Fussball-Verbandsliga Süd-West : 0:13 – Einfelds Saison nimmt desaströse Züge an

Turbulenzen im Olympia-Strafraum: Maximilian Kost (li.) und Steven Granzow sowie der Wankendorfer Timo Bobzien (2. v. li.) beobachten, wie Torhüter Helge Wendt regelwidrig von  Mathias Gerndt angegangen wird.
Turbulenzen im Olympia-Strafraum: Maximilian Kost (li.) und Steven Granzow sowie der Wankendorfer Timo Bobzien (2. v. li.) beobachten, wie Torhüter Helge Wendt regelwidrig von Mathias Gerndt angegangen wird.

Der TSE beginnt gegen Itzehoe mit nur acht Feldspielern. Wankendorf gewinnt das Derby bei Olympia, Gadeland bekommt „sechs Stück“ in Schackendorf.

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04. November 2013, 12:00 Uhr

Der TS Einfeld und der TSV Gadeland bekamen am 14. Spieltag der Fußball-Verbandsliga Süd-West das Fell über die Ohren gezogen. Die „Männer vom See“ unterlagen dem FC Itzehoe daheim mit 0:13, die „Kleeblätter“ dem SV Schackendorf auswärts mit 3:6. Der TSV Wankendorf hingegen bejubelte einen 3:2-Derbysieg beim MTSV Olympia. Die Partie des TuS Nortorf beim TSV Lägerdorf fiel den widrigen Platzverhältnissen zum Opfer.

SV Schackendorf – TSV Gadeland 6:3 (2:2)

Schackendorf: Schramm - Steinberg, Groß, Ajlani (23. Birgül), Aichaoui, de Oliveira, S. Blunk, Wienke, Soost (77. Plewka), Burgueno (60. Spieler), Pezan.

Gadeland: Holstein - Hildebrandt, Hamann, Tambalque, Schönhoff (64. Siegel) - Grümmer (27. Siegfried), Rychlowski, Maliszewski, Lututala, I. Alioua (86. Schwardt) - Röder.

SR: Jochimsen (Glückstadt). – Zuschauer: 80. – Tore: 0:1, 0:2 Röder (5., 17.), 1:2 de Oliveira (36.), 2:2 Burgueno (39.), 3:2 Pezan (55.), 4:2 Burgueno (58.), 5:2 de Oliveira (68.), 6:2 Groß (79.), 6:3 I. Alioua (83.). – Nächster Gadeland-Gegner: FC Reher/Puls (H/Sonnabend, 14 Uhr).

Die drei Brasilianer im Trikot der Gastgeber machten wieder einmal den Unterschied. Im Besonderen Rafael Carletti Burgueno spielte die „Kleeblätter“ phasenweise schwindelig, erzielte zwei Treffer selbst und bereitete ein weiteres Tor vor. „Für diese Spielklasse sind das schon überragende Jungs“, erkannte auch Gadelands Trainer Marco Frauenstein, der zunächst seine Elf besser im Spiel sah, den letztlich verdienten Heimerfolg neidlos an. Dennis Röder köpfte nach einer Flanke von Christoph Maliszewski zum 1:0 für die Gäste ein (5.) und erhöhte zwölf Minuten später auf 2:0. Idris Alioua irritierte zwei Verteidiger des SVS nach einer Bogenlampe im Strafraum geschickt, und Röder profitierte aus Nahdistanz von diesem Störfeuer. Die Einheimischen fanden erst nach einer halben Stunde richtig ins Spiel, und Guilherme de Oliveira gelang per Kopf nach einem Eckball gegen den von der Sonne geblendeten Dennis Holstein im Gadelander Tor der Anschlusstreffer (36.). 180 Sekunden darauf traf Burgueno per Seitfallzieher zum 2:2. Es sollte nicht der einzige Doppelschlag des SV Schackendorf bleiben, denn kurz nach der Pause drehten die Segeberger das Spiel endgültig. In der 55. Minute bediente Burgueno seinen „Spezi“ Rafael Leal Pezan, der zum 3:2 einnickte. Für das 4:2 in der 58. Minute zeigte sich Burgueno wieder selbst verantwortlich und brach den Gästen damit das Genick. De Oliveira erhöhte auf 5:2, als er einen zu kurz ausgeführten Freistoß von Warren Tambalque dankend aufnahm (68.), ehe Maik Groß mit einem Schuss ins kurze Eck unter die Handschuhe Holsteins das Ergebnis auf 6:2 stellte (79.). Idris Aliouas Tor sieben Minuten vor Schluss setzte den Schlusspunt unter eine unterhaltsame Partie mit „Copacabana-Flair“.

TS Einfeld - FC Itzehoe 0:13 (0:7)

TS Einfeld: Behmerburg - Stojanovic, D. Tegge, Hinz, K. Tegge - Robold, Yildirim, Joers, M. Milbradt, Thullesen - Hoeck.
FC Itzehoe: Chionidis - Pahl, Polaske, Mercan (46. Inci), Günaydin, Bara, Straub, Leskien, Kiel, Meyer, Matz.

SR: Derlin (Dahme). – Zuschauer: 30. – Tore: 0:1 Günaydin (5.), 0:2 Mercan (8.), 0:3 Bara (10.), 0:4 Mercan (13.), 0:5 Bara (16.), 0:6, 0:7 Mercan (21., 22.), 0:8 Bara (47.), 0:9 Polaske (55.), 0:10, 0:11 Bara (60., 73.), 0:12 Straub (82.), 0:13 Inci (85./Foulelfmeter). – Bes. Vork.: Einfeld beginnt mit nur acht Feldspielern. – Nächster Einfeld-Gegner: TSV Wankendorf (A/Sonnabend, 14 Uhr).

