Fussball-Verbandsliga Süd-West : 4:0 – Wankendorf wie im Rausch

Foulspiel im Gästestrafraum: Der Unparteiische wollte hier ein regelwidrige Aktion von Olympias Dennis Hinz (links) im Duell mit Lägerdorfs Keeper Tjark-Ture Wessel gesehen haben. Wessels Teamkollege Merten Kunter und Olympias Marc Barck (im Hintergrund) brauchen nicht mehr einzugreifen.
Foulspiel im Gästestrafraum: Der Unparteiische wollte hier ein regelwidrige Aktion von Olympias Dennis Hinz (links) im Duell mit Lägerdorfs Keeper Tjark-Ture Wessel gesehen haben. Wessels Teamkollege Merten Kunter und Olympias Marc Barck (im Hintergrund) brauchen nicht mehr einzugreifen.

Die Jahnplatz-Elf wartet mit starker Vorstellung in Todesfelde auf. Die weiteren Neumünsteraner Vertreter bleiben punktlos.

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17. März 2014, 08:00 Uhr

Neumünsters Fußball-Verbandsligisten hatten auch am 21. Spieltag nur wenig zu lachen. Einzig der TSV Wankendorf war erfolgreich, erfreute sich eines 4:0-Auswärtssieges beim SV Todesfelde II und ist Achter. Im unteren Tabellendrittel machen es sich der TuS Nortorf (Platz 10) nach einer 1:3-Niederlage beim FC Itzehoe, der MTSV Olympia Neumünster (Rang 11) nach einer 1:2-Heimpleite gegen den TSV Lägerdorf und der TSV Gadeland (Platz 13), der mit 1:4 in Horst unterlag, weiterhin auf zweifelhafte Art und Weise gemütlich.

SV Todesfelde II – TSV Wankendorf 0:4 (0:1)

SV Todesfelde II: Reimers - Beyer, Piper (56. Uhlenbrock), Henze, Holz, Jocham (75. Rackow), Broers, Möller, Bruhn (75. Oberwemmer), Rückert, Reining.

TSV Wankendorf: Balzer - Jantzen, Bobzien, Block (59. D. Schiffer), Weick - A. Usbek, Heinrich, Gerndt, Müller - Steinkamp (84. Schnoor), Dittkuhn (78. S. Hamann).

SR: Wallmeier (Hattstedt). – Zuschauer: 90. – Tore: 0:1 Heinrich (17.), 0:2, 0:3 Dittkuhn (58., 66.), 0:4 Steinkamp (79.). – Nächster Wankendorf-Gegner: TuS Nortorf (A/Sonnabend, 15 Uhr).

Phasenweise berauscht vom eigenen Auftritt unter Flutlicht, siegte die Elf von Trainer Torsten Block auch in der Höhe verdient mit 4:0 und belohnte damit auch die rund 50 mitgereisten Anhänger, die Heimspielatmosphäre aufkommen ließen und besonders Jan Steinkamp hoch leben ließen. Nahezu jede Aktion des Ex-Bokhorsters wurde frenetisch gefeiert, und so war sein Treffer zum 0:4 (79.) das Sahnehäubchen auf einen grandiosen Abend der Gäste. Auf Zuspiel von Alexander Usbek ließ Steinkamp SVT II-Torwart Tjark Reimers ins Leere laufen und schob überlegt ein. Dass zu diesem Zeitpunkt die Messe bereits gelesen war, lag im Besonderen an Steinkamps Sturmpartner Philipp Dittkuhn, der mit einem Doppelschlag in der 58. und 66. Minute das Spiel entschieden hatte. Beim 0:2 überlief Dittkuhn gleich drei Gegenspieler mit seinem irrsinnigen Antritt, dem 0:3 ging eine hervorragende Aktion von Bastian Heinrich voraus. In der ersten Halbzeit benötigte Wankendorf eine rund zehnminütige Anlaufzeit, um sich gegen die athletischen Gastgeber zu formieren. Dann aber bestand zusehends kein Zweifel mehr, wer das Heft in der Hand hielt. Die logische Folge war der frühe Führungstreffer von Heinrich, der nach einem langen Abschlag des Wankendorfer Interimstorwarts Matthias Balzer den Ball über Reimers hinweg zum 0:1 ins Netz hob und Gelb-Blau den Weg ebnete (17.). „Das war ein nahezu perfekter Auftritt. Nicht nur spielerisch, auch unsere Quote gewonnener Zweikämpfe war überragend“, lobte ein rundum zufriedener Block seine Schützlinge.

