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Fussball-Regionalliga Nord : 1:1 – VfR landet über dem Strich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Neumünsteraner schaffen auch sportlich den Klassenerhalt. Bierduschen für Jakubowski und ein später Ausgleich durch Schulz prägen Halbzeit zwei.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2014 | 11:00 Uhr

Ende gut, alles gut – zumindest ein bisschen. Der VfR Neumünster hat dank eines 1:1 (0:0) beim Aufsteiger Eintracht Braunschweig II am letzten Spieltag der Fußball-Regionalliga Nord auch den sportlichen Klassenerhalt eingetütet. Lila-Weiß beendete die turbulente und nur bedingt zufrieden stellende Serie auf Tabellenplatz 15.

Meister wurde der VfL Wolfsburg II, der nun gegen den Südwest-Meister SG Sonnenhof Großaspach um den Drittligaaufstieg spielen darf. Sollten die Volkswagenstädter diesen schaffen, würde der Rasensport-Landesrivale SV Eichede als Vorletzter die Klasse halten. Denn dann müsste neben dem Zwangsabsteiger SV Wilhelmshaven lediglich das Schlusslicht SC Victoria Hamburg die Regionalliga Nord verlassen.

VfR-Trainer Uwe Erkenbrecher krempelte seine Truppe zum Showdown auf drei Positionen um. Der dritte Torwart Jannis Gabrielides bekam ein Dankeschön und ersetzte Stammkeeper Marcus Hesse, der sich im Training am Mittwoch vor dem Spiel einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen hatte. Ebenso feierte Innenverteidiger Amando Aust nach rund zweieinhalbmonatiger Pause (Knie-OP) sein Comeback. Und auch der Koreaner Jae Hyun Ju durfte von Beginn an ran. Für ihn und Aust mussten Felix Schlagelambers und Marco Schultz weichen.

Die „Veilchen“ erwischten den besseren Start, standen hinten recht sicher und suchten ihr Heil in der Offensive. Dort jedoch war ein ums andere Mal die große Schwäche dieser Saison klar erkennbar: die Durchschlagskraft in vorderster Reihe. Echte Chancen waren somit rar gesät. Einmal verfehlte Ju nach einem herrlichen Diagonalpass von Kapitän Finn Thomas das Tor knapp (8.), ehe der Ex-Lübecker zwischen den Braunschweiger Pfosten, Marcel Engelhardt, einen schönen Rave-Freistoß gerade noch um den Pfosten drehte (15.). Eigentlich hatte die Erkenbrecher-Elf alles im Griff, doch bei den Nadelstichen der Hausherren musste sie immer wieder auf der Hut sein. Braunschweigs erste Versuche waren dabei recht harmlos. Nils Göwecke (18.) und Jenni Marquardt (21.) stellten Gabrielides nicht wirklich vor ein Problem. Das sah nach einer halben Stunde anders aus – aber auch nur, weil der VfR-Schlussmann nach einem harmlosen Ball von Marvin Ibekwe seine liebe Mühe hatte und die Kugel zur unnötigen Ecke abwehrte. Dass Eintrachts U 23 es durch Göwecke noch einmal – und diesmal durchaus gefährlich – aus der Distanz versuchte (44.), täuschte über den Verlauf der ersten 45 Minuten hinweg.

Ihre einzige Drangphase verzeichneten die „Löwen“ nach dem Wiederbeginn. Dabei hatten sie großes Glück, dass Schiedsrichter Franz Bokop einen üblen Tritt von Mohammad Baghdadi auf die Brust des am Boden liegenden Yannik Jakubowski nicht ahndete. Der VfR-Verteidiger musste behandelt werden und wurde anschließend vom Braunschweiger Pöbel ins Visier genommen. Der Defensivmann wurde während des Spiels zwei Mal mit Bier geduscht und einmal mit einem Becher beworfen. Doch auch das interessierte Bokop nicht, überdies reagierten ebenso die Ordner nicht. Die Niedersachsen auf dem Platz beseelte das offenbar. In der Folge kam es zu einem Privatduell zwischen Marcel Bär und Gabrielides. Reaktionsschnell wehrte der VfR-Torhüter erst einen Kopfball des Braunschweigers aufs kurze Eck ab (58.), war drei Minuten später bei einem tollen Schuss halb hoch ins linke Eck machtlos – 1:0 für den Tabellendreizehnten. Fortan lief der Gast einige Male nur hinterher. Mit zwei weiteren starken Paraden gegen Bär hielt Gabrielides sein Team im Spiel (64., 71.), ferner zielte der gute Braunschweiger einmal zu hoch (70.). Der VfR taute erst wieder in der Schlussphase auf, provozierte bei Schüssen von Christopher Kramer (74.) und Christian Rave (80.) zwei Unsicherheiten von Engelhardt. Endgültig geschlagen war die Nummer 1 der Einheimischen in der 87. Minute, als Rasensport mustergültig angriff: Thomas’ Rechtsflanke landete auf dem Kopf des eingewechselten Marco Schultz, dessen Ablage Fast-Namensvetter Kevin Schulz per Hechtkopfball aus kurzer Distanz zum völlig verdienten 1:1 verwertete.

Eintracht Braunschweig II – VfR Neumünster 1:1 (0:0)

Eintracht Braunschweig II: Engelhardt - L. Kierdorf, Nachtwey (74. Fiolka), Slamar, Baghdadi - Rolff (62. Castro), Ilter - Marquardt, Bär, Göwecke (74. Lee) - Ibekwe.

VfR Neumünster: Gabrielides - Jakubowski, Aust, Bönigk, Michalowski - Rave, K. Schulz - Zschimmer (60. Ingreso), Thomas, Ju (73. M. Schultz) - Kramer (82. Grothe).

Beste Spieler: Bär, Ilter - Gabrielides, Jakubowski, K. Schulz. – SR: Bokop (Vechta). – Zuschauer: 330. – Tore: 1:0 Bär (61.), 1:1 K. Schulz (87.). – Gelbe Karten: Castro (69.), Slamar (90./+1) - Aust (23.), Kramer (57., alle Foulspiel). – Spielwertung: befriedigend.

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