Spötter werden nach dem tragischen 0:13 des TSE gegen den übermächtigen FC Itzehoe sagen, dass der Fußballsport am Roschdohler Weg endgültig in irreparablen Trümmern liegt. Doch mit rein sportlicher Fairness betrachtet, kann man vor den „Männern vom See“ auch den Hut ziehen. Schließlich gab es am Sonnabend gleich zwei Optionen, die Reißleine zu ziehen. Doch weder die anhaltenden Regenfälle noch die dramatische Konstellation, dass zum Anpfiff des Spiels nur acht (!) Feldspieler, darunter mit Marco Stojanovic ein Torwart, zur Verfügung standen, waren Grund genug für den TSE, die Partie rechtzeitig abzusagen. „Meine Mannschaft wollte unbedingt auf den Platz. Eine Absage oder ein Nichtantritt kamen für uns niemals in Frage“, sagte Trainer „Hansi“ Neelsen, der zu allem Übel kurzfristig auf die Dienste von Björn Ole Peters (steckte im Stau), René Wilhelmsen (privat verhindert) und Sascha Mömmert (fehlte unentschuldigt) verzichten musste. So füllte der angeschlagene und ursprünglich nicht für einen Einsatz vorgesehene André Robold die Mannschaft im Verlauf der Anfangsphase genauso auf, wie Altligaspieler Niels Arne Thullesen, dem es ob der Situation seines Traditionsvereins in der Seele wehgetan haben muss. Zum Spielverlauf erübrigt sich jeglicher Kommentar. Turmhoch überlegen, zerlegte der FC Itzehoe den Gastgeber in seine verbliebenen Einzelteile. Die Ex-Neumünsteraner Blerim Bara (fünf Treffer) und Hasan Mercan (vier) präsentierten sich dabei besonders erbarmungslos, sodass um 15.45 Uhr ein neuer Tiefpunkt in der Geschichte des TS Einfeld erreicht war. „Ich bin fertig mit der Welt“, spürte man die Verzweiflung in den Worten Neelsens, der keine Antwort darauf geben konnte, wie lange diese Situation für ihn und seine Mannschaft noch durchzuhalten sein wird.

MTSV Olympia Neumünster – TSV Wankendorf 2:3 (2:1)

MTSV Olympia Neumünster: Wendt - Kraft, S. Reichow (64. M. Reichow), Kost, Granzow - Jace, Mester, Weidemann, T. Alioua, Ocak - Barck.

TSV Wankendorf: Ebsen - Janzen, Bobzien, Balzer (82. Dittkuhn), D. Schiffer (72. Steinkamp) - M. Schiffer, Gerndt, Heinrich, Block, P. Schnoor (90./+3 G. Usbek) - A. Duggen.

SR: Klausutis (Bad Schwartau). – Zuschauer: 50. – Tore: 1:0, 2:0 Barck (12., 15.), 2:1 A. Duggen (35.), 2:2 Dittkuhn (84.), 2:3 A. Duggen (90.). – Gelb-Rote Karte: Mester (Olympia/40., wiederholtes Foulspiel). – Nächster Olympia-Gegner: TuS Nortorf (A/Sonnabend, 14 Uhr). – Nächster Wankendorf-Gegner: TS Einfeld (H/Sonnabend, 14 Uhr).

Im Derby der Tabellennachbarn gewann Wankendorf durch ein Tor von Arne Duggen in der Schlussminute glücklich mit 3:2. Denn zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie bereits mehrfach zu Gunsten der „59er“ entschieden sein müssen. Marc Barck hatte die Forstweg-Elf früh mit zwei Toren in Front gebracht. In der zwölften Minute köpfte er eine Flanke von Murat Ocak im zweiten Versuch zum 1:0 ins Netz, und beim 2:0 in der 15. Minute schob er den Ball nach einem Zuspiel von Tarik Alioua überlegt ins rechte Eck. Steven Granzow versäumte in der 32. Minute gegen den bereits geschlagenen Kim Ebsen im Tor das 3:0, stattdessen nutzte Duggen kurz darauf einen kapitalen „Bock“ von Olympias Kapitän Sascha Reichow zum 1:2-Anschluss für die Gäste (35.). Ein weiterer Knackpunkt für die Wende im Spiel war die Ampelkarte gegen Patrick Mester in der 40. Minute. „Die Fouls hat Arne Duggen jeweils geschickt provoziert. Da sind wir noch zu Grün hinter den Ohren“, lobte Olympias Trainer Holger Mischke die Cleverness der Gelb-Blauen, die sich in der Schlussphase auszahlen sollte. Zuvor avancierten die Reichow-Brüder allerdings zu den tragischen Figuren des Spiels. Sascha Reichow musste mit Verdacht auf Leistenbruch gegen seinen Bruder Marco ausgetauscht werden (64.), und Letzterer schaffte in der 67. Minute das Kunststück, nach einem Querpass von Alioua das leere Tor zu verpassen. Drei Minuten später hatte der 25-Jährige eine weitere XXL-Chance, bei der er zu eigensinnig agierte und überhastet abschloss. So verpassten die Einheimischen den Sieg, denn in der 84. Minute machte es Wankendorfs Joker Philipp Dittkuhn mit dem 2:2 besser, ehe Duggen den nicht mehr für möglich gehaltenen Auswärtserfolg realisierte. „Wir haben uns selbst geschlagen“, konstatierte Mischke, während sein Pendant Torsten Block „ein Wechselbad der Gefühle mit einem Sieg für die etwas bessere Elf“ gesehen hatte.

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