3. Handball-Liga Nord : „Wölfe“ mit bitterer Niederlage

Viel Platz für Malte Voigt (am Ball) vom TSV Altenholz), doch er scheitert an Jan Peveling im Tor des HSV Hamburg.
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Viel Platz für Malte Voigt (am Ball) vom TSV Altenholz), doch er scheitert an Jan Peveling im Tor des HSV Hamburg.

In der 3. Handball-Liga Nord verlor der TSV Altenholz im Spitzenspiel Spitzenreiter HSV Hamburg vor über 1200 Zuschauern.

shz.de von
12. Februar 2018, 06:00 Uhr

Altenholz | Der Traum von der Titelverteidigung ist für den TSV Altenholz vermutlich geplatzt. Vor der überragenden Kulisse von wohl mehr als 1200 Zuschauern in der randvollen Edgar-Meschkat-Halle unterlagen die gastgebenden Drittliga-Handballer dem Spitzenreiter HSV Hamburg mit 20:26 (12:13).

Es war die erste Heimniederlage seit dem 20. März 2016. Im Jubelorkan der Hamburger Fans mussten die „Wölfe“ eine Niederlage verdauen. Die Gäste feierten überschwänglich, die Spieler des TSV Altenholz starrten in den Raum oder suchten Trost bei Verwandten oder Bekannten. „Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass heute die Tagesform entscheiden wird. Die 26 Gegentore kann ich akzeptieren, aber wir haben es vorne vermasselt. Es gibt diese Tage, wo du die freien Bälle verwirfst“, so TSVA-Trainer Mirko Baltic. Der 38-Jährige sprach von einem Lernprozess. „Wir werden versuchen, uns zu verbessern.“

Die Niederlage ist insofern ärgerlich, weil in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen klammheimlich an einem Konzept für die 2. Liga gearbeitet wurde. Der TSV war finanziell offenbar bereit, das Abenteuer anzutreten. Es fehlte die Zustimmung der Gesellschafter und die sportliche Bestätigung.

Im Topspiel des Zweiten gegen den Spitzenreiter aus Hamburg war die 47. Minute der Wendepunkt. Bis dahin hatte die Führung nur dreimal gewechselt. Die Hamburger kamen nach dem 8:6 (21.) von Kreisläufer Marcel Möller, der ein feines Anspiel von Jonas Ottsen verwertete, zunehmend besser ins Spiel. Kurz vor dem Seitenwechsel verhinderte TSVA-Schlussmann Tom Landgraf mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Lukas Ossenkopp einen Zwei-Tore-Rückstand zur Pause.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, früher selbst Handballer beim Eckernförder MTV, sah die Gastgeber spielerisch dennoch mit leichten Vorteilen. Doch die „Wölfe“ vergaßen, sich im Angriff die Belohnung in Form von Toren abzuholen. Die Hamburger hingegen, die oft unter Druck des passiven Spiels standen, hatten durch Jan Forstbauer mehrfach das bessere Ende. Als Möller nach einer weiteren Parade von Hamburgs Torhüter Jan Peveling (insgesamt 15 Paraden) das 18:18 (47.) erzielte, dachte kaum jemand daran, dass das Pendel nun in wenigen Minuten zugunsten des HSV ausschlagen würde.

Gäste-Trainer Torsten Jansen stellte Leif Tessier in die Spitze der 5:1-Abwehr und brachte den TSV-Angriff damit aus dem Rhythmus. „Das war genau das Richtige, dadurch ist Altenholz nicht in die gewohnten Abläufe gekommen“, so Jansen. Die Gastgeber, bei denen Ottsen in der heißen Phase des Spiels mit Fußproblemen zu kämpfen hatte, verzagten. „Ich bin selbst überrascht, dass wir das nicht umsetzen konnten“, sagt Altenholz’ Rückraumspieler Michael Nicolaisen.

Der Hamburger 4:0-Lauf ebnete den Gästen den Weg in die Siegerspur. Zwar verkürzten Ole Diringer und Malte Voigt noch einmal auf zwei Treffer, aber die Hamburger legten erneut vier Tore nach und feierten ihren 16. Saisonsieg wie eine Meisterschaft. „Wir sind Leistungssportler und wollen jedes Spiel gewinnen. Heute haben sich die Jungs dieses redlich verdient“, sagt HSV-Präsident Martin Schwalb.

TSV Altenholz: Landgraf (1.-38., 8 Paraden) Schröder (ab 38., 9 P.) – Fängler (1), Ottsen (2), Köpke (2), Boldt (2/2), Voigt (2), Nicolaisen (2), Abelmann-Brockmann (1), L. Firnhaber, Bergemann, Williams, Diringer (4), Möller (4).


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