Handball-Oberliga HH/SH Männer : 23:22 beim FC St. Pauli: SG Wift trotzt allen Widerständen auf dem Kiez

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Die Neumünsteraner gewinnen erstmals bei den Hanseaten und festigen Platz 3.

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19. Januar 2015, 08:00 Uhr

Die frisch gewählte Neumünsteraner Mannschaft des Jahres, SG Wittorf/FTN, hat erstmals ein Spiel beim FC St. Pauli gewonnen. Der Handball-Oberligist setzte sich beim „Auswärts-Angstgegner“, wie SG-Trainer Peter Bente die „Kiezpiraten“ bezeichnet hatte, mit 23:22 (10:11) durch. Wift zementierte mit nunmehr 20:8 Punkten seinen dritten Tabellenplatz.

„Endlich haben wir es mal geschafft“, freute sich Peter Bente, zumal die Umstände alles andere als günstig waren. Zwar führten die Gäste, bei denen alleine Rückraumshooter Lars Bente anfangs drei Mal traf, rasch mit 5:1 (6.). Aber anstatt nachzulegen, verzweifelte die SG Wift am Spielgerät. In der Halle an der Budapester Straße herrscht im Gegensatz zu den übrigen Spielstätten der Liga ein striktes Haftmittelverbot. „Der Ball war frühzeitig zu nass, dadurch haben wir viele 100-prozentige Chancen nicht gemacht“, erklärte Peter Bente die ungeahnten Flugbahnen der Wittorfer Würfe. Das spielte den Hausherren in die Karten. St. Pauli egalisierte nicht nur eine gute Viertelstunde später den Vorsprung der Blau-Weißen (9:9/23.), sondern übernahm durch einen 4:0-Lauf auch das erste Mal in der Begegnung die Führung (10:9/25.). Knapp zwei Minuten vor dem Pausenpfiff sah Lars Bente, der bis dato am besten mit dem Ball zurechtgekommen war, die direkte Rote Karte. Er hatte sich nach einem Foul gegen ihn auf dem Boden zu einem Geplänkel mit einem Hamburger hinreißen lassen und wurde von den Unparteiischen wegen einer Tätlichkeit disqualifiziert. Der Linkshänder ist daher auch für das kommende Spiel gegen Eider Harde gesperrt. St. Pauli konnte die folgende Überzahl zwar nicht für sich nutzen, aber nahm die besagte erste Führung mit in die Kabine. Bei den Schwalestädtern hingegen waren nach den ersten 30 Minuten zwei verletzte Kreisläufer zu beklagen. Helge Rahn hatte einen geschwollenen Schleimbeutel am Ellenbogen, Neuzugang Matthias Koslowski eine Oberschenkelzerrung.

Nach dem Wiederanpfiff war fortan jeder Treffer hart erarbeitet (14:14/42.), bis sich das Wurfglück drei Minuten lang aufseiten der SG Wift versammelte (18:14 aus Gästesicht/45.). Aber erneut war das Spiel nach zahlreichen verpassten Großchancen der SG Wift sechs Minuten vor dem Ende quasi wieder bei null angelangt (20:20/54.). Doch die Gäste drängten sofort entschlossen auf den Erfolg (21:20/55., 22:21/57. jeweils aus Gästesicht). Ab der 58. Minute spielten die „Bären“ in Überzahl, weil auch der Hamburger Rasmus Gersch wegen Meckerns mit der Roten Karte vom Platz gestellt worden war. Mit einem Blick auf die Anzahl der Zeitstrafen (zehn für St. Pauli, fünf für Wift) und bemerkenswerte Entscheidungen auf beiden Seiten stellte SG-Trainer Peter Bente fest: „Die Unparteiischen waren da, um beide Mannschaften zu bestrafen.“ Im letzten Angriff 20 Sekunden vor dem Abpfiff wechselte der Gästecoach den angeschlagenen Rahn ein – und sieh da: Der Routinier stand dort, wo er stehen musste, und netzte zum 23:22-Siegtreffer für die Wittorfer ein.

SG Wittorf/FTN (Tore in Klammern): Hoffmann, Quednau - L. Bente (4), Stock (6), Plöhn (3), Kobs (6 Siebenmeter), Rahn (2), B. Schroedter, P. Schroedter, Lehmann (1), Haß (1), Rostock, Koslowski.

SR: Colpo/Meyer (Niendorfer TSV). – Zuschauer: 299. – Nächster Gegner: HSG Eider Harde (H/Sonnabend, 19 Uhr).


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