Fussball-WM : 26 Teams beim ersten eSports-Turnier des Elmshorner MTV

Immer wieder Frankreich: In Fifa18 eine der beliebtesten Nationalmannschaften.
Immer wieder Frankreich: In Fifa18 eine der beliebtesten Nationalmannschaften.

Packende und torreiche Fifa18-Duelle in der Elmshorner Olympiahalle. Frankreich ist auf der Playstation eine Macht. Mit Info: Millionengeschäft eSports.

shz.de von
14. Juni 2018, 14:00 Uhr

Elmshorn | Bei der Weltmeisterschaft in Russland zählt die französische Nationalmannschaft zu den Topfavoriten auf den Titel. Gespickt mit gestandenen Elite-Spielern wie Antoine Griezmann und Olivier Giroud sowie hochtalentierten Nachwuchskräften á la Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé strotzt die Equipe Tricolore nur so vor fußballerischer Klasse.

Frankreich in Fifa18 äußerst beliebt

Dabei stehen auch die virtuellen Versionen der Kicker ihren realen Vorbildern in nichts nach und erfreuen sich in der Welt des eSports (siehe unten auf dieser Seite) entsprechend großer Beliebtheit.

In Zweier-Teams traten die Spieler gegeneinander an.
Patrick Tabel
In Zweier-Teams traten die Spieler gegeneinander an.
 

Beim ersten eSports-Turnier des Elmshorner MTV duellierten sich in der Olympiahalle insgesamt 26 Zweier-Teams um die Elmshorner WM-Krone an der Konsole. Gespielt wurde die Fußball-Simulation Fifa 18 auf der Playstation 4.

Mehr als die Hälfte der Spieler wählten dabei Frankreich für ihre Titeljagd aus. „Die haben einfach eine überragende Offensive“, war sich das Gros der Teilnehmer einig. Zwar schickten andere Teams mit Spanien, Belgien, Deutschland und Brasilien ebenfalls namhafte und hochwertige Konkurrenz ins Rennen.

Zwei Tablets für das Gewinner-Team

Das Finale allerdings verkam zu einem rein französischen Duell. Dabei wusste das Team „Breakfastclub“ etwas besser mit Griezmann und Co. umzugehen und sicherte sich dank eines 4:1-Erfolgs über „FC Cukur“ den Gesamtsieg. Als Preis bekam das Erfolgsduo zwar nicht den goldenen WM-Pokal überreicht, dafür aber zwei Tablets von Turniersponsor Expert Bening.

Zufriedene Gesichter beim Ausrichter

EMTV-Geschäftsführer Mark Müller zeigte sich derweil „begeistert“, dass so viele Teams zur Turnierpremiere erschienen waren. Organisiert wurde der erste eSports-Cup von Thorben Lass und Philipp Matthiessen.

Letzterer absolviert derzeit seinen Freiwilligendienst beim EMTV und hat während seiner Tätigkeit im Verein unter anderem ein eigenes Projekt zu leiten. „Da kamen wir dann auf die Idee, mal ein Fifa-Turnier auszurichten“, erklärt Auszubildender Thorben Lass, genau wie Matthiessen begeisterter Spieler der Fußball-Reihe.

An der Konsole ist Frankreich eine Macht. In den nächsten vier Wochen wird sich zeigen, ob das auch auf dem echten Rasen gilt.

Mehr als nur Zocken: Einblick in die Welt der eSportler

Stundenlang vor dem Computer oder der Konsole sitzen und zocken: Was vor zehn Jahren noch als grauenhafter Zeitvertreib der Jugend galt, ist heutzutage zu einem Beruf geworden, mit dem Menschen Millionen verdienen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema eSports.

Was ist eigentlich eSports?

Der Begriff eSports steht für elektronischen Sport und bezeichnet den Wettkampf von Teams und Einzelspielern bei Computer- und Konsolenspielen. Die eSports-Szene ist Ende der 1990er Jahre entstanden und hat sich in den vergangenen Jahren professionalisiert.

Ist eSports eine Sportart?

eSports ähnelt einer klassischen Sportart in vielerlei Hinsicht. Es gibt feste Regeln, ein einheitliches Punktesystem sowie nationale und internationale Teams, die in unterschiedlichen Ligen organisiert sind. Zahlreiche Länder, vorrangig in Amerika und Asien, haben eSports bereits offiziell als Sportart anerkannt.

Auch Deutschland wird wohl bald nachziehen. Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, „eSport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anzuerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive zu unterstützen.“

Wie viel Geld ist im Spiel?

Eine Menge. Die Finalspiele der größten Turniere finden regelmäßig in ausverkauften Stadien statt. Millionen weitere Zuschauer verfolgen die Duelle live im Internet. 2017 waren es 385 Millionen.

Der virtuelle Sport finanziert sich vor allem mit Geldern aus Sponsoring, Werbung, Ticketverkauf und Merchandising. Aktuell beträgt der weltweite Umsatz 661 Millionen Euro. Tendenz steigend.

Hauptberuf eSportler?

Ja, es gibt Spieler, die von ihren Einnahmen  leben können. Das betrifft bislang aber noch eine eher kleine Gruppe. Der Großteil betreibt eSports noch nicht hauptberuflich.

Wie trainieren eSportler?

Um ihr Niveau zu halten und zu steigern, trainieren Profizocker häufig mehr als zwölf Stunden pro Tag. Bei Teamspielen ist die Zeit dabei in Übungseinheiten mit der kompletten Mannschaft und Einzeltraining eingeteilt. Dort werden dann verschiedene Strategien geprobt und besprochen oder die Geschicklichkeit mit Maus und Tastatur weiter perfektioniert.

Was wird gespielt?

Das Action-Echtzeit-Strategiespiel League of Legends (LoL) vereint die meisten Spieler. Weltweit 27 Millionen spielen es täglich. Es gibt zudem etliche Profi-Teams, die sich bei hochdotierten Turnieren duellieren.

Gleiches gilt für den Taktik-Shooter Counter Strike: Global Offensive sowie den LoL-Genrerivalen DotA 2. Aber auch Sportspiele wie die Fußball-Simulation Fifa locken insbesondere in Europa immer mehr eSportler an.

Wie groß ist eSports in Deutschland?

Aus finanzieller Sicht hinkt Deutschland im globalen Vergleich hinterher. 50 Millionen Euro wurden 2017 umgesetzt. Der Markt allerdings wächst auch hierzulande enorm. Aktuell um 30 Prozent.

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