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3. Handball-Liga : Olaf Keck muss gehen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dritter Trainer in zwei Jahren verlässt HG OKT – Mannschaft will Zusammenarbeit nicht mit Keck fortsetzen.

Owschlag | Der Nächste bitte. Nach nur einem Jahr als Trainer der HG OKT muss Olaf Keck die Drittliga-Handballerinnen nach der Saison wieder abgeben. Das wurde ihm vom Vorstandsmitglied Jens Stolley nach dem Training am Montag mitgeteilt. Eine Begründung, warum Keck wieder gehen muss, wollte Stolley auf EZ-Nachfrage nicht angeben. Damit entwickelt sich dieser Trainerposten immer mehr zum Schleudersitz. Nach nur einer Saison wird der B-Lizenzinhaber die HG spätestens im Mai verlassen. Damit hat die HG OKT seit der Gründung vor zwei Jahren bereits den dritten Trainerwechsel im Sommer hinter sich. Vor Keck hatten der Däne Vagn Hansen und für nur eine Woche im Mai 2015 Thomas Blasczyk den Trainerposten inne. Während Blasczyk damals nach unterschiedlichen Auffassungen über die zukünftigen Ansprüche – und damit verbunden auch über den Etat – die Konsequenzen zog und von sich aus zurücktrat, blieb Hansen eine komplette Saison. Im März 2016 beschlossen Hansen und der Vorstand den Vertrag nicht zu verlängern. Es folgte Olaf Keck, der sich im Interview über die Trennung äußert.

Herr Keck, Der HG-Vorstand hat Ihnen am Montag nach dem Training mitgeteilt, dass Sie in der kommenden Saison nicht mehr Trainer sein werden. Wie haben Sie diese Mitteilung aufgenommen?
Olaf Keck: Kurz gesagt, ich war sprachlos – und bin es immer noch, weil ich davon völlig überrascht wurde. Allerdings bin ich froh, dass man die Entscheidung so früh verkündet hat und ich jetzt Zeit habe, mich zu orientieren. Ich denke darüber nach, die A-Lizenz zu machen.


Wie empfinden Sie die Entscheidung des Vorstands?
Der Vorstand fällt Entscheidungen für den Verein. Als Trainer fälle ich Entscheidungen für meine Mannschaft. Ich hätte allerdings gerne weitergemacht. Es ist nicht meine Art, auf halbem Wege abzubrechen.


Hatten Sie im Vorwege mit aufkommenden Problemen gerechnet?
Es wäre naiv zu glauben, dass keine Probleme aufkommen würden, wenn sich eine Gruppe von bis zu 20 Personen findet, um gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Alle müssen sich kennenlernen. Aus diesem Grund ist es normal, dass es durchschnittlich eine Saison braucht, bis ein neuer Trainer beginnen kann, seine handballerischen Vorstellungen im Team zu verwirklichen.


Welche Probleme bestehen aktuell?
Das einzige Problem, welches ich sehe, ist, dass mit mir keine Gespräche über bestehende Probleme geführt wurden. Wenn man miteinander spricht, werden in aller Regel auch Lösungen gefunden.

Wie wurde die Trennung begründet?

Mir wurde mitgeteilt, dass die Mannschaft nicht mehr mit mir weitermachen will. Das kann ich so akzeptieren. Dennoch gehe ich aktuell davon aus, meinen Auftrag hier bis zum Sommer zu erfüllen.

Blicken wir zurück. Welche Gründe haben Sie damals bewogen, zur HG zu wechseln?

Jens Stolley kontaktierte mich bezüglich des Traineramts beim Frauenteam. Da ich bereits einen sehr positiven Eindruck aus einer Begegnung in Badenstedt mit der Mannschaft hatte, reizte mich diese Aufgabe. Dieser erste positive Eindruck in Kombination mit dem Umfeld hat sich bestätigt. Die jungen, gut ausgebildeten Spielerinnen versprachen ein großes Entwicklungspotenzial, sodass ich meiner Aufgabe bis jetzt sehr gerne nachgekommen bin.


Welche Erfahrungen haben Sie mit Team und Umfeld gemacht?
Die Trainingsbeteiligung und Trainingsmotivation war und ist hoch, bei viermal wöchentlichem Training. Mit dem Vorstand gab es gleich zu Beginn einen regen Austausch. Ebenso begleitete der Vorstand die Mannschaft und mich ins Trainingslager und zu Testspielen, genau wie zu allen Punktspielen. Leider mangelte es zeitweise an klaren Zuständigkeiten. Aber ich wurde nie alleine gelassen, es fand sich immer jemand, der mir half und mich unterstützte.


Haben Sie Interesse, für einen anderen Verein tätig zu werden?
Klares Ja! Da ich erst im letzten Jahr nach Schleswig-Holstein gezogen bin, bin ich allerdings noch wenig vernetzt. In meinem Fokus steht nun, die Saison professionell zu beenden. Das sieht die Mannschaft ebenso. Natürlich bin ich jetzt aber offen für interessante Aufgaben mit Perspektive – sowohl im weiblichen wie auch im männlichen Bereich.

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