Sommerturnier des RFV Elmshorn : „Das Wohl des Pferdes steht an oberster Stelle”

Richter Jörg Salveter (rechts) wirft einen genauen Blick auf das Zaumzeug mit dem Reiterin Constanze Post und Linus ihre Prüfung bestreiten.
Richter Jörg Salveter (rechts) wirft einen genauen Blick auf das Zaumzeug mit dem Reiterin Constanze Post und Linus ihre Prüfung bestreiten.

Der 56-jährige Jörg Salveter aus Seester hatte beim Sommerturnier des RFV Elmshorn alles im Blick.

shz.de von
26. Juni 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Konzentration, präzises Formulieren und eine stets wache Auffassungsgabe brauchte Jörg Salveter während der beiden Turniertage des RFV Elmshorn auf dem Gelände des Holsteiner Verbandes. Der 56-Jährige nahm als Richter beim Sommerturnier teil und war für Spring- und Dressurprüfungen eingeteilt.

„Bei unserer Arbeit steht das Wohl des Pferdes an oberster Stelle“, sagt Salveter, der früher selbst geritten ist und 1999 die Richter-Laufbahn eingeschlagen hat.

„Das gilt während der Prüfungen genauso wie davor und danach. Daher sitzen wir nicht nur am Richtertisch, sondern haben auch auf den Abreiteplätzen ein Auge darauf wie die Reiter mit ihren Pferden umgehen.“

Die Turniertage begannen für den Apotheker um 7.30 Uhr, Sonnabend stand ab 8 Uhr eine Dressurreiterprüfung der Klasse L auf seinem Programm. Für die Prüfung auf dem Dressurplatz 2 neben den Stallungen des Holsteiner Verbands hatten 44 Reiter gemeldet, 28 traten an.

Alle Turnierergebnisse

Einblick ins Gesetzbuch der Reiter

Bevor es losging, las Salveter noch einmal im Aufgabenheft der Leistungsprüfungs Ordnung (LPO), wie die Aufgabe aussehen sollte. „Die LPO ist das Gesetzbuch der Reiter. In ihren Paragraphen wird akribisch aufgelistet, wie das korrekte Verhalten auf dem Turnierplatz auszusehen hat, welche Zäumung und Sattel zugelassen sind und was der Reiter unter fairem Verhalten zu verstehen hat“, sagt Salveter.

Im Aufgabenheft ist festgelegt in welcher Reihenfolge die verschiedenen Lektionen im Schritt, Trab oder Galopp geritten werden sollen. Zudem stimmte sich Salveter mit seiner Richterkollegin ab wie der Sitz des Reiters, die Zügelführung oder die Hilfen, die der Reiter dem Pferd gibt, einzuordnen sind. Denn bei der Dressurreiter Prüfung stehen die Reiter im Fokus. Die Richter stufen jede Lektion mit Noten bis zu 10,0 ein.

Springreiterin Lydia Britt bestritt mit ihrer Hannoveraner Stute Glücksgöttin ihr erstes Stilspringen auf dem Herbert Blöcker Platz.
Anke-Suzan Behrmann
Springreiterin Lydia Britt bestritt mit ihrer Hannoveraner Stute Glücksgöttin ihr erstes Stilspringen auf dem Herbert Blöcker Platz.
 

„Das ist immer Teamarbeit”

„Bestnoten gibt es für die saubere Ausführung der Aufgaben entsprechend der Reitlehre“, erklärt der Mann aus Seester. „Wir zeigen bei unserer Bewertung die positiven wie negativen Aspekte der Ritte auf. Dabei orientieren wir uns am Ausbildungsstand der Reiter und Pferde. Und wir liefern den Reitern Anregungen wie sie sich verbessern können. Das ist immer Teamarbeit, hier richten wir immer zu zweit.“

Als dritte Person nimmt eine Schreiberin am Richtertisch Platz. Sie schreibt in Schönschrift auf den Protokollbögen mit, was ihr die beiden Richter diktieren. Denn die dürfen die Reiter später einsehen.

Salveter opfert häufig am Wochenende seine Freizeit den ländlichen Turnieren, früher begleitete ihn seine Frau, doch jetzt ist er immer allein unterwegs. Auch seine beiden Söhne haben mit Pferden nicht mehr viel im Sinn. Der heute 16-jährige jüngere Sohn ritt anderthalb Jahre, geht heute aber lieber ins Fitness-Studio.

„König Fußball” regiert auch im Reitsport

Seinen älteren Bruder hat zumindest die Leidenschaft am Schiedsrichten gepackt. Er pfeift Fußballspiele in Passau. Zuletzt richtete Salveter in Seester und Glückstadt oder auch bei den Trainingsturnieren in Friedrichshulde. Und das kann bis in den späten Abend dauern.

Nicht so am vergangenen Sonnabend: „Bei der Ausschreibung hat der RFV Elmshorn extra darauf geachtet, dass wir mit den letzten Prüfungen so rechtzeitig durch sind, dass wir alle das Deutschlandspiel verfolgen konnten. Da nehmen wir Rücksicht auf König Fußball!“

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