TSV Sparrieshoop muss neu wählen : Wolfgang Roschinski gibt den Vorsitz ab

Der TSV-Vereinsvorsitzende Wolfgang Roschinski steht in der vor viereinhalb Jahren eingeweihten Sporthalle an der Rosenstraße.
Der TSV-Vereinsvorsitzende Wolfgang Roschinski steht in der vor viereinhalb Jahren eingeweihten Sporthalle an der Rosenstraße.

Nach fast 20 Jahren an der Klubspitze macht der 67-Jährige Schluss. Einen Nachfolgekandidaten gibt es bereits.

shz.de von
01. November 2018, 12:00 Uhr

Klein Offenseth-Sparrieshoop | Er ist der hemdsärmlige Typ, der praktisch nie Krawatten trägt. Er ist ein Kumpeltyp, der aber auch durchaus bärbeißig sein kann, wenn ihm Dinge zu lange dauern. Bald 20 Jahre hat Wolfgang Roschinski so den TSV Sparrieshoop als Vorsitzender geführt.

Wer macht's künftig?

In sechs Tagen endet diese Ära. Während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des TSV am Mittwoch, 7. November, wird der 67-Jährige nicht erneut für dieses Amt kandidieren.

Vorschlag für die Nachfolge ist Tim Stahl. Die stellvertretenden Vorsitzenden Theo Schinkel, Frank Ehlert und Thorsten Schröder werden sich zur Wiederwahl stellen.

„Der Akku ist leer”

„Der Akku ist leer“, sagt Roschinski. Der pensionierte Polizeibeamte, der im kommenden Monat zum 68. Mal Geburtstag feiern wird. „Ich möchte einfach nicht jeden Tag auf den Kalender gucken müssen, was ich an Terminen habe.“

Dass der rund 800 Mitglieder starke Mehrspartenverein zeitgleich eine von einigen Behörden lange geforderte neue Satzung verabschieden will, war für „Roschi“ – beim Vornamen nennt ihn eigentlich nur Ehefrau Katrin – Anlass für den Schritt weg aus der ersten Reihe.

Wenn die Mitglieder, wie zu erwarten ist, dem neuen Paragraphenwerk zustimmen, wird am gleichen Abend der geschäftsführende Vorstand komplett neu gewählt.

„Roschi” bleibt mit dem TSV verbunden

„Ich gehe nicht im Bösen“, betont Roschinski. Und er geht auch nicht so ganz. Zum einen werde er seinem designierten Nachfolger natürlich – wenn gewünscht – mit Rat zur Seite stehen. Mit Tat werde er für seinen TSV auch künftig bei Fragen rund um die Sporthalle da sein.

Die eigene Sporthalle war – und ist – das große Thema von Roschinskis Amtszeit, der 1999 Helmut Pillatzke beerbt hat. Als zeitgemäße Sportstätte taugte die gern als „Schuhkarton“ bezeichnete (zu) kleine Halle im Komplex der Grundschule schon vor seinem Amtsantritt nicht. Langes Drängeln und Argumentieren folgte.

Zeitfresser Sporthalle

Immer wieder war die Finanzierung des 2,4-Millionen-Euro-Projekts unklar. Als diese stand, folgten langwierige Verhandlungen über Baugenehmigung, Ausschreibungen und noch viel mehr Formalitäten. „Das war eine Zeit, die hat einen aufgefressen“, so Roschinksi rückblickend.

Im Februar 2014 war man endlich am Ziel: Einweihung der neuen Zwei-Feld-Halle. Doch die Freude war von kurzer Dauer. Die Folgen eines vor drei Jahren entdeckten Wasserschadens – die Halle war von Februar bis August 2015 geschlossen – wirken bis heute nach. In einem Duschraum ist der Ablauf verschlossen.

Neuer Fußboden soll kommen

In den Hallenboden mussten 50 kleine Löcher mit einem Durchmesser von jeweils vier Zentimetern gebohrt werden. Diese sind zwar notdürftig verschlossen, so dass der Sportbetrieb läuft. Das reicht dem Noch-Vorsitzenden aber nicht. „Da soll ein neuer Fußboden rein. Auf diesem Standpunkt steht auch unser Rechtsanwalt“, sagt er. Noch aber ist das in Klärung.

Klarheit gibt es zumindest für den gesperrten Umkleidetrakt ohne Duschablauf: Der wird demnächst erneuert. „Das hat die Versicherung abgenickt“, sagt Roschinski und ist für diesen Moment überhaupt nicht bärbeißig, sondern einfach nur erleichtert.

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