Freiwasser-EM der Junioren auf Malta : Arti Krasniqi und der Marathon im Meer

Um sich optimal auf die EM vorzubereiten, hat der Pinneberger Arti Krasniqi zuletzt viele Stunden im Wasser verbracht.

Um sich optimal auf die EM vorzubereiten, hat der Pinneberger Arti Krasniqi zuletzt viele Stunden im Wasser verbracht.

Bei der Freiwasser-EM auf Malta geht der Pinneberger Arti Krasniqi vom Swim-Team Elmshorn wieder auf Medaillenjagd über die 10-Kilometer-Strecke.

shz.de von
11. Juli 2018, 12:45 Uhr

Elmshorn | Wo andere Urlaub machen, geht er bis an seine Grenzen. Arti Krasniqi vom Swim-Team Stadtwerke Elmshorn ist einer der talentiertesten Langstreckenschwimmer in Deutschland – und bald wieder international auf ganz hohem Niveau unterwegs.

Der 18-Jährige, der erst vor zwei Monaten sein Abitur gemacht hat, ist einer von 15 Auserwählten, die der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) für die Junioren-Europameisterschaften 2018 im Freiwasserschwimmen nominiert hat.

„Medaille wäre mega.”

Vom 13. bis 15. Juli laufen die Wettkämpfe auf Malta, Krasniqi hat ambitionierte Ziele vor Augen. „Wenn ich wieder eine Medaille holen kann, wäre das mega“, sagt der Pinneberger. Vor einem Jahr bei der Freiwasser-EM im französischen Marseille holte Krasniqi Bronze über zehn Kilometer.

Auf die lange Distanz, den sogenannten Schwimm-Marathon, bereitet sich der gebürtige Kosovare derzeit akribisch vor.

Krasniqi peilt auf Malta erneut die Medaillenränge an.
Michael Bunk

Krasniqi peilt auf Malta erneut die Medaillenränge an.

 

Hartes Training für den Kampf gegen die Wellen

Bis zu zehn Mal pro Woche geht es für Krasniqi ins Wasser, dann schwimmt er sieben oder acht Kilometer – und das zwei Mal am Tag. „In der Vorbereitung auf einen Wettkampf ist das normal“, berichtet Krasniqi, der zusätzlich noch Krafttraining macht.

Eine Strecke, die für viele schon eine echte Herausforderung zu Fuß darstellt, legt das Schwimm-Talent im offenen Gewässer zurück.

Platzierung wichtiger als Zeit

Fast zwei Stunden lang kämpft sich Krasniqi dann durch die Wellen, manchmal bei erschwerten Bedingungen. „Welche Zeit man schwimmt, hängt auch damit zusammen, wie stark die Strömung ist“, so Krasniqi.

Ob er nun nach 1:50 Stunden ins Ziel kommt oder ein paar Minuten länger braucht, spielt für den Athleten vom Swim-Team Elmshorn aber nur eine untergeordnete Rolle: „Am Ende kommt es auf die Platzierung an.“

Erwachsene geben erst am Ende Gas, Junioren schon zu Beginn

Taktisch gibt es im Junioren-Bereich noch Unterschiede zu den Erwachsenen. Während die Profis es zunächst ruhig angehen und „zum Ende ein wahnsinniges Tempo hinlegen“, ist es bei den jungen Schwimmern eher andersherum.

„Man versucht vorne loszulegen und sich abzusetzen. Zwischen Kilometer zwei und acht ist man ruhiger unterwegs, um dann zum Schluss das Tempo wieder zu erhöhen“, verrät Krasniqi.

Keine Zeit für Sightseeing

Seit Sonntag bereitet sich der Langstreckenschwimmer mit den anderen 14 DSV-Talenten, wie unter anderem der Elmshornerin Lea Boy, in Würzburg intensiv auf die Wettkämpfe auf der Mittelmeerinsel vor. Am Mittwoch geht der Flug Richtung Südeuropa – Zeit für eine Erkundungstour bleibt aber wohl nicht. „Man konzentriert sich dann auf den Start“, sagt Krasniqi.

Am Sonnabend steht für den Pinneberger der Einzelwettkampf an, seine Chancen aufs Siegerpodest sind nicht schlecht. „Diesmal gehöre ich dem älteren Jahrgang an“, unterstreicht Krasniqi, der gegen die Top-Konkurrenz aus den Jahrgängen 1999 und 2000 antritt. 

DSV-Staffel hat erneut Medaille im Visier

Gute Aussichten auf eine Medaillenplatzierung hat auch die Staffel des DSV, die am Sonntag über 4x1,25 Kilometer an den Start gehen wird. Krasniqi, Boy & Co. sind bereits 2017 an der Côte d’Azur zu Silber geschwommen – und wollen auch diesmal für Deutschland glänzen.

Danach geht es in den wohlverdienten Urlaub. So ganz ohne Langstreckenschwimmen versteht sich.

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