VfR Horst – TSV Gadeland 4:1 (1:0)

VfR Horst: Lemke - Thies, Rammer (74. Gohlke), Gorny (82. Post), M. Sommer (84. Taser), Dittmann, Dehner, Behrendt, Jeske, Voigt, Petersen.

TSV Gadeland: Erkek - Tomaschewski, Neumann (76. Lututala), Tambalque, Christophersen - Rychlowski (84. Dzierzawa), Maliszewski (76. Schönhoff), Siegfried, I. Alioua, Siegel - Röder.

SR: Hertel (Bokelholm). – Zuschauer: 95. – Tore: 1:0 Gorny (37.), 1:1 Röder (54.), 2:1 Gorny (70.), 3:1 Jeske (72.), 4:1 Gorny (77.). – Bes. Vork.: Gadeland beendet die Partie mit zehn Spielern, da Röder in der 80. Minute verletzt ausscheiden muss und das Wechselkontingent bereits erschöpft war. – Nächster Gadeland-Gegner: MTSV Hohenwestedt (H/Sonnabend, 16 Uhr).


Die am Ende wiederum deutliche Niederlage der „Kleeblätter“ täuschte über den Spielverlauf hinweg, denn 70 Minuten verkauften sich die sportlich ziellosen Südstädter überaus teuer. Zwar waren die Gastgeber über weite Strecken optisch überlegen, doch auf das Chancenverhältnis wirkte sich dieses zunächst nicht aus. Tim Jeske setzte die erste Duftmarke für Horst, als er in der sechsten Minute das Außennetz traf. Näher ans Ziel kam in der 29. Minute Gadelands Idris Alioua, der aus 20 Metern das Gebälk traf. Den abprallen Ball „verschenkte“ Christoph Maliszewski, der Torwart René Lemke vor keine allzu hohe Hürde stellte. In der 37. Minute verlängerte auf der Gegenseite Max Sommer einen langen Ball mit dem Hinterkopf, und urplötzlich tauchte Michel Gorny alleine vor Gästeschlussmann Yavuz Erkek auf. Gegen den platzierten Flachschuss Gornys war Erkek chancenlos – 1:0. Gadeland schüttelte sich nur kurz und kam in der 54. Minute zum Ausgleich durch Dennis Röder, der eine abgefälschte Flanke Maliszewskis im Nachsetzen über die Linie bugsierte. Nun gaben die Gäste eine Viertelstunde sogar den Ton an, liefen dann aber nach einem eigenen Eckball – Lemke hatte einen tollen Schuss Aliouas zuvor abgewehrt – in den entscheidenden Konter. Abermals Gorny erzielte aus abseitsverdächtiger Position das 2:1 für die Gastgeber (70.). Nun strichen die Grün-Weißen die Segel und wurden binnen sechs Minute das Opfer ihrer eigenen Unzulänglichkeiten. Christopher Neumann und Dustin Christophersen leisteten sich eklatante Fehler im Spielaufbau, die Tim Jeske (72.) und Gorny mit seinem dritten Tor (77.) zum 3:1 und 4:1 ausnutzten. „Das war mit Ausnahme weniger Minuten ein ordentlicher Auftritt meiner Mannschaft“, sagte Gästetrainer Marco Frauenstein.

MTSV Olympia Neumünster – TSV Lägerdorf 1:2 (0:0)

MTSV Olympia: Wendt - Hinz, Granzow, S. Reichow, Walther - Jace, Khomkhonsu (77. Özdemir), Muhs (73. M. Reichow), T. Alioua - Ocak, Barck.

TSV Lägerdorf: Wessel - Skottke, Blunck (58. Strüven), T. Kunter (80. Feist), Y. Kuhr, Brendemühl, E. Jauk, Hentrich, Peters, Hellmann, M. Kunter.

SR: Rabe (Pönitz). – Zuschauer: 40. – Tore: 0:1 T. Kunter (55.), 0:2 Peters (81.), 1:2 T. Alioua (83.).
– Gelb-Rote Karte: Barck (Olympia, 90./+4, Reklamieren). – Nächster Olympia-Gegner: SV Todesfelde II (H/Sonnabend, 15 Uhr).


