Handball-Kreisoberligen Mitte : Angekündigte „Schlacht“ fällt aus

Mit einer energischen Abwehr sorgt Melanie Müller-Semrau (Wift III, links) in dieser Szene dafür dass WaBos Verena Schawohl die Kontrolle über das Spielgerät verliert. Franziska Schönhoff (Wift III) und Schawohls Teamkameradin Tina Bass (rechts) schauen zu.
Mit einer energischen Abwehr sorgt Melanie Müller-Semrau (Wift III, links) in dieser Szene dafür dass WaBos Verena Schawohl die Kontrolle über das Spielgerät verliert. Franziska Schönhoff (Wift III) und Schawohls Teamkameradin Tina Bass (rechts) schauen zu.

Die SG Bordesholm/Brügge II feiert bei harmlosen Gut-Heilern den vierten Sieg im vierten Spiel. Wifts zweite Frauenmannschaft bejubelt den ersten Saisonerfolg.

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06. November 2013, 15:00 Uhr

Für eine große Überraschung sorgten die Handballer des SC Gut Heil in der Kreisoberliga – und zwar für eine negative. Das mit Spannung erwartete Derby gegen die SG Bordesholm/Brügge II endete nämlich mit einer deutlichen 25:35-Niederlage für die Gut-Heiler, die nun mit 5:5 Punkten auf Rang 5 stehen. Die SGBB II hingegen feierte den vierten Erfolg in Serie und belegt mit 8:0 Punkten Platz 2. Spitzenreiter ist der MTV Herzhorn II (12:0), der sich mit 29:16 bei der HSG 91 Nortorf durchsetzte, die auf Rang 4 zu finden ist (5:5).

Die gleichklassigen Nortorfer Frauen zwangen derweil auswärts den TSV Kremperheide mit 21:14 in die Knie und grüßen mit 8:2 Punkten von Platz 2. Nach einer 17:20-Niederlage bei der SG Kollmar/Neuendorf nimmt der FC Torpedo (6:4) Rang 4 ein, gefolgt von der HSG WaBo (ebenfalls 6:4), die mit 33:9 beim Schlusslicht SG Wift III (0:8) ein leichtes Spiel hatte. Jubel über den ersten doppelten Punktgewinn gab es bei der SG Wift II, die nach dem 29:21 gegen die HSG Horst/Kiebitzreihe mit 3:7 Punkten auf Rang 9 zu finden ist. Weniger zum Feiern zumute war dem Landesligaabsteiger SV Tungendorf, der sich mit 14:24 beim MTV Herzhorn II geschlagen geben musste und auf Rang 7 nun 5:5 Punkte notiert hat.

Kreisoberliga Männer

SC Gut Heil – SG Bordesholm/Brügge II 25:35 (10:19). Die im Internet bei Facebook veröffentlichten Ankündigungen und Einladungen der SGBB II zur „Schlacht Teil I“ hatten so manchen Zuschauer in die KSV-Halle gelockt. Doch wer sich auf ein echtes Derby mit Spannung, Nickligkeiten und kämpferischen Aktionen gefreut hatte, wurde enttäuscht. Die Gut-Heiler hatten sich viel vorgenommen – offenbar zu viel. „Wir konnten nichts umsetzen. Wir waren nicht schnell genug, da war keine Gegenwehr und auch keine sportliche Aggressivität. Wir haben wie ausgeschaltet agiert“, zeigte sich GHN-Trainer Mark Stammler ratlos. Die SGBB II, auf genau diese von Stammler angesprochenen Tugenden eingestellt, legte los und zog bis zur 20. Minute auf 14:2 davon. „Wir waren auf einen richtigen Fight vorbereitet und völlig überrascht von dem, was dann los war“, erklärte SGBB II-Sprecher Hendrik Roßmann. GHN fand erst Mitte der zweiten Hälfte ins Spiel. Bis dahin hatten die Gäste jedoch schon dank des mangelhaften Abwehrverhaltens der Gut-Heiler aus allen Lagen das Tor getroffen, das Duell war längst entschieden.

