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Segeln : Spannende Luvkämpfe nach dem Start

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Knapp 200 Segelyachten nehmen bei der Aalregatta zum Auftakt der Kieler Woche Kurs in Richtung Eckernförde.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 06:00 Uhr

Eckernförde | Wind, Sonne und zahlreiche Zuschauer am Ufer: Der Start in die Kieler Woche 2017 hätte segeltechnisch nicht viel besser sein können, als am Sonnabend fast 200 Yachten in mehr als 10 Gruppen beim Start vor dem Kieler Yachtclub am Düsternbrook auf die 27,5 Seemeilen (51 Kilometer) lange Distanz nach Eckernförde gingen.

Betrug die Länge des direkten Kurses um die Halbinsel Dänischer Wohld gerade mal 20 Seemeilen, haben es die Veranstalter den Seglern nicht ganz so einfach gemacht, mussten diese doch auf einem böigen Halbwindkurs auf der Ostuferseite bis fast vor Kiel-Leuchtturm segeln und davor das Fahrwasser der Kieler Förde queren, um auf direktem Kurs zum Stollergrund, dem nördlichsten Ziel, zu segeln.

Jeweils einen der Startschüsse der Aalregatta zum Kieler-Woche-Auftakt gaben Alfons Hörmann, Präsident des Deut-schen Olympischen Sportbundes, und Klaus Bouillon, Vorsitzender der Sportminister-Konferenz und Innenminister des Saarlandes, wobei der erste Knall der Startpistole die Bodyguards des Innenministers zunächst irritierte, diese sich dann aber sehr schnell wieder entspannten.

Als erstes gingen die insgesamt vier Multihulls über die Startlinie, denen die Gruppe ORC Club 1, unter anderem mit den bekannten Namen Tutima sowie der spiegelnden Desna, folgten. Im Zehn-Minuten-Takt gingen die Boote über die Startlinie. Bedingt durch den Halbwindkurs blieben die Startfelder jedoch dicht beisammen, was dann in der Enge beim Leuchtturm Friedrichsort an der Bahnbegrenzung zum Hauptfahrwasser zu spannenden Luvkämpfen führte.

Nach Querung des Fahrwassers ab der Tonne 2 des Kieler Fahrwassers zogen sich die einzelnen Felder auseinander. In der kurzen Welle auf dem Stollergrund konnten die Multihulls ihr Potenzial nicht ausschöpfen und wurden durch die ORC-1-Racer kurzerhand überholt, so dass Jens Burmeister mit seiner Ember Sea vom Typ Brenta 55 als schnellstes Schiff auch als Erster um etwa 13.15 Uhr ankam.

Deutlich länger wurde der Tag für die breitensportlich orientierten Mannschaften nach Kiel-Rating (früher Yardstick), hier musste die Crew auf dem Zielschiff bis 18.15 Uhr warten, um anschließend das Treiben im Eckernförder Stadthafen genießen zu können. Mit der Feststellung des endgültigen Ergebnisses in der Bewertung nach Kiel-Rating tat sich die Wettfahrtleitung etwas schwer, nachdem ein Teilnehmer durch Selbstanzeige offenbarte, dass er mit Spinnaker gesegelt hatte, obwohl er in der Ohne-Spi-Klasse registriert war. Nachdem fast pünktlich das Ergebnis der ORC-Klassen verkündet wurde, kamen erst kurz vor 22 Uhr die Segler wieder zusammen, um dann auch das Ergebnis nach Kiel-Rating zu erfahren.

Etwas fürs Auge war dann der Start am Sonntagmorgen, hier sorgte die Windrichtung aus West mit rund zwei Windstärken für Spinnaker Starts, die schnell die Spreu vom Weizen trennte. Fiel zunächst die Entscheidung Nord- oder Südseite der Eckernförder Bucht schwer, sorgten nachfolgende Konkurrenten auch für Windabdeckungen, die zu nervenzerreibenden Zweikämpfen in den jeweiligen Startgruppen führten. Mehr als eine Stunde zog sich das Startverfahren durch die einzelnen Klassen. Als dann die Letzten über die Startlinie gingen, waren die Ersten auf der 20 Seemeilen langen Strecke in Richtung Kiel-Leuchtturm schon am Horizont verschwunden, wo die Zeitnahme für das Ergebnis erfolgte.

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