Diese Heimniederlage wäre für die „59er“ im Besonderen auf Grund einer überlegen geführten ersten Halbzeit nicht nötig gewesen. Allein Marc Barck hätte seine Farben wiederholt in Führung bringen müssen (5./20.). Die Gäste fanden mit Ausnahme eines Abseitstores in der 44. Minute durch Tjorven Brendemühl nicht statt, doch das sollte sich in der zweiten Halbzeit ändern. In der 55. Minute ließ MTSV-Torwart Helge Wendt einen Schuss aus großer Entfernung abklatschen, Torge Kunter behielt im Gewühl die Übersicht und staubte zur schmeichelhaften Führung für den TSV Lägerdorf ab. In der Folgezeit drängte Olympia auf den Ausgleich. Tarik Aliouas Abschlüsse aus freistehender Position waren allerdings an Harmlosigkeit nicht zu überbieten, und so jubelten in der 81. Minute abermals die Gäste. Erneut konnte Wendt einen Distanzschuss nicht aus der Gefahrenzone bugsieren. Diesmal stand Bastian Peters richtig und stocherte die Kugel zum 2:0 für den Ex-Oberligisten über die Linie. 120 Sekunden später drängelte sich Alioua mit dem Kopf durch die Abwehrwand der Steinburger und verkürzte auf 1:2, doch mehr war für die Grün-Weiß-Roten in den Schlussminuten nicht drin. „Uns fehlt vor dem Tor die Reife, und bei den Gegentreffern machen wir individuelle Fehler“, kritisierte Olympias Sprecher Jörg Kollwitz sein Team, lobte dafür aber die erste Halbzeit seiner Mannschaft: „Da haben wir gut gepresst und die Räume eng gemacht.“ Ärgerlich war aus Sicht der Hausherren, dass sich Barck in der Nachspielzeit noch die Ampelkarte wegen Meckerns „erbettelte“.

FC Itzehoe – TuS Nortorf 3:1 (0:0)

FC Itzehoe: Chionidis - Langer (46. Evert), Schöder, Weidemann, Kiel (86. Komoss) - Bara, Inci, Matz, S. Griesbach (74. Korkmaz) - Mercan, P. Griesbach.

TuS Nortorf:Fischer - Lampe, Doege, Stolley, Reuter - Hülsen (46. Jensen), Huneke, Yildirim, Butenschön (77. Viergutz), Klotzbücher - Struve (78. D. Schlotfeldt).

SR: Kurtovic (Flensburg). – Zuschauer:100. – Tore:1:0 Bara (49.), 1:1 Struve (64.), 2:1 Bara (66.), 3:1 S. Griesbach (73.).
SR: Kurtovic (Flensburg). – Zuschauer: 100. – Tore: 1:0 Bara (49.), 1:1 Struve (58.), 2:1 Bara (61.), 3:1 S. Griesbach (79.). – Nächster Nortorf-Gegner: TSV Wankendorf (H/Sonnabend, 15 Uhr).

Wie schon beim 3:3 im Hinspiel, machte es der TuS Nortorf dem Starensemble des FCI lange Zeit schwer. Tief stehend verteidigten die Mittelholsteiner von Beginn an geschickt und ließen die Heimelf nicht frei atmen. Einzig Sascha Griesbach ergab sich eine Itzehoer Chance (21.). Auf der Gegenseite scheiterten Bennit Struve (28.) und Benjamin Butenschön (33.). So wurden dem Spielverlauf entsprechend torlos die Seiten gewechselt, und erst eine Standardsituation gab der Partie eine neue Dramaturgie. Hasan Mercans Geschoss aus über 20 Metern konnte Stefan Fischer nicht festhalten, und Blerim Bara staubte zum 1:0 ab (49.). Der TuS aber wehrte sich weiter nach Kräften. Struve verwertete einen Klassepass von Muhammed Yildirim zum Ausgleich (58.). Zum Leidwesen des Nortorfer Anhangs hielt das Remis nur 180 Sekunden, dann entschied die individuelle Klasse der Gastgeber die Partie. Erneut Bara traf nach einem Doppelpass mit Mercan ins lange Eck zum 2:1 (61.), Sascha Griesbach erhöhte aus sechs Metern auf Zuspiel von Bara auf 3:1 (79.). „Der zweite Gegentreffer war für uns der Genickbruch“, urteilte Gästecoach Thomas Arndt.

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