Baseball-2. Bundesliga : Aufbruchstimmung im Ballpark Elmshorn

Spartenleiter Tim-Oliver Urban (links) und Trainer Dennis Scherfisee.
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Spartenleiter Tim-Oliver Urban (links) und Trainer Dennis Scherfisee.

Alligators starten wieder in der 2. Bundesliga. Auf dem Elmshorner Mount steht dann nach langer Zeit erstmals wieder ein US-Amerikaner.

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14. April 2018, 16:00 Uhr

Elmshorn | Die Zeiten, zu denen sich gerade mal neun Akteure für die Auswärtsfahrt nach Berlin oder noch weiter weg fanden, wähnt Andre Lopacinski vorbei. Es weht ein neuer Geist bei den Elmshorn Alligators. „Es herrscht richtige Aufbruchstimmung“, sagte der Spartenvorsitzende der EMTV-Baseballer vor dem Start in die neue Saison am morgigen Sonntag mit einem Heimspiel gegen die Hamburg Stealers II.

Dem stimmt sein Trainer Dennis Scherfisee mit voller Inbrunst zu: „Wir haben es geschafft, eine Mannschaftsstimmung zu erreichen, wie noch nie.“ Ein Grund ist der Aufstieg: Erstmals nach drei Jahren schwingen die Baseballer den Schläger wieder in der 2. Bundesliga Nord.

Erster Importspieler seit zwölf Jahren

Ein Indiz für Urbans Einschätzung ist die gute Trainingsbeteiligung – selbst bei Temperaturen unterm Gefrierpunkt.

Ein anderes hört auf den Namen Robbie Ingram (26), kommt aus dem sonnigen Kalifornien und ist Pitcher. Zuletzt hatten die Allis vor zwölf Jahren – ebenfalls in der 2. Bundesliga – in Januario Felix Garza einen Import-Spieler in ihren Reihen. Beim neuesten Coup war ein wenig Zufall im Spiel.

„Wir haben nicht aktiv gesucht, obwohl wir schon mit dem Gedanken gespielt haben, uns mit einem US-Amerikaner zu verstärken“, sagte Urban. Ins rollen kam die Sache aber erst, als sich der ehemalige deutsche Nationaltrainer Frank Fulton via Facebook bei einigen ihm bekannten Elmshornern meldete und Ingram anbot.

Sportlich wie menschlich passt es

Gut zwei Wochen ist Ingram jetzt in Elmshorn. Er wohnt bei Alligators-Spieler Christopher Kegel in einer Einliegerwohnung. Die ersten Eindrücke – sportlich wie menschlich: „Es passt beides“, so Lopacinski: „Er wird uns sportlich weiter helfen und versucht bereits, Deutsch zu lernen.“

Auch mit Kindern könne der US-Boy gut umgehen, was passt, denn er soll auch ins Nachwuchstraining eingebunden werden. Auch wenn die Alligators aktuell keine Jugendmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet haben, verspürt Lopacinski auch in diesem Bereich einen Aufschwung.

Team vereint mehrere Generationen

Ingram hat in seiner Heimat zuletzt für die University Concordia Irvine in Kalifornien gespielt und war auch in einer Independent Profi-Liga aktiv. Mit ihm auf der Schlüsselposition sowie zahlreichen etablierten Akteuren geht es in die neue Saison, nachdem die Alligators vor zwei Jahren nach Auflösung der Regionalligen auf den bereits damals möglichen Sprung in die zweite Liga verzichtet hatten.

Der Mount ist sein Revier: Robbie Ingram ist der neue Pitcher der Alligators und seit zwei Wochen in Deutschland.
Michael Bunk
Der Mount ist sein Revier: Robbie Ingram ist der neue Pitcher der Alligators und seit zwei Wochen in Deutschland.

Das eine Jahr in der Verbandsliga habe als Aufbauhilfe gut getan, ist Scherfisee überzeugt. „Wir möchten dieses Jahr was erreichen. Wohin der Weg aber führt, ist zweitrangig. Hauptsache, die Stimmung bleibt so gut“, sagte der Trainer, der mehrere Generationen unter einen Hut bekommen muss. Julian Broll ist mit noch 16 Jahren der jüngste im Team, Philipp Bock mit 45 Jahren der älteste.

Dass zum Saisonauftakt die Hamburg Stealers in den Ballpark Wilhelmshöhe kommen, ist ein besonderes Highlight. „Etwas größeres als dieses Derby gibt es nicht. Die Stealers bringen immer viele Leute mit“, so Scherfisee, der auf ein volles Haus hofft.

Zur 2. Baseball-Bundesliga Nord gehören sechs Mannschaften. Neben den Elmshorn Alligators sind die Hamburg Marines, Hamburg Stealers II, Hamburg Knights, Holm Westend 69’ers und Kiel Seahawks. Die Teams treffen an Doppel-Spieltagen jeweils dreimal aufeinander. Der Modus aus Hin-, Rück- und erneutem Hinspiel beschert den Alligators insgesamt zehn Partien an der Wilhelmshöhe und nur fünf Auswärtsfahrten, von denen vier nach Hamburg führen und eine nach Kiel führt. Ein Grund für die vielen Heimspiele ist auch, dass der Kreisrivale aus Holm mangels eigenem Platz – dort wird derzeit einer gebaut – im zweiten Jahr nach Elmshorn ausweicht.
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