Fussball : 0:5 – Aber Torpedo steigt trotzdem auf

Einen zweiten Elfmeter für Wahlstedt gab es nach diesem Foul von Torpedos Christian Harder (re.) an Alexander Braun junior.
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Einen zweiten Elfmeter für Wahlstedt gab es nach diesem Foul von Torpedos Christian Harder (re.) an Alexander Braun junior.

Nun offizieller Verzicht des FC Itzehoe ermöglicht den gegen Wahlstedt klar unterlegenen „Taubenträgern“ den Sprung in die Verbandsliga.

shz.de von
10. Juni 2014, 12:00 Uhr

Nach 20 Jahren hat das Warten ein Ende: Neumünsters Kultclub FC Torpedo hat sich nach dem Aufstieg in die Bezirksklasse 1994 nun erstmals wieder für die Teilnahme am Spielbetrieb oberhalb der Kreisebene qualifiziert. In der abschließenden Partie der Aufstiegsrunde zur Fußball-Verbandsliga Süd-West unterlagen die „Taubenträger“ vor 350 Zuschauern im Städtischen Stadion zwar mit 0:5 (0:2) gegen Segebergs Vizemeister SV Wahlstedt, dürfen sich auf Grund des wenige Stunden vor Spielbeginn offiziell bestätigten Rückzugs des FC Itzehoe aus der Verbandsliga aber dennoch über die zukünftige Zugehörigkeit in der sechsten Liga freuen.

Es lief die 85. Minute an der Geerdtsstraße, als Wahlstedts Furkan Cörek zum Foulelfmeter antrat, welcher den verdienten 5:0-Endstand für die Gäste bringen sollte. Da verkündete Stadionsprecher Tim Schümann auch den letzten Unwissenden auf und neben dem Platz die Nachricht vom Aufstieg beider Teams in die Süd-West-Staffel. Der Jubel darüber hielt sich in Grenzen. Hatte sich der zuvor schon kolportierte Rückzug der Itzehoer bereits herumgesprochen? Oder war bei den Neumünsteranern wegen der gebotenen Leistung einfach niemand in Feierlaune? Beides ist durchaus denkbar. Denn während der 90 Minuten spielte praktisch nur ein Team: der SV Wahlstedt.

Bereits in der neunten Minute gingen die Gäste durch ihren Toptorjäger Sebastian Bossert in Führung. Zwar hatte Torpedo praktisch im Gegenzug in Person von Fred Borgert, der an Gästekeeper Olaf Heiser scheiterte, eine gute Ausgleichschance, doch ansonsten lief bei den „76ern“ so gut wie gar nichts. „Wir waren wirklich grottenschlecht, haben nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, und hatten Wahlstedt so nichts entgegenzusetzen“, kommentierte der enttäuschte Torpedo-Coach Thomas Michalowski. So kam, was kommen musste: Sebastian Bossert erhöhte auf 2:0 (25.), und der ohnehin unglücklich agierende Torpedo-Verteidiger Erkam Simsek flog nach einer Notbremse an René Bossert noch vor dem Wechsel mit Rot vom Platz (41.). Wie zu erwarten, fand Torpedo auch in Unterzahl nicht ins Spiel. Die weiterhin klar dominierenden Wahlstedter nahmen bereits kurz nach Wiederbeginn auch den letzten Skeptikern ihre Zweifel, indem Nico Timmermann (50.) und René Bossert (52.) mit ihren Treffern auf 4:0 erhöhten. Den nach einigen weiteren Möglichkeiten überfälligen fünften Treffer besorgte dann, wie bereits erwähnt, Cörek vom Punkt.

„Alles, was wir im Kellinghusen-Spiel richtig gemacht hatten (5:2 für Torpedo, Anm. d. Red.), haben wir heute falsch gemacht. Eigentlich müsste man sich bei den Zuschauern entschuldigen“, wollte bei Michalowski trotz des Aufstiegs zunächst keinerlei Freude aufkommen.

Interessante Infos gibt es am Rande: So scheint nicht nur der Wechsel von Gadelands Dustin Christophersen zu Torpedo wahrscheinlich zu sein, sondern auch von dessen Bruder Patrick, welcher vor wenigen Wochen beim Regionalligisten VfR unsanft ausgeschieden war. Patrick Christophersen wohnt allerdings in Berlin und würde lediglich als eine Art „Gastspieler“ fungieren. Anders würde es sich bei Daniel Michalowski (ebenfalls VfR) verhalten. Der Sohn von Torpedo-Trainer Thomas Michalowski ist ebenso bei den „Taubenträgern“ im Gespräch. Zuvor wurden von Torpedo bereits die Neuzugänge Umut Korkmaz (FC Itzehoe), Pascal Justin (MTSV Olympia) und Philip Hauberg (TSV Gadeland) verkündet.

FC Torpedo 76 Neumünster: Hagen - Matthis (81. Baumann), Simsek, Juckel, Knoche - Eggers (53. Oelze), Fund (65. Harder) - Rantzsch, Grümmer, Borgert - Gläske.

SV Wahlstedt: Heiser - Cörek, Alexander Braun sen., Gebel, Timmermann - Bolz (57. K. Schlehe), Alexander Tröster (68. Kuckuck), Alexander Braun jr. - R. Bossert, S. Bossert (65. P. Polak), D. Kreft.

Schiedsrichter: Rosenthal (Lübeck). – Zuschauer: 350. – Tore: 0:1 S. Bossert (9.), 0:2 S. Bossert (25., Foulelfmeter), 0:3 Timmermann (50.), 0:4 R. Bossert (52.), 0:5 Cörek (85., Foulelfmeter). – Rote Karte: Simsek (Torpedo/41., Notbremse).

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