3. Handball-Liga Frauen : Schräbler: „Haben verdient verloren“

Imke Seidel hat hier mal den nötigen Platz für einen Sprungwurf aus der zweiten Reihe.
Foto:
1 von 2
Imke Seidel hat hier mal den nötigen Platz für einen Sprungwurf aus der zweiten Reihe.

In der 3. Handball-Liga Nord der Frauen konnte auch die HG OKT den Frankfurter Heimnimbus nicht brechen.

shz.de von
29. Januar 2018, 06:00 Uhr

Punkte weg, Stimme weg, nichts wie weg aus Frankfurt/Oder. Für die HG OKT gab es keinen Grund, den Aufenthalt an der polnischen Grenze unnötig in die Länge zu ziehen. Das 28:17 (10:8) aus Sicht des Frankfurter HC ließ keine Fragen offen, außer der, wieso Trainer Sebastian Schräbler nach dem Spiel so heiser war. Gab es für sein Team eine so laute Kabinenpredigt oder brachte das Coaching in der mit knapp 450 Zuschauern gefüllten Brandenburg-Halle seine Stimmbänder ins Flattern? „Es war von allem ein bisschen und ich war vorher schon etwas angeschlagen, aber nicht der Rede wert“, krächzt er. Ärger und großer Frust waren dem aber nicht zu entnehmen. „Wir waren die schlechtere Mannschaft und haben verdient verloren“, bilanziert er.

Frankfurt, das durch den Sieg mit Tabellenführer Buxtehude II gleichzog, zeigte sich bestens auf den Gegner eingestellt. Von vornherein agierte der FHC mit einer doppelten Manndeckung gegen Franziska Peters und Imke Seidel, stellte später auf eine einfache Manndeckung und dann eine 5:1-Abwehr um. „Die haben so viele Abwehrvarianten gespielt wie ich in der ganzen Saison“, staunt Schräbler. „Ich bin davon ausgegangen, dass sie zu Hause so selbstbewusst sind, ihren Stiefel zu spielen, statt sich auf uns einzustellen. Aber sie haben gewonnen und deshalb war es richtig.“ Schnell stand es 6:2 (19.). Erst mit dem 6:3 traf die HG das erste Mal aus dem Rückraum durch Imke Seidel. Es blieb ihr einziger Treffer. Keine Spielerin Schräblers kam auf mehr als drei Feldtore, was bezeichnend für die gute Deckung der Frankfurterinnen war. „Ein seltsames Bild der Toreverteilung, das zeigt, dass alle im Angriff nicht gut waren“, sagt Schräbler. Trotzdem gelang durch zwei Tore Josefine Lüthjes noch einmal der 7:7-Ausgleich (24.), und es folgte eine pausenübergreifende enge Phase (10:10, 37.).

„Wir haben gut verteidigt und sind gut zurückgelaufen“, lobt Schräbler seine Defensive. Doch dann zog Frankfurt davon. „Wir haben zu viele einfache Tore kassiert, der Gegner konnte uns auskontern. Die volle Halle hat dazu beigetragen, dass wir verunsichert waren“, erklärt Schräbler den folgenden 8:1-Lauf bis zur 48. Minute.

Am Ende waren es elf Tore Abstand, doch die Höhe der Niederlage sei für ihn nicht so schlimm, meint Schräbler. „In Frankfurt hat noch keiner gewonnen“, sagt er. Seine Stimme und sein Team haben nun wieder einmal zwei Wochen Zeit bis zur nächsten Aufgabe, um sich zu erholen.


HG OKT: Lobstaedt, Fasold – Ewert (1), Seidel (1), Trceziok, Rohwer (1), Fimmen (1), Völzke (1), Peters (6/4), Detlefsen (1), Lüthje (2), Haudrup, Lübker, Jörgensen (3)

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen