Handball-Landesliga : Petersens unverhoffter Abschied

Heiner Petersen (re.) bespricht sich mit der Mannschaft des Eckernförder MTV. Der Landesliga-Aufsteiger und der Coach gehen seit dieser Woche auf Wunsch des Trainers getrennte Wege.
Heiner Petersen (re.) bespricht sich mit der Mannschaft des Eckernförder MTV. Der Landesliga-Aufsteiger und der Coach gehen seit dieser Woche auf Wunsch des Trainers getrennte Wege.

Heiner Petersen hört nach fast drei Jahren als Trainer auf – Nachfolger könnte zeitnah feststehen.

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23. Oktober 2018, 12:39 Uhr

Die Nachricht kam überraschend. Nach dem ersten Saisonerfolg der Handballer des Eckernförder MTV in der Landesliga Nord wurde bekannt, dass Trainer Heiner Petersen sein Amt niederlegt. „Mit dem Aufstieg in die Landesliga habe ich meinen Job gemacht, Christian Levien wird ab Dienstag das Training übernehmen“, so der 67-Jährige am Sonnabend.

Der Zeitpunkt überrascht insbesondere. Die Eckernförder blieben zum Saisonstart fünf Partien in Serie ohne Sieg und verloren davon vier, sodass sie sich – entgegen der ambitionierten Zielvorgaben von Petersen – direkt im Tabellenkeller einsortierten. Beim Schlusslicht Wellingdorfer TV glückte dann aber der erste Sieg, für Petersen war es gleichzeitig der letzte als EMTV-Coach. „Für mich ist ab heute aus Altersgründen Schluss. Ich werde in Kürze 68 Jahre alt, gebe die gute Mannschaft in jüngere Hände und gehe wieder dorthin, woher ich gekommen bin, nämlich in den Handball-Ruhestand. Ich habe bereits länger mit dem Gedanken gespielt und es mir nicht leicht gemacht. Wichtig ist zu erwähnen, dass es nichts mit der Negativserie der letzten Wochen zu tun hat, das wird die Mannschaft schon wieder einrenken“, so Petersen, sichtlich emotional nach dem Auswärtserfolg in Wellingdorf. Dass er schon bald 68 Jahre alt wird, wusste der Coach aber schon vor Saisonbeginn, sodass dies zumindest nicht die einzige Begründung sein kann.

Am Montagnachmittag reiste Handballobmann Christian Levien aus dem Urlaub zurück und hat nun die Aufgabe, einen Nachfolger zu finden. Zeitdruck verspüre er aber nicht. Zum einen, da es bereits mit einem Kandidaten in dieser Woche zu Gesprächen kommen wird, von denen sich Levien natürlich einen erfolgreichen Abschluss erhofft, und zum anderen, weil der Handball-Obmann selber als Trainer einspringen würde. Weitere Kandidaten gibt es bisher nicht.

Levien bedankte sich für die erfolgreiche Zusammenarbeit bei Petersen und glaubt, „dass die Einstellung und Erwartungshaltung zwischen Heiner und der Mannschaft zu unterschiedlich“ sei. Vielleicht hatte sich Petersen nach dem Aufstieg erhofft, dass seine Spieler dem Handball in der Landesliga noch mehr unterordnen würden. „Aber das ist bei vielen Studenten, die wir in der Mannschaft haben, eben schwierig“, sagt Levien.

Unter dem Strich bleibt eine erfolgreiche Amtszeit des 67-jährigen Trainers, der vor fast genau drei Jahren, anfangs zusammen mit Ulli Hedtke, das neue Gespann bildete. Für den Rest der Saison 2015/16 bewahrten die beiden die Mannschaft knapp vor dem Abstieg in die Kreisliga. Mit Beginn der Saison 2016/17 war Petersen dann allein verantwortlich. Die ersten eineinhalb Jahre benötigte er Stabilität ins Gefüge der Ligamannschaft zu bekommen, um dann auf den Erfolgskurs zu schreiten. Mit den vielumjubelten Höhepunkten in der Vorsaison: Erst der vorzeitige Aufstieg und Gewinn der Meisterschaft, und dann auch noch der erste Sieg im Kreispokal.

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