SC Gut Heil (Tore in Klammern): Kandzora - Westphal (2), Velovic, Siese, Bock (2), Haupt (1), Daß (1), Neumann (3), Hinz (1), Hänfler (2), Fleischer (9), Tietgen (4), Krohn.

SG Bordesholm/Brügge II: Tewes, Möller - Komischke (3), Reese, Pohl (4), Mierau, Glumm (2), Roßmann (2), Scherwinski (2), Plagmann (3), Gabriel, Weh (4), Zittlau (13), Molzow (2).

HSG 91 Nortorf – MTV Herzhorn II 16:29 (6:14). Gegen den Tabellenführer hatten die Nortorfer keine Chance. Sowohl spielerisch als auch mental zeigten sich die Herzhorner sehr überlegen. Insbesondere nachdem sich die Aktiven des MTV an das Spiel ohne Wachsmittel (Backe) gewöhnt hatten. „Sie haben uns gezeigt, wer der Primus in der Klasse ist. Wir haben dazu auch noch schlecht gespielt und einige gute Chancen ausgelassen“, übermittelte Roland Schulze von der HSG 91 Nortorf. „Ab der 15. Minute hatten wir keine Chance mehr“, gab er zu und resümierte abschließend: „In diesem fairen Spiel hat Herzhorn meiner Meinung nach in der zweiten Halbzeit sogar noch einen Gang herausgenommen, sonst wäre es wohl noch bitterer für uns geworden.“

HSG 91 Nortorf: Staben, Schulze - Fahrenbach, Rumpf (4), Harbs (1), Klindt (1), Rohwer, Stühmer (4), Pohl (4), Jahnke (1), Rhode, Hanisch (1).

Kreisoberliga Frauen

TSV Kremperheide – HSG 91 Nortorf 14:21 (6:12). Die Nortorferinnen erwischten einen sehr guten Start (0:8/13.) und legten damit den Grundstein zum Sieg. Im zweiten Durchgang kam Kremperheide zwar noch einmal auf 11:15 (46.) heran, mehr ließen die Gäste aber nicht zu. „Unser Gegner kam nicht mehr wirklich zum Zug. Wir haben von unserem Vorsprung aus den ersten 15 Minuten gezehrt und das Spiel mit angezogener Handbremse nach Hause geschaukelt“, berichtete HSG-Trainer Jörg Clausen.

HSG 91 Nortorf (Tore in Klammern): Bruhn - Bajorat (2), Albrecht (4), Fischer, Ebbesen (4), Wittmaack (1), Clausen (2), Voss (1), Janssen (1), Wollny, Reese (6).

SG Kollmar/Neuendorf - FC Torpedo 20:17 (10:8). Das FC-Trainergespann Jochen Uhlemann/Mario Naumann zeigte sich von dieser Partie enttäuscht. Uhlemann musste auf Grund einer Sperre auf der Tribüne Platz nehmen und hilflos mit ansehen, wie sein Team nicht in Fahrt kam. „Unsere Abwehr hatte Blei in den Beinen, der Mittelblock war sehr enttäuschend. Und auf Grund der unkonzentrierten Abwehrarbeit fand dann auch das Angriffsspiel nicht statt“, kritisierte Uhlemann. Beim 1:6-Rückstand (20.) legte Naumann die Grüne Karte, und bis zur Pause wurde immerhin auf 8:10 verkürzt. In Hälfte zwei häuften sich die technischen Fehler, aber dennoch gelang es Torpedo in der 55. Minute, zum 17:17 auszugleichen. Zwei vergebene Chancen und die daraus resultierenden, erfolgreich verwandelten Tempogegenstöße der Einheimischen vernichteten jede Siegchance für die Neumünsteranerinnen. Und so hatte Jochen Uhlemann am Ende nur ein Lob für den Schiedsrichter übrig: „Stefan Vollstedt hat die Partie allein geleitet und eine super Arbeit gemacht.“

FC Torpedo: Kern - Böhmfeldt (3), M. Delfs (1), Petersen (3), Steffens (2), S. Delfs, Ohrt (3), Stoffers, K. Uhlemann (2), A. Uhlemann. Beucker (1), Ruzic (2), Holm.


