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Flensburger Stadion : Keine Ausnahme: Stadion für 10.000 Fans ist Pflicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ausnahmen sind nur bei der Rasenheizung möglich.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2017 | 14:55 Uhr

Flensburg | Anruf beim Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt/Main. Die Antwort ist freundlich, aber bestimmt. „Nein, Ausnahmen gibt es nicht“, teilt der Gesprächspartner mit. Die Frage lautete, ob es in bestimmten Fällen Ausnahme-Regelungen für Spielstätten von Vereinen gibt, die sich sportlich für die 3. Liga qualifiziert haben. Soll heißen: Ist es für eine Übergangszeit möglich, in einem Stadion zu spielen, das weniger als 10.000 Besuchern Platz bietet?

Darüber war auf der Informationsveranstaltung der Stadt Flensburg zur Zukunft des Flensburger Stadions am Dienstag, sh:z berichtete, gesprochen worden. Dort hatte es geheißen, dass eine Verringerung der Kapazität auf Antrag möglich sei und es einen solchen Fall auch schon gegeben habe. Beim DFB weiß man davon nichts.

Der Verband hat auf fast 100 Seiten aufgelistet, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit ein Fußballverein in der 3. Liga spielen kann. Überwiegend sind es wirtschaftliche Anforderungen, die ein Bewerber erfüllen muss. Doch auf Seite 87 beginnt das Unterkapitel „Technisch-organisatorische Leistungsfähigkeit 3. Liga“ – und dort heißt es unter Punkt 2, Abschnitt b, Unterpunkt aa wörtlich: „Zuschauerkapazität über 10.000 Plätze, davon mindestens 2000 Sitzplätze.“ Ausgenommen sind zweite Mannschaften (im Falle der 3. Liga der SV Werder Bremen) – dort reicht die Hälfte. Vermutlich, weil die Reserveteams von Erst- und Zweitligisten bei Risikospielen oder Partien mit besonders großem Zuschauer-Aufkommen das Stadion des Profi-Teams nutzen können.

Am Dienstag wurde deutlich, dass die Verantwortlichen im Rathaus ein „ertüchtigtes“ Stadion mit 10.000 Plätzen für überzogen halten. Aus ihrer Sicht vielleicht sogar verständlich – aber Drittliga-Fußball wird es in einer Spielstätte mit Platz für 5000 Besucher definitiv nicht geben. In den DFB-Bestimmungen heißt es: „Das Stadion muss sich am Sitz des Bewerbers befinden. Über Ausnahmen entscheidet der DFB-Spielausschuss, wobei sich das Stadion in jedem Fall im Verbandsgebiet des DFB befinden muss.“ Ein Ausweichen ins benachbarte Dänemark ist demzufolge nicht möglich.

Ausnahmeregelungen gibt es nur bei der für Drittligisten verpflichtenden Rasenheizung. „In besonders begründeten Ausnahmefällen, z. B. für Aufsteiger aus der 4. Spielklassenebene, kann (...) eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden.“ Das nahmen unter anderem Fortuna Köln und die Sportfreunde Lotte in Anspruch, die „nachrüsten“ durften. Kleinstes Drittliga-Stadion (siehe auch Info-Kasten) ist die Arena der SG Sonnenhof Großaspach, die 10  001 Besuchern Platz bietet – dort wurde sozusagen auf den Punkt gebaut.

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