Laufsport : In Schwansen fließt der Schweiß

Die Staffel Black Power East Africa beim Siegerbild. Das neu zusammengestellte Team löste Seriensieger o.t.n.-Lauflabor als Gewinner ab.
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Die Staffel Black Power East Africa beim Siegerbild. Das neu zusammengestellte Team löste Seriensieger o.t.n.-Lauflabor als Gewinner ab.

Schwere Bedingungen auf der neunten und zehnten Etappe des 13. Lauf zwischen den Meeren. Barkelsbyer Staffel überraschend stark.

shz.de von
28. Mai 2018, 06:00 Uhr

Damp | Ganz Schwansen im Lauffieber und Damp in Festivalstimmung: Der Lauf zwischen den Meeren bleibt auch im 13. Jahr seiner Austragung ein Event, dem für einen Tag viele zwischen Schlei und Eckernförder Bucht einfach nicht entgehen können. Rund 850 Staffeln durchquerten auf ihrem 95,5 km langen Weg das Land zwischen Nord- und Ostsee und trugen ihre Staffelstäbe von Wechselpunkt zu Wechselpunkt.

Dort, wo die Läufer an ihre Teamgefährten weitergaben, schlug die Stimmung besonders hoch. Während die einen angesichts von Wärme und Gegenwind noch erschöpfter als sonst ihre Etappe beendeten, gingen die Nachfolger mit vollem Elan auf ihr Teilstück, um dann aber oft auch feststellen zu müssen, dass die Laufbedingungen an diesem Tag noch etwas härter als in den Vorjahren sind. Wer in der Nachmittagssonne auf der vorletzten Etappe zwischen Hemmelmark und Waabs im Einsatz war, musste bei Gegenwind und praller Sonne über die mit ihrem hügeligen Profil wohl anspruchsvollste Etappe jede Menge Schweiß fließen lassen, ehe er oder sie an den Schlussläufer übergeben konnte. Auf die Aktiven, die das zehnte Teilstück laufen durften, wartete wie immer ein Bad in der Menge in Damp. Der Schlusskilometer am Yachthafen und der anschließende Zieleinlauf in Begleitung der Teamkameraden gehört für viele zu den emotionalsten Momenten des Laufs.

Aus ganz Deutschland waren Teams angereist, um bei dem in dieser Form einmaligen sportlichen Event und dessen Drumherum dabei zu sein. „Wir wollten das mal miterleben und haben ein verlängertes Wochenende daraus gemacht“, erklärt Baldur Weber, der mit seinen Neckar-Hasen aus dem schwäbischen Erligheim angereist war. Mit über 1000 laufenden Mitarbeitern war der Airbus-Konzern vertreten, der mehr als 100 Staffeln ins Rennen schickte. Auch aus der Zentrale im französischen Toulouse reisten Mannschaften zum Lauf zwischen den Meeren, der für die Betriebssportgruppe des Flugzeugherstellers einer der Jahreshöhepunkte ist.

Ein Höhepunkt im sportlichen Kalender ist das Event natürlich stets auch für die vielen Staffeln aus dem Altkreis. Über 40 Staffeln aus Eckernförde, dem Dänischen Wohld und Schwansen bewältigten den langen Weg von der Westküste bis zu den vertrauten Straßen vor der Haustür erfolgreich. Im Kampf um die vorderen Ränge hingen die Trauben für die einheimischen Teams dieses Mal allerdings sehr hoch. Als schnellstes Team aus dem Altkreis setzte sich das erstmals angetretene Team „Vierdreißig für Barkelsby“ in Szene. Die Crew, die an der achten Etappe beheimatet ist und hier nochmal einen besonders lauten Support bekam, konnte ihr ambitioniertes Ziel, die Strecke einem Schnitt von 4:30 Minuten pro Kilometer zu laufen, sogar noch unterbieten. Nach 6:58:35 Stunden überquerten die Barkelsbyer die Ziellinie auf dem 28. Platz von 846 Teams. „Es hat alles super funktioniert und alle haben den Zeitplan eingehalten oder waren sogar schneller. Dann so weit vorn zu landen, hatten wir aber nicht erwartet“, freut sich Teamkapitän Max Triphaus. Die einzige Top-Ten-Platzierung für die Lokalmatadore gelang dem Team der Schule Stiftung Louisenlund, das nach 8:03:31 Stunden den siebenten Platz der Schulwertung erkämpfte. Die Staffel der Jes-Kruse-Skole landete nach 9:03:31 Stunden auf dem elften Platz. Bei den Frauen erkämpften die EMTV-Damen in 9:06:57 Stunden den 17. Platz.

An der Spitze des Feldes stritten lange Zeit vier Teams um den Sieg, ehe eine dramatische Szene für eine Vorentscheidung sorgte. Nachdem der Läufer der führenden Staffel der Denker-und-Wulf-Windrunner kurz vor Gammelby mit Kreislaufproblemen kollabierte und sein Team somit aus der Wertung fiel, war der Weg frei für den großen Coup des Teams „Black Power East Africa“. Die von in Norddeutschland lebenden Flüchtlingen aus Eritrea und Somalia gebildete Staffel gewann in 5:21:32 Stunden vor den Seriensiegern des Teams o.t.n.-Lauflabor (5:22:55 Std.). „Wir haben geschafft, was wir wollten. Es fühlt sich für mich fast so an wie ein Sieg bei einer Weltmeisterschaft“, strahlt Mansor Farah. Der 21-Jährige hatte das Team in den vergangenen Monaten zusammengestellt und mit Unterstützung seines Stammvereins STV Sörup alles minutiös vorbereitet. Die Frauenkonkurrenz gewann das Auswahlteam vom Lubinus-Clinicum in 6:43:24 Stunden. Die frühere Karbyerin Katharina Nüser hatte als Läuferin auf der neunten Etappe entscheidenden Anteil am Sieg.

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