Kaum Zuschauer beim Pokal

Altenholz’ Jannick Boldt hat viel Platz. Hannovers Domagoj Srsen staunt vor einer auch am Finaltag spärlich besetzten Tribüne.
Altenholz’ Jannick Boldt hat viel Platz. Hannovers Domagoj Srsen staunt vor einer auch am Finaltag spärlich besetzten Tribüne.

Handball-DHB-Pokal: TSV Altenholz setzt sich gegen Schwerin durch, unterliegt dann aber Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf

shz.de von
19. August 2018, 21:00 Uhr

Die TSV Hannover-Burgdorf steht im Achtelfinale des DHB-Pokal. Der Handball-Bundesligist setzte sich wie erwartet im Final-Four-Turnier Nummer 4 der Nord-Gruppe in Altenholz durch. Eine „Heldentat“, wie auf dem Bus der „Recken“ aus Niedersachsen steht, waren die beiden Spiele nicht. Das war aber auch nicht nötig. „Hauptsache wir sind eine Runde weiter“, sagt Hannovers Trainer Carlos Ortega. Sportlich war seine Mannschaft das beste Team des Wochenendes. Enttäuschend war jedoch die Zuschauerkulisse, vor allem am finalen Sonntag. „Die Besucherzahl ist ein Schlag ins Kontor für die Mannschaft“, ärgert sich der Geschäftsführer Sport, Matthias Fehrke. Dennoch gehen die „Wölfe“ mit einer schwarzen Null aus dem Wochenende heraus. Die Kosten von rund 3900 Euro – 2000 für Schiedsrichter und Kampfgericht sowie 1900 Euro an Fahrtkosten für drei Gästemannschaften – konnten geradeso erwirtschaftet werden.

TSV Hannover-Burgd. – Eintr. Hagen   30:23 (16:11)
Der Bundesligist wurde gegen den klassentieferen Kontrahenten von Anfang an seiner Favoritenrolle gerecht. Aus einem 10:8 (19.) machten die Niedersachsen mit Toren von Timo Kastening, Ex-THW-Kreisläufer Ilja Brozovic, Nejc Cehte, und Cristian Ugalde einen 14:8-Vorsprung (24.). Nach dem 21:13 (42.) ließ es das Team von Carlos Ortega locker ausklingen. Der Coach setzte sich anschließend mit seinem Assistenten Iker Romero auf die Tribüne und machte sich beim Spiel des TSV Altenholz gegen die Mecklenburger Stiere Schwerin eifrig Notizen.
TSV Altenholz – St. Schwerin  34:30 (14:16)
Die offensive Abwehr der Stiere – Tobias Grämke nahm Michael Nicolaisen in Manndeckung – verleitete die „Wölfe“ zu einigen Fehlern. Zwischen dem 4:3 (6.) und 24:23 (49.) lief der TSVA immer einem Rückstand hinterher. Die Abwehr fand nicht den Zugriff auf den Kreis, im Aufbauspiel waren gegen eine 5:1- und manchmal auch 4:2-Abwehr zu viele Ballverluste ein Übel. Als die Gäste sich ebenfalls mit dem Fehlerteufel anfreundeten, TSVA-Trainer Mirko Baltic Jonas Ottsen einwechselte und Thore Jöhnck für den starken Tom Landgraf zwischen die Pfosten stellte, kippte nach und nach das Spiel. Aus einem 20:23 (46.) wurde mit einem 5:0-Lauf und je zwei Toren von Boldt, dem wieselflinken Malte Abelmann-Brockmann sowie Malte Voigt ein kleiner Vorsprung, der nach und nach ausgebaut wurde. „Nicht auszudenken, wenn wir das Finale verpasst hätten“, so der kaufmännische Geschäftsführer Sönke Bergemann aufgrund der schwachen Zuschauerkulisse.

TSV Altenholz: Landgraf (bis 47.), Jöhnck – Fängler (1), Abelmann-Brockmann (9), Nicolaisen (1), Ottsen, Dibbert, Diringer (2), Boldt (10/6), Köpke, Klotz (6), Voigt (5), Seebeck, Noack, Williams.



Endspiel



TSV Altenholz – Hannover-B.    27:42 (13:24)
Die „Wölfe“ zeigten den erwarteten Tempohandball. Aber sobald die Hannoveraner ihre Deckung positionierten, stellten sich Schwierigkeiten ein. „Du guckst aber auch nur gegen Zwei-Meter-Leute“, meint der Altenholzer Rückraumspieler Simon Seebeck und ergänzt: „Vielleicht hätten wir noch mehr mit den Kreuzungen spielen sollen.“ Das war nämlich genau das, was Hannovers Trainer Ortega nicht schmeckte. „Mit der Abwehr in der zweiten Halbzeit bin ich überhaupt nicht zufrieden.“ Für die Lichtblicke im Altenholzer Spiel sorgte der quirlige Malte Abelmann-Brockmann, der noch am ehesten mit seiner Gewandtheit um die „Recken“ herum kam. Am Kreis hatten sowohl Kjell Köpke, als auch Ferris Klotz einen schweren Stand. Die Unterarmschlagwürfe von Ole Diringer waren nach den ersten guten Würfen später eine Beute von Hannovers Keeper Urban Lesjak. Vielleicht wäre Jonas Ottsen eine wertvolle Alternative gewesen. Dieser nahm jedoch nach seiner am Sonnabend erlittenen Mittelhandprellung nur auf der Bank Platz. „Es ist nichts gebrochen, sondern nur geprellt, aber wir wollten nichts riskieren“ sagt Ottsen. Dafür gab Baltic allen Akteuren entsprechende Spielanteile. „Wir wollten einiges ausprobieren. Die Jungs haben das insgesamt sehr gut gemacht“, lobt er. Für ihn ist Hannover ein Topfavorit in der Bundesliga: „Wenn dort alles gesund bleibt, wird das Team die Liga rocken.“ Aber auch Ortega verteilt fleißig Komplimente. „Altenholz spielt wirklich sehr schnell mit einer guten Abwehr. Sie können bestimmt um den Aufstieg in die Zweite Liga mitspielen.“

TSV Altenholz: Jöhnck (bis 30.), Landgraf (ab 31.) – Fängler (5), Abelmann-Brockmann (4), Nicolaisen (3), Dibbert, Diringer (1), Boldt (3/2), Köpke (2), Klotz, Voigt (7/3), Seebeck (2), Noack, Williams.
TSV Hannover-Burgdorf: Lesjak (bis 30.), Ziemer (ab 31.) – Cethe (2), Patrail (1), Thiele, Pevnov (2), Lehnhoff (4), Atmann (4), Böhm (5), Garcia (3), Krone (3), Srsen, Olsen (1), Donker, Brozovic (5), Kastening (12/8).



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