Handball : Jonas Maaß und das besondere Kribbeln

Dirigent:  Der 24-jährige Jonas Maaß übernimmt beim Landesligisten aus Elmshorn nicht nur auf dem Feld Verantwortung.
Dirigent: Der 24-jährige Jonas Maaß übernimmt beim Landesligisten aus Elmshorn nicht nur auf dem Feld Verantwortung.

Der Kapitän des Elmshorner HT, schiebt regelmäßige Extraschichten, um weiter seinem Hobby nachgehen zu können.

shz.de von
11. Januar 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Das Kribbeln in den Fingerspitzen wurde Jonas Maaß einfach nicht los. Der 24-Jährige ist Handballer durch und durch – eine Erkenntnis, die dem Elmshorner erst im vergangenen Jahr richtig bewusst wurde. „Erst wenn man einmal nicht mehr seinem Hobby nachgehen kann, merkt man, wie wichtig es einem ist“, sagt der Kapitän des Elmshorner Handball-Teams.

Maaß fing 1999 im zarten Alter von sechs Jahren beim Elmshorner MTV mit der Teamsportart an und durchlief anschließend beim EMTV und ab 2004 beim damals neu gegründeten Elmshorner Handball-Team alle Jugendteams, ehe 2012 der Schritt ins Herren-Team folgte.

Doch dann sollten sich die Wege trennen. Maaß zog es 2013 nach Kiel, wo der Rechtshänder fortan Volkswirtschaftslehre studierte. Auch in der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein verlor der Rückraum-Akteur den Handballsport nicht aus den Augen und ging für Studentenmannschaften auf Torejagd – bis ihn eine Knieverletzung aus der Bahn warf.

Knorpelschaden im Knie zwingt Maaß zur Pause

„Ich habe mir einen Knorpelschaden im linken Knie zugezogen“, blickt Maaß zurück, der sich fortan voll und ganz auf sein Bachelor-Studium konzentrierte. Erst mit der Rückkehr gen Heimat im Jahr 2016 setzte bei dem glühenden THW Kiel-Fan das Kribbeln in den Fingerspitzen wieder ein. Der 24-Jährige schaute fortan regelmäßig in der Olympiahalle vorbei und feuerte von den Zuschauerrängen sein ehemaliges Team an.

EHT-Trainer André Zekorn, der mit Maaß vor dessen Umzug nach Kiel noch zusammen für den Landesligisten aufgelaufen war, sprach den Ex-Teamkollegen an und wählte die richtigen Worte. „André Zekorn hat mich gefragt, ob ich diese Saison noch einmal angreifen will. Für mich gab es anschließend keine zwei Meinungen, er hat mich vollkommen überzeugt“, so Maaß.

Nach Rücksprache mit den Ärzten hatte sich der Investmentberater gegen eine Operation am linken Knie entschieden und wählte stattdessen eine konservative Therapie. „Ich habe extrem viel für den Muskelaufbau gemacht, um so das Knie zu entlasten“, schiebt Maaß auch aktuell vor jedem Training noch Extraschichten.

„Die Zeit auf dem Feld und mit meinen Teamkollegen ist mir der Aufwand aber voll und ganz wert“, so Maaß, der sich Anfang der Saison einen Bänderriss im Knöchel zuzog und erst im Derby Ende Dezember gegen den Barmstedter MTV sein Comeback feierte. „In der Jugend hatte ich quasi keine Verletzung, in der jüngsten Vergangenheit habe ich dafür leider alles mitgenommen.“

Saisonziel muss korrigiert werden

Neben den körperlichen Herausforderungen kam für den Elmshorner in dieser Saison auch mental eine neue Aufgabe hinzu. Maaß ist Kapitän des Teams und musste sich erst einmal an die Rolle gewöhnen.

„Ich gehöre mit meinen 24 Jahren zu den älteren Spielern und versuche meine bisherigen Erfahrungen an die jüngeren Akteure weiterzugeben. Ich sehe mich zudem als Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft und versuche immer ein offenes Ohr für die Mitspieler zu haben.“

Als Tabellenfünfter mit aktuell sechs Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Barmstedter MTV ist das Ziel Wiederaufstieg in die Hamburg-Liga vor dem Duell am Sonnabend beim TuS Esingen II (19.15 Uhr) in weite Ferne gerückt.

Für Maaß allerdings kein Grund, die Saison bereits abzuschreiben. „Wir sind ein junges Team und lernen jede Partie dazu. Wir haben einige Spiele knapp verloren, was unserer Unerfahrenheit geschuldet war. Ich bin positiv gestimmt, dass wir aus diesen Situationen lernen und es in der Rückrunde, spätestens in der neuen Saison besser machen werden“, so der 24-Jährige. Spielt der Körper mit, wird Maaß auch dann mit an Bord sein.

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