American Football 2.Bundesliga : Fighting Pirates holen Adler vom Himmel

Dieser Ball entgleitet Nassim Amroun (links) in der Berliner Endzone, doch der Neuzugang reihte sich trotzdem in die Liste der Elmshorner ein, die einen Touchdown erzielten.
Dieser Ball entgleitet Nassim Amroun (links) in der Berliner Endzone, doch der Neuzugang reihte sich trotzdem in die Liste der Elmshorner ein, die einen Touchdown erzielten.

Elmshorner feiern zuhause gegen Berlin den ersten Saisonsieg. Ein Neuzugang trumpft auf.

shz.de von
07. Mai 2018, 12:20 Uhr

Elmshorn | Das Elmshorner Krückaustadion geht in das dritte Jahr als uneinnehmbare Festung. Und das heißt zugleich: Die Elmshorn Fighting Pirates haben erstmals in ihrer Geschichte ein Heimspiel in der German Football League 2 Nord gewonnen, nachdem sie während der Spielzeiten 2014 und 2015 nur auswärts gepunktet hatten. „Das ist erst einmal sehr gut“, stellte Pirates-Headcoach Jörn Maier kurz und bündig fest.

Aber, was heißt gewonnen: Trotz einiger eigener Schwächephasen haben die Seeräuber die Berlin Adler phasenweise förmlich zerrupft. Das 59:34 (40:22) fiel überaus deutlich aus.

Dickson schlägt voll ein

Herausragender Punktelieferant im gelben Jersey war Khairi Dickson. Drei Touchdowns krönten einen Nachmittag, an dem der US-amerikanische Neuzugang zahlreiche spektakuläre und lange Läufe von bis zu 70 Yards aufs Feld zauberte.

Trotzdem war von Überheblichkeit keine Spur zu merken: „Wir haben eine Menge Sachen, an denen wir arbeiten müssen“, sagte Dickson. „Wir haben viele Big Plays, aber auch viele Fehler gemacht.“

Gäste erwischen den besseren Start

Er lag damit ganz auf der Linie von Jörn Maier. „Wir haben viele Punkte gemacht, aber auch viele Punkte kassiert. Wir können uns auf beiden Seiten noch steigern.“ Vor allem die ersten zwei Minuten hätten aus Elmshorner Sicht Angst machen können.

Die Gäste aus der Hauptstadt benötigten nach dem Return nur viel Spielzüge für ihren ersten Touchdown und legten noch eine Two-Point-Conversion zum 0:8 drauf. Maier durfte sich in seiner immer wieder wiederholten Aussage bestätigt fühlen: „Berlin ist nicht so schlecht, wie sie letzte Woche gespielt haben. Die können den Ball übers Feld bewegen.“

Quarterback Alo überzeugt

Im Gegensatz zum ersten GFL-Abenteuer vor vier Jahren vermögen dies die Seeräuber aber auch. Geführt wurden sie von Quarterback Justin Alo. Zwölf von 17 Pässen brachte er in drei Spielvierteln – bei einer Interception (vom Gegner abgefangener Ball) – an den Mann, ehe im Schlussabschnitt bei geklärter Lage Christoffer Jensen ran durfte.

Darunter waren Touchdown-Pässe auf Philipp Schulz und Nassim Amroun. „Er hat eine sehr gute Präsenz hinter der Offense-Line. Wenn er den Ball in der Hand hat, bleibt er ruhig und wird nicht nervös. Er hat ein super Spiel gemacht“, lobte Maier seinen amerikanischen Spielgestalter, der einmal selbst die letzten Meter zur Endzone zurücklegte.

Und wenn es keine freie Anspielstation für einen Pass gab, war da immer noch Khairi Dickson, der mit einem 40-Yard-Kickoff-Return seine erste Duftmarke setzte und als frühen Höhepunkt im zweiten Elmshorner Drive den Ball mal eben über 70 Yards in Richtung Berliner Endzone trug.

Pirates steigern sich mit zunehmender Spielzeit

Nico Nowak vollendete einen Spielzug später zur ersten Elmshorner Führung. Einmal gingen noch die Adler in Front, doch dann holten die Seeräuber den Absteiger aus der 1. Bundesliga vom Himmel. Dickson gab sich hinterher bescheiden. „Die O-Line hat einen großartigen Job gemacht und mir die Lücken geöffnet, so dass es für mich einfach war zu laufen“, sagte er.

Als die Entscheidung gefallen war, schonte Maier seine Top-Spieler und gab Akteuren aus der zweiten Reihe die Chance, sich vor 1250 zahlenden Zuschauern zu zeigen. Der Sieg geriet zu keiner Zeit in Gefahr. Bereits kommenden Sonnabend, 12. Mai, reisen die Pirates zum Rückspiel bei den Adlern nach Berlin.

Elmshorn Fighting Pirates – Berlin Adler 59:34

Punkte Elmshorn Fighting Pirates: Khairi Dickson (18), Philipp Schulz (6), Sören Becker (5), Sascha Schlegel (6), Daniel Laporte (6), Justin Alo (6), Nico Nowak (6), Nassim Amroun (6)

Viertelstände: 19:14, 21:8,  19:6, 0:6

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