Fussball-Oberliga : „Alter“ VfR fühlt sich belogen und betrogen

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Die vorherige Mannschaft attackiert in einem offenen Brief den 2. Vorsitzenden Gerd Grümmer.

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21. Februar 2018, 21:45 Uhr

In einem offenen Brief äußerte sich heute die „alte“ Fußball-Oberligamannschaft des VfR zu den jüngsten Turbulenzen im Verein und schilderte ihre Sicht der Dinge. „Als Vereinsmitglieder sind wir belogen und betrogen worden“, heißt es dort. Besonders der 2. Vorsitzende Gerd Grümmer wird ins Kreuzfeuer genommen. Per Smartphones wurden Mitschnitte von Gesprächen zwischen ihm und der Mannschaft gefertigt, um den Sachverhalt dokumentieren beziehungsweise beweisen zu können. Diese Mitschnitte liegen dem Courier vor. Sinngemäß heißt es im Schreiben der Mannschaft: „Enttäuscht sind wir darüber, dass Grümmer keine seiner Versprechungen eingehalten hat. Er werde uns keine Steine in den Weg legen, dann aber sollten wir 450 Euro ,Ablöse’ selbst zahlen und dazu noch auf zwei Gehälter verzichten, um aus den Verträgen zu kommen. Auch hat uns Grümmer gesagt, der Vereine müsse Insolvenz anmelden, könne den Amtsgerichtstermin noch auf Freitag (26. Januar, Anm. d. Red.) schieben, damit wir aus unseren Verträgen kommen. Doch auch vier Wochen danach ist nichts passiert. Es wurde massiv zeitlicher Druck aufgebaut, woraufhin wir auf alles verzichtet haben, um dem Verein Sorgen zu nehmen, und dann passiert nichts. Es scheint, als wurden wir über den Tisch gezogen. Ferner berichtete Grümmer davon, er dürfe keine zusätzlichen Ausgaben tätigen. Dann aber werden Spieler aus Bremerhaven und Uphusen geholt, die sicher nicht für’n Appel und ’n Ei spielen und zudem noch Wohnungen benötigen.

Grümmer sagte des Weiteren, morgen könnte der Verein schon nicht mehr existieren. Doch einen Abend vor der Transfer-Deadline am 31. Januar wurden urplötzlich zehn Spieler des Kaders angerufen und ihnen die gleichen Gehälter angeboten, wenn sie in der Rückrunde für den VfR auflaufen. Der VfR passt unter der derzeitigen Führung für uns nicht mehr zu unseren Werten des Anstands, des Vertrauens, der Fürsorge und Hilfsbereitschaft. Dennoch wünschen wir unseren Nachstreitern alles Gute. Genießt die Atmosphäre im Stadion, kämpft für unsere Farben und beschenkt die Fans mit ordentlichen Leistungen. Denn sie haben es verdient.“ Gedanken machte sich das Team auch um die VfR-Finanzen: „Es kränkeln die Einnahmenseite, die Sponsorenakquise und -betreuung, welche namentlich laut Homepage bei Grümmer liegen. Betrachtet man darüber hinaus die Hauptversammlung 2017, dann sollte jedem klar sein, dass der Verein führungslos agiert, anderenfalls kämen Einschätzungen eines Einnahmenhaushalts in Höhe von 360 000 Euro und einer Kostenplanung in gleicher Höhe (für was?) nicht zu Stande.“

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