Traditionsturnier : 5742 Minuten Handballspektakel

Am Ende auf Rang drei beim Frauen-A-Pokal: Die SG Wift um Alexandra Beckmann (li., gegen Jane Elscher von der  HSG Gettorf/Osdorf.
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Am Ende auf Rang drei beim Frauen-A-Pokal: Die SG Wift um Alexandra Beckmann (li., gegen Jane Elscher von der HSG Gettorf/Osdorf.

Insgesamt 110 Mannschaften kämpften bei der 46. Auflage des Tungendorfer Feldhandballturniers um Pokale. Dabei sorgten dänische Teams für internationales Flair.

shz.de von
25. Juni 2014, 07:00 Uhr

Ihre Rückkehr nach zehn Jahren verlief durchaus erfolgreich. Lange Zeit war Martina Danker selbst beim traditionellen Feldhandballturnier des SV Tungendorf auf Pokaljagd gegangen. Für die ehemalige Spielerin der SG Wift war die Veranstaltung beinahe ein Pflichttermin – bis sie sich dazu entschied, ihren Lebensmittelpunkt in den Norden Dänemarks zu verlegen. Erst jetzt kehrte sie zur 46. Auflage des Handballturniers für Frauen und Männer sowie dem 45. Internationalen Jugendturnier in ihre alte Heimat zurück: als Trainerin der weiblichen B-Jugend des rund 450 Kilometer entfernten Løkken-Hirtshals HK, die auf dem Sportplatz der Neumünsteraner Pestalozzischule ihr Rasendebüt feierte. Martina Danker schwelgte in Erinnerungen – und war ihrem Team wohl auch ein wenig dankbar. Nicht nur für den zweiten Platz, den die dänischen Handballerinnen bei dem internationalen Turnier in ihrer Altersklasse belegt hatten, sondern auch dafür, dass sie ihre Trainerin zur Teilnahme überredet hatten. „Ich bin damit ausdrücklich dem Wunsch meiner Mädels nachgekommen. Sie wollten unbedingt an einem deutschen Handballturnier teilnehmen, und da ich in Tungendorf schon früher tolle Erfahrungen gemacht habe, war unser Ziel klar“, erklärte die Wahl-Dänin.

Insgesamt 110 Mannschaften boten an beiden Turniertagen 5742 Minuten Handball. Marco Thun, der für die Organisation des Großereignisses zuständig war, sagte: „Wir freuen uns, dass unser Turnier neben Mannschaften aus der eigenen Region auch Teams jenseits der Landesgrenzen anzieht.“ Darunter befanden sich neben Debütanten auch Stammgäste: Bereits zum 39. Mal liefen die Teams von Hojby S&G auf. Im B-Pokal der Männer musste der Titelverteidiger SV Tungendorf II die Krone an die Mannschaft von SC Gut Heil Neumünster abtreten, deren Frauenteam ebenfalls im B-Pokal siegte. Im A-Pokal der Männer triumphierten Die Männer III, bei den Damen jubelte das Team von der SG Dithmarschen Süd.

Erstmals wurde im Rahmen des Turniers auch den ganz Kleinen eine große Bühne geboten. In der „Pampers-Liga“ zeigten die Teams vom SV Tungendorf, SG Bordesholm-Brügge und HSG WaBo 2011 im Alter von drei bis sechs Jahren ihre Freude am Handball. Der Nachwuchs spielte in Hin- und Rückrunde jeweils mit vier Feldspielern und einem Torhüter auf einem angepassten Spielfeld mit kleineren Toren. Wobei diese im Hintergrund standen. „Bei uns werden die Tore nicht gezählt. Am Ende sind alle Sieger. Unser Fokus liegt auf dem Verbessern von Motorik und Koordination durch die Bewegung, und ganz oben steht natürlich der Spaß“, verdeutlichte Birthe Brunswieck, Trainerin der „Tungendorfer-Wusels“, die Idee hinter dem Nachwuchsturnier.

Nach dem letzten Schlusspfiff waren nicht nur die Teams mit der Veranstaltung zufrieden. „Klasse, dass es trotz der Wetterlage am Sonnabend keine Absagen oder Feldfluchten gab“, sagte Jörg Petersen, der sportliche Leiter des Turniers. Marco Thun lobte die Routine der Mitarbeiter: „Die meisten Abläufe sind von den vielen helfenden Händen schon fast automatisiert und gelingen reibungslos. Falls es doch mal zwickt, können wir auf unsere Erfahrungen zurückgreifen und improvisieren. Wir haben das nächste Turnier schon fest im Visier.“

Die Chancen stehen gut, dass dann auch Martina Danker mit ihrem Team wieder dabei ist. „Die Kommunikation mit den Verantwortlichen und die Organisation war klasse. Wir wurden herzlich aufgenommen und rundum gut betreut“, sagte die Trainerin, die sich nach der langen Pause von dem Turnier begeistert zeigte und müde aber glücklich auf die fünfstündige Heimfahrt verabschiedete.

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