MTV Herzhorn II – SV Tungendorf 24:14 (8:6). Einem guten Start und einer schnellen 3:0-Führung (5.) folgte ein totaler Einbruch der Tungendorferinnen. In der 19. Minute lautete der Zwischenstand 4:4, zur Pause 8:6 für die Gastgeberinnen. Im zweiten Abschnitt kam es für den SVT noch schlimmer, denn nun wurde die Deckungsarbeit komplett vernachlässigt. Beim 17:11 (43.) war das Spiel gelaufen. „Unser Prunkstück, die Abwehr, hat im Kollektiv nicht stattgefunden. Torfrau Maren Hornauf wurde zu oft im Stich gelassen. Die Art und Weise der Niederlage gibt einem schon zu denken“, sagte Gästecoach Mario Schlüter.

SV Tungendorf: Hornauf - Dose, Spethmann, Höche, Hildebrandt (2), Schwardt (9), Berndt (1), Müller, Riepen (1) Krebs (1), Berg.


SG Wift II – HSG Horst/Kiebitzreihe 29:21 (13:11). Frühzeitig nahm Wifts Reserve den Kampf an und erarbeitete sich so eine 10:5-Führung in der 20. Minute. „Am Ende der ersten und Anfang der zweiten Halbzeit hatten wir dann einen kleinen Einbruch, der sogar dafür sorgte, dass die HSG in der 33. Minute den Ausgleich zum 13:13 schaffte“, meldete Wift II-Sprecherin Natascha Duske. Ihr Team mobilisierte in der Folge noch einmal alle Kräfte und entdeckte einen Mix aus konsequenter Defensivarbeit und Tempospiel als Erfolgsrezept. Ihren Anteil am Sieg hatten auch die U 21-Leihgaben der ersten Mannschaft, Luisa Marie Wendt, Katja Lietzau und Alexandra Beckmann, sowie die A-Jugendliche Wiebke Kathrin Mundt.

SG Wittorf/FTN II: Duske - Lietzau (5), Behrend (5), Gosch, Mundt (7), Beckmann (5), Reher, J. Wendt (2), Looft (1), Hänfler (1), Küster,(1), L. Wendt, Möller (2).

SG Wittorf/FTN III – HSG WaBo 2011 9:33 (5:15). Trotz der deutlichen Niederlage sprach Wift III-Trainer Harald Sucura von einer erheblichen Leistungssteigerung. „Im Vergleich zum Spiel davor (5:36 in Nortorf, Anm. d. Red.) war die Laufbereitschaft vorhanden, und auch die Einstellung stimmte“, erklärte er. Bei WaBo bekamen auch die jüngeren Spielerinnen ausreichend Anteile, während die Wittorferinnen sich alle Mühe gaben. „In der zweiten Hälfte hatte meine Mannschaft kaum noch Kräfte. Daher ist das Ergebnis entsprechend hoch ausgefallen“, fasste Sucura zusammen. WaBo-Trainer Roland Knöchel war mit dem Geschehen zufrieden, gab jedoch auch zu, dass bei konsequenterer Nutzung der Chancen das Ergebnis weitaus höher ausgefallen wäre. „Dann wären wir bei 50 Toren gelandet. Aber so haben wir einiges ausprobiert, das war auch okay“, gab Knöchel zu Protokoll.

SG Wift III: Ibs - Dencker (2), Bromm, Schulz, Müller-Semrau (1), Langmaack (2), Rasch (2), Schönhoff (2), Jensen, Baumann, Hartmann.

HSG WaBo: Fröde - Schultz (8/davon 5 Siebenmeter), Witten (3), Dallmeyer , V. Schawohl (3), M, Henningsen (3), Heisch, Baer (1), Harder (4), S. Henningsen (3), Könnecke (1), Bass (4), Dräger (3).

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