zur Navigation springen

Laufsport : Uliczka kommt wieder in Fahrt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Über 1100 Teilnehmer schwitzten beim heißen 16. Gettorf-Lauf unter der Sonne des Wohlds. Verena Becker feierten ihren siebten Sieg und zieht mit Anke Tiedemann gleich.

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2016 | 06:00 Uhr

Die Sonne lacht fast immer, wenn der Gettorf-Lauf gestartet wird. Doch so hochsommerlich wie die gestrige 16. Auflage haben auch die treuen Stammgäste den Lauf über die Straßen den Dänischen Wohlds nur selten erlebt. Bei knackig warmen Temperaturen waren über 1100 Aktive auf den Beinen und testeten auf verschiedenen Wettkampfstrecken aus, ob die Kondition auch für Hitzeläufe ausreicht. Die meisten Athleten konnten nach dem Rennen diese Frage für sich positiv beantworten, auch wenn viele bei ihren Zeiten die Ambitionen etwas zurückschrauben mussten und manche doch auch sichtlich geschafft den Zielstrich auf dem Sportplatz am Sander Weg überquerten.

Erfahrung mit Rennen unter extremen Temperaturbedingungen hat Steffen Uliczka im Laufe seiner Karriere schon reichlich gesammelt. Doch bei seinen Rennen über 3000 Meter Hindernis an vielen warmen Orten dieser Welt waren für den Olympia-Teilnehmer von 2012 die Anstrengungen stets nach etwas mehr als acht Minuten beendet. „Die Hitze merkt man natürlich schon mehr, wenn man länger unterwegs ist“, erklärte der 31-Jährige von SG Kronshagen-Kiel, der als Sieger des Zehn-Meilen-Laufs (16,1 km) dem 16. Gettorf-Lauf das sportliche Glanzlicht aufsetzte. Uliczka gewann bei seinem ersten Start in Gettorf in 53:11 Minuten mit komfortablem Vorsprung vor Michael Wittig vom Borener SV (57:15 Min.) und Alexander Schilling (LC Oase Hingstheide/ 58:07 Minuten). Für Uliczka war der Gettorf-Lauf ein gelungener Zwischenschritt auf dem Weg zurück zu Bestform und Marathonreife. Der sechsfache Deutsche Meister im Hindernislauf war im Vorjahr auf die Marathonstrecke gewechselt und hatte sich vorgenommen, die Qualifikation für den olympischen Marathon in Rio de Janeiro anzustreben. Eine Verletzung bremste diese Ambitionen im Frühjahr jedoch aus. Von seinem Traum einer erneuten Olympia-Teilnahme musste er sich daher verabschieden. Die Idee, auch auf der Marathondistanz in deutsche Spitze vorzustoßen, hat Uliczka aber nicht aufgegeben. Nach auskurierter Verletzung hat er sich jetzt für den Herbst einen Marathonstart in Berlin oder Frankfurt vorgenommen. „Das Laufen geht jetzt wieder richtig gut und es fühlt sich toll an, wenn man spürt, dass die Form Fortschritte macht. Doch bis zur Bestform ist es noch weit“, erklärt der Sieger. In 53:11 Minuten lief Uliczka die zweitschnellste Zeit der Gettorf-Lauf-Geschichte. Einen Angriff auf den im Vorjahr von Karsten Meier aufgestellten Streckenrekord (52:01) hatte Uliczka gar nicht erst ins Auge gefasst. „Karstens Zeit vom letzten Jahr ist echt eine Hausnummer. Wäre er heute hier gewesen, hätte ich bestimmt auch nicht gewonnen“, zollt der neue Sieger seinem derzeit verletzten Vorgänger großen Respekt.

Für Verfolger Michael Wittig war beim Start schon klar, dass Platz 2 an diesem Tag das Maximum sein würde. „Ich habe es gar nicht erst versucht, an ihm dranzubleiben, und habe mich darauf konzentriert, meine Platzierung zu halten“, erklärt der 51-jährige Senioren-Landesmeister. Mit Matthias Schneider von den Tri-Stars Felm schaffte es auch ein Athlet aus dem Dänischen Wohld als Gesamt-Zehnter (1:04:45 Std.) unter die Top Ten des größten Volkslaufs im Altkreis.

Bei den Frauen schaffte Verena Becker einen Start-Ziel-Sieg und damit den siebten Erfolg beim Gettorf-Lauf. Damit zieht die 38-Jährige von der SG Kronshagen-Kiel mit Rekordsiegerin Anke Tiedemann gleich. Während des gesamten Rennens blieb Becker allerdings für ihre schärfsten Verfolgerinnen in Sichtweite. In 1:07:23 Stunden gewann die erfahrene Marathonläuferin vor der Ex-Gettorferin Jessika Ehlers (1:08:25) und Trixi Trapp (1:09:59). „Es war warm, aber heute lief es dennoch gut“, freut sich Becker über ihr gelungenes Rennen.

Im Wettkampf über 5 km kämpften die schnellsten weiblichen Athletinnen bis zu den letzten Metern auf der Stadionrunde in einem spannenden Rennen um den Sieg. In 19:18 Minuten hatte schließlich die 22-jährige Pinnebergerin Lara Hülsebusch die Nase knapp vor der jungen Sarah Dohse (19:32) und der Nordfriesin Julia Gröling (20:42) vorn.

Bei den Männern gewann der 20-jährige Söruper Mansor Farah in starken 15:50 Minuten vor den keinesfalls langsamen EMTV-Starter Philipp Grotrian (16:53). Farah hatte tags zuvor noch bei den Landesmeisterschaften über 1500 Meter den vierten Platz erlaufen. „So ein Bahnrennen merkt man danach schon in den Waden, aber es lief trotzdem heute ganz gut“, meint Farah.

Die Nordic Walker, die am frühen Morgen den langen Sporttag im Wohld eröffnet hatten, und die Läufer auf den langen Distanzen wurden schon vormittags von sommerlichen Bedingungen unter strahlender Sonne begleitet. Richtig warm wurde es für die über 150 kleinen Kinder, die zur Mittagszeit ihre anderthalb Stadionrunden beim Bambini-Lauf drehten, und für die Schülerinnen und Schüler bei den 3 km langen Schülerläufen am Nachmittag. Hier standen allerdings die Zeiten und Platzierungen im Hintergrund. Das Motto, das hier galt, lautete: Anmelden, antreten und ankommen – das zählt. Am besten setzte die Klasse 2c der GS Gettorf dieses Motto um. 19 der 21 Schüler der Klasse meisterten den Schülerlauf. Damit erzielte die Klasse mit 85,7 Prozent die beste Motivationsquote aller teilnehmenden Schulklassen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen