Deutsche Meisterschaften im Voltigieren : Tornescher Jonas Just stürzt in der entscheidenden Kür

Der Tornescher Voltigierer Jonas Just zeigte bei seiner Kür zur Musik des Films „Tron Legacy“ einige Übungen der höchsten Schwierigkeitsstufe auf demgaloppierenden Pferd.
Der Tornescher Voltigierer Jonas Just zeigte bei seiner Kür zur Musik des Films „Tron Legacy“ einige Übungen der höchsten Schwierigkeitsstufe auf demgaloppierenden Pferd.

Bei den Titelkämpfen in Elmshorn erlebt Just einen Schreckmoment, der ihn weit zurückwirft. Dennoch ist er zufrieden.

shz.de von
01. August 2018, 16:45 Uhr

Elmshorn | Jonas Just sorgte bei den Deutschen Voltigiermeisterschaften am Sonntag unfreiwillig in der Fritz-Thiedemann-Halle für einen Moment der Atemlosigkeit und absoluten Stille.

Turnierpremiere für Just

Der 20-Jährige trainiert seit fünf Jahren beim PSV Grevelau in der Nähe von Winsen/Luhe und qualifizierte sich deshalb auch als Teilnehmer des Landesverbands Hannover für seine ersten nationalen Titelkämpfe der männlichen Einzelvoltigierer in der S-Klasse. Die Anfänge des Norddeutschen Juniorenmeisters von 2016 liegen jedoch beim RV Esingen.

Schreckmoment während der Finalkür

Der Tornescher turnte seine einminütige Finalkür zum Film „Tron Legacy“ auf dem Wallach Captain Kirk, als er mit einem Fuß abrutschte und in den Zirkel stürzte. Gebannt verfolgten die Zuschauer, wie das Pferd stehen blieb und die Musik verstummte.

Der BWL-Student kam unverletzt wieder auf die Beine und Longenführer Malte Peters setzte sein Pferd wieder in Bewegung. Nach wenigen Galoppsprüngen stand auch Just wieder auf dem Rücken des Wallachs und setzte sein Kürprogramm fort.

Blitzschnelle Reaktion gefordert

„Als ich merkte, dass ich mit dem Fuß wegrutschte, musste ich mich innerhalb des Bruchteils einer Sekunde entscheiden, wie ich darauf reagieren wollte“, sagte Just nach dem Wettbewerb.

„Bis dahin war ich mit mir ganz zufrieden. Es machte aber keinen Sinn sich festzuklammern, denn das können alle sehen. So ein Rettungsversuch kann dem Pferd weh tun – und das will ich unbedingt verhindern.“

Lob für das Publikum

Just brachte sein Programm in der erlaubten Zeit zu Ende und wurde mit Applaus verabschiedet. In der Platzierung warf ihn der Sturz auf Rang neun der Gesamtwertung zurück, aber das war für Just nicht wichtig: „Es ist schön, dass das Publikum mit uns Voltis mitfiebert und Mitleid hat“, sagte er in der Rückschau.

Zahlreicher Besuch aus Down Under

Im Publikum saß auch eine 20-köpfige Gruppe aus Australien. „Wir sind drei Wochen zu einem Austausch in Deutschland. Der Besuch in Elmshorn ist unser sportlicher Höhepunkt, denn bei uns gibt es nur sehr wenige Voltis auf diesem Niveau“, erklärte Rachel Davey. Sie ist eine von vier Betreuern, die 16 Voltigiererinnen im Alter von 14 bis 20 Jahren begleitete.

Eigenes Bett statt Hotel

Just war aber der einzige Teilnehmer an den DM mit einem echten Heimvorteil: Er konnte zuhause übernachten. „Sonst steige ich im Hotel ab, aber ich schlafe nirgendwo besser als zuhause. Und ich bin in zwölf Minuten beim Holsteiner Verband. Besser geht's nicht.“

Ziele des Torneschers waren ins Finale einzuziehen und mit Zufriedenheit den Zirkel zu verlassen. Beides gelang ihm: „Mein Longenführer, das Pferd und ich waren das erste Mal bei den DM dabei und bekamen in einzelnen Elementen gute Noten. Dass sich auf dem Podest die Männer aus der Bundesspitze platzieren, war klar. Davon bin ich noch weit von entfernt. Und Stürze passieren immer wieder mal. Thomas Brüsewitz hat bewiesen, dass man auch damit Deutscher Meister werden kann.“

Deutsche Voltigiermeisterschaften in Elmshorn

Einzel, Frauen: 1. Kristina Boe/Longenführerin Winnie Schlüter/Don de la Mar (LV Hamburg), Gesamtwertung: 8,781 Pkte; 2. Janika Derks/Jessica Lichtenberg/Carousso Hit (LV Rheinland), 8,516; 3. Corinna Knauf/Alexandra Knauf/Fabiola W (LV Rheinland), 8,455;

Männer: 1. Thomas Brüsewitz/Patric Looser/Danny Boy (LV Rheinland), 8,667; 2. Julian Wilfing/Lars Hansen/Feliciano (LV Bayern), 8,663; 3. Jannik Heiland/Barbara Rosiny/Dark Beluga (LV Hamburg), 8,573; 9. Jonas Just/Malte Peters/Captain Kirk (LV Hannover), 6,236;

Doppel: 1. Johannes Kay und Janika Derks/ Barbara Rosiny/Dark Beluga (LV Rheinland), 9,117; 2. Torben Jacobs und Theresa-Sofie Bresch/Alexandra Knauf/Picardo (LV Rheinland), 9,038; 3. Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes/Claudia Döller Ossenberg-Engels/Caramoe (LV Westfalen), 8,888;

Gruppen: 1. Fredenbeck I/Gesa Bührig/Wizaro (LV Hannover), 8.615; 2. Team NORKA des VV Köln-Dünnwald/Patric Looser/Picardo (LV Rheinland), 8,601; 3. VV Ingelsberg I/Alexander Hartl/Lazio (LV Bayern), 8,505

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