Triathlon : Norden zeigt sein raues Gesicht

Die gebürtige Eckernförderin Anine Hell (My Sport Trophy Bike) kommt nach 4:22,27 Stunden als schnellste Frau ins Ziel.
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Die gebürtige Eckernförderin Anine Hell (My Sport Trophy Bike) kommt nach 4:22,27 Stunden als schnellste Frau ins Ziel.

2. Ostseeman113 in Damp: Anine Hell und Sean Donelly gewinnen an der windigen Küste

shz.de von
25. Juni 2018, 00:00 Uhr

Die Ostsee und Schwansen zeigten bei der zweiten Auflage des OstseeMan113-Triathlons ihr herbes Gesicht und machten den 113 Kilometer langen Ausdauer-Dreikampf zu einem echten Härtetest. Eine mit knapp 16 Grad Wassertemperatur empfindlich kühle Ostsee bei der ersten Disziplin sowie ein spürbarer Westwind und viele kleine Regenschauer auf der Radstrecke verlangten den rund 600 gemeldeten Einzelstartern und über 300 Athleten im Staffelwettbewerb nicht nur Kraft und Kondition ab, sondern erforderten auch echte Nehmerqualitäten im Umgang mit ungemütlichen Witterungsverhältnissen.

Nach der sommerlichen Premiere im Vorjahr bekamen die aus ganz Deutschland angereisten Ausdauer-Athleten dieses Mal zu spüren, dass es an der Küste auch mal rauer zugehen kann. Nach 1,9 km Schwimmen im Meer vor der Niebymole, 90 km Radfahren auf einem Rundkurs zwischen Damp, Waabs, Söby und Vogelsang-Grünholz sowie dem abschließenden 21,1 km langen Lauf auf dem Wanderweg zwischen Damp und Fischleger durften zwei aus dem Süden der Republik angereiste Champions jubeln. Der Darmstädter Sean Conelly und die nun in München lebende Anine Hell konnten sich auch im windigen Norden bestens mit den Bedingungen arrangieren und wurden vom begeisterten Publikum im Ostseebad als neue OstseeMan113-Sieger gefeiert.

Anine Hell (My Sport Trophy Bike) kam als dritte Frau aus dem Meerwasser und fuhr auf der Radstrecke an die Spitze des Feldes, von wo sie sich nicht mehr verdrängen ließ. Mitfavoritin Imke Oelerich vom TSV Mildstedt hatte mit der schnellsten Radzeit aller Frauen vor dem zweiten Wechsel den Rückstand auf wenige Sekunden reduziert, war auf der Laufstrecke dann aber chancenlos. Mit einer einmal mehr herausragenden Leistung auf der Laufstrecke baute Hell ihre Führung immer weiter aus und legte schon vor der letzten von vier Laufrunden ein Siegerlächeln auf. Nach 4:22,27 Stunden jubelte die Vorjahreszweite als neue OstseeMan113-Siegerin.

„Bis Mai war ich mehrere Monate ohne Job und habe die Zeit fürs Training genutzt. Daher konnte ich mich richtig gut auf die Saison vorbereiten“, erklärt die gebürtige Eckernförderin, die mittlerweile von der Schweiz nach München gezogen ist und dort nun beruflich beim Deutschen Alpen-Verein tätig ist. Von ihrem Sieg war sie schon überzeugt, als sie als Führende auf die Laufstrecke ging. „Ich wusste, dass ich es nur noch nach Hause bringen muss“, erklärt die 33-Jährige. Mit einer starken Laufleistung zog Victoria Best von den TriVelos Flensburg auf den letzten Kilometern noch überraschend an Imke Oelerich vorbei und wurde nach 4:35,28 Stunden Zweite. Oelerich folgte nach 4:36,13 Stunden als Dritte.

Viel Freude an den rauen Bedingungen hatte Sean Donelly vom DSW 12 Darmstadt. „Ich bin halber Ire und mag den Reiz der Elemente und die rauen Verhältnisse. Das ist eine positive Herausforderung“, erklärt der 30-jährige Hesse, der einen Großteil seines Trainingspensums mit IronMan-Weltmeister Patrick Lange absolviert, der im gleichen Verein aktiv ist. Donelly kam bereits als Erster aus dem Wasser und fuhr auch die schnellste Radzeit aller Einzelstarter. Das so erarbeitete Zeitpolster reichte, um trotz großen Trainingsrückstands beim Laufen die Führung bis zur Ziellinie zu retten.

„Ich konnte wegen einer Knieverletzung zehn Wochen lang nicht laufen und habe am Ende ziemlich gelitten, aber auch auf die Zähne gebissen“, berichtet der neue Sieger, für den die Stoppuhren im Ziel nach 3:52,15 Stunden stehen blieben. Der Nordhausener Peter Seidel folgte nach 3:53,51 Stunden als Zweiter, ehe der dreifache OstseeMan-Sieger Till Schramm in 3:54,45 Stunden Dritter wurde. Der Kölner kämpfte sich mit einem starken Lauf auf dem Schlusskilometer noch in die Podiumsränge. Als bester Schleswig-Holsteiner rannte der Flensburger Jan Svensson nach 3:59,15 Stunden als Gesamt-Fünfter ins Ziel. Der Riesebyer Ronny Greschner (Borener SV) benötigte als schnellster Schwansener Athlet 4:30,38 Stunden und belegte den 45. Platz von insgesamt knapp 500 „Finishern“. Jan Lührs (Eckernförder MTV) durfte sich über einen Podiumsplatz in der Altersklassenwertung freuen. In 4:59,20 Stunden wurde der 59-jährige Dritter der Klasse M55.

Mit viel Tempo wurde beim Staffelwettbewerb um die Spitzenplätze gekämpft. Das von einem Flensburger EDV-Unternehmen zusammengestellte Trio „Maris IT“ hatte in allen drei Disziplinen Topathleten aufgestellt und gewann in 3:36,36 Stunden unangefochten. Schwimmerin Annika Hoffmann übergab an den Radrennfahrer Tjorden Delfs, ehe Laufspezialist Pascal Dethlefs mit einem rasenden schnellen Lauf den Sieg perfekt machte.

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