät

Keine Chance für Ermir Zekjiri (links) vom VfR Neumünster: Norderstedts Jan-Henrik Kaetow schirmt den Ball ab und klärt diese brenzlige Situation für sein Team.
Keine Chance für Ermir Zekjiri (links) vom VfR Neumünster: Norderstedts Jan-Henrik Kaetow schirmt den Ball ab und klärt diese brenzlige Situation für sein Team.

Die Neumünsteraner verlieren das offizielle Saisoneröffnungsspiel vor 1109 Zuschauern bei Eintracht Norderstedt mit 1:2.

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26. Juli 2014, 08:00 Uhr

Der VfR Neumünster hat den Start in die neue Fußball-Regionalligasaison in den Sand gesetzt. Rasensport verlor gestern Abend das offizielle Eröffnungsspiel der Nord-Staffel vor 1109 Zuschauern beim Vorjahreszehnten FC Eintracht Norderstedt mit 1:2 (0:1).

VfR-Trainer Uwe Erkenbrecher setzte – trotz seines runderneuerten Kaders – auf bewährte Kräfte und ein 4-2-3-1. Immerhin sieben Akteure, die auch schon in der Vorsaison Lila-Weiß getragen hatten, standen gestern in der Startelf. Von den zehn „Neuen“ waren dort die beiden Esten Reio Laabus und Siim Tenno sowie Torhüter Ole Springer und der erst zwei Tage vor dem Spiel unter Vertrag genommene Nils Winter vertreten. Aufseiten der Hausherren, die ebenfalls im 4-2-3-1 agierten, lief mit Marco Schultz ein Ex-Neumünsteraner von Beginn an auf.

Jener Schultz war es dann auch, der nach 60 Sekunden die erste Chance besaß, nachdem Springer eine Flanke nicht unter Kontrolle gebracht hatte. Doch der 22-Jährige setzte die Kugel aus der Drehung am Gästegehäuse vorbei. Rasensport war keineswegs geschockt, antwortete mit einem butterweichen Winter-Freistoß, der auf dem Kopf von Bodo Bönigk landete. Doch auch der Innenverteidiger des VfR brachte den Ball nicht aufs Tor (3.). In der Folge erwies sich die diszipliniert agierende VfR-Defensive geordnet und aggressiv. Norderstedt fiel spielerisch nicht viel ein, sodass es bei den Kontern der „Veilchen“ eher nach einem Tor roch – besonders in Minute 26, als der Ball nach einer schönen Kombination über Kevin Ingreso, Kevin Zschimmer und Kapitän Patrick Nagel im Eintracht-Strafraum landete, wo Jan-Henrik Kaetow auf grenzwertige, weil rustikale Art und Weise im Duell mit dem einschussbereiten Christopher Kramer klärte. Nachdem Winter beinahe die Platzherren zum 1:0 eingeladen hätte, seinen Fauxpas in Form eines zu ungenauen Rückpasses auf Springer aber selbst wettmachte (33.), zeigte sich die Klasse von Norderstedts Neuzugang Sinisa Veselinovic. Nach einer Schultz-Flanke klärte Gästeverteidiger Bönigk nicht wirklich, auch Ingreso verlor kurzzeitig die Orientierung. Der vom West-Regionalligisten Sportfreunde Siegen gekommene Veselinovic tanzte daraufhin Jakob Olthoff aus und traf aus zehn Metern ins kurze Eck – das war das 1:0 für die Eintracht (34.).

Nach der Pause begann der VfR verheißungsvoll. Gleich zwei Mal sorgte Kramer für Gefahr: Nach einem schönen Ingreso-Steilpass fand der 24-Jährige aus 16 Metern in Johannes Höcker seinen Meister (47./der Eintracht-Keeper wehrte zum ersten Eckball des Spiels ab), ehe Kramer aus 15 Metern zu hoch zielte (55.). 180 Sekunden später hätte es beinahe auf der Gegenseite geklingelt. Springer parierte gegen Deran Toksöz, Veselinovic stand zum Abstauber bereit – doch Bönigk rettete einen Meter vor der eigenen Torlinie.

Beide Mannschaften entwickelten gestern kaum einmal Spielkultur, sodass die Besucher einen eher mäßigen Auftakt geboten bekamen. Norderstedts Björn Nadler scheiterte im Doppelpack (65./drüber, 72./Parade Springer), bevor dann aber ein Sahnestück für die Entscheidung zu Gunsten der Eintracht sorgte: Nach einem Bilderbuchkonter über Toksöz und Nadler markierte der kurz zuvor eingewechselte Jan Lüneburg aus drei Metern mit seinem ersten Ballkontakt das 2:0 (80.). Es war deswegen verdient, weil Rasensport viel zu wenig Strafraumpräsenz zeigte. Gleichwohl hofften die rund 50 mitgereisten Gästeanhänger unmittelbar vor dem zweiten Tor auf den Ausgleich, doch nach einer flachen Hereingabe von Abdel Abou-Khalil, die zwei Eintracht-Akteure passieren ließen, wurde Kramer abgeblockt (79.). Nur die berühmte Ergebniskosmetik war Kramers Anschlusstor, als der Ex-Kieler ein Solo mit einem nicht unhaltbar erscheinenden Schuss kurz vor dem Abpfiff mit dem Treffer zum 2:1-Endstand abschloss (90./+3).


FC Eintracht Norderstedt – VfR 2:1 (1:0)


FC Eintracht Norderstedt: Höcker - Browarczyk, Büchler, Kaetow, Kummerfeld - Koch, Toksöz (89. Lindener) - Schultz (73. Kunter), Meyer, Nadler - Veselinovic (78. Lüneburg).

VfR Neumünster: Springer - Winter, Bönigk, Olthoff, Nagel - Tenno, Ingreso - Zekjiri (74. Alioua), Laabus (60. Abou-Khalil), Zschimmer (46. Bento) - Kramer.

Beste Spieler: Toksöz, Nadler - Tenno, Nagel. – SR: Dr. Hussein (Bad Harzburg). – Zuschauer: 1109. – Tore: 1:0 Veselinovic (34.), 2:0 Lüneburg (80.), 2:1 Kramer (90./+3). – Gelbe Karten: Veselinovic (43., Unsportlichkeit/1.), Kummerfeld (77., Unsportlichkeit/1.) - Laabus (32., Foulspiel/1.) Winter (43., Unsportlichkeit/1.). – Spielwertung: ausreichend. – Nächster VfR-Gegner: VfB Oldenburg (H/Sonntag, 3. August, 14 Uhr).

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