Laufsport : Herzschlagfinale auf der Ziellinie

Jubel und Enttäuschung: Leif Schröder-Groeneveld (re.) hat sich im Zielsprint hauchdünn gegen Vilmos Tomascheswki durchgesetzt.
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Jubel und Enttäuschung: Leif Schröder-Groeneveld (re.) hat sich im Zielsprint hauchdünn gegen Vilmos Tomascheswki durchgesetzt.

30. Eckernförder Stadtlauf: Knapp 600 Aktive beim Laufjubiläum auf den Beinen – Pure Lauflust an der Küste.

shz.de von
23. April 2018, 06:00 Uhr

Eckernförde | Traumhaftes Frühlingsambiente und ideale Temperaturen bescherte den knapp 600 Aktiven beim 30. Eckernförder Stadtlauf die perfekte Kulisse für einen stimmungsvollen Jubiläumslauf. Stammgäste, die schon in den 1990er-Jahren durch die Eckernförder Innenstadt rannten, und auch viele junge Lauffreunde, die noch nicht geboren waren, als der Stadtlauf 1989 erstmals gestartet worden war, feierten gemeinsam auf sportliche Weise den runden Geburtstag des Laufklassikers. Aber auch für die Zuschauer bot der 30. Stadtlauf beste Unterhaltung mit einem bunt gemischten Feld, läuferischer Klasse und einem dramatischen Finale.

Im Hauptlauf über zehn Kilometer erlebten die Beobachter beim Kampf um den Gesamtsieg die engste Entscheidung in der 30-jährigen Geschichte dieses Wettkampfs. Nach 32:42 Minuten rannten Leif Schröder-Groeneveld und Vilmos Tomascheswki zeitgleich über die Ziellinie in der Kieler Straße. Die beiden Laufasse setzten sich auf den beiden letzten Kilometern aus der zunächst vierköpfigen Spitzengruppe ab und lieferten sich auf dem Schlusskilometer einen packenden Fight. Den ersten Angriff des in Eckernförde bereits zwei Mal siegreichen Schröder-Groenevelds auf der Holzbrücke am Binnenhafen konterte Tomaschewski erfolgreich und bog als Führender auf die Zielgerade ein. Das Ziel vor Augen mobilisierte dann jedoch Schröder-Groeneveld noch einmal seine Tempoqualitäten und holte Tomaschewski noch auf der Ziellinie ein. „Vilmos wirkte eigentlich frischer, aber ich habe am Ende noch einmal alles reingeworfen“, beschreibt der 28-jährige vom Wittenseer Aktiv-Team, der jetzt in Hamburg lebt und sich für die Saison 2018 ganz dem Triathlon verschrieben hat, den Rennausgang aus seiner Perspektive. Obwohl sich die Beobachter und die beiden Hauptakteure des Tages in der Einschätzung einig waren, dass Schröder-Groeneveld die Nase und die Brust ein paar Sekundenbruchteile früher über die Ziellinie bewegt hat, entschied sich die Rennleitung, erstmals in der Stadtlauf-Geschichte zwei Sieger zu ehren. So wurde auch der 30-jährige Damendorfer Vilmos Tomaschweski, der zusammen mit seinen Vereinskameraden von der SG Kronshagen-Kiel dieses Mal für das Team des Sponsors Toyota-Autocentrum Lass antrat, ebenfalls als Champion des Tages geehrt. „Auf der Promenade kam ich gut in Fahrt und am Binnenhafen wurde es richtig spannend. Leifs Zielsprint war dann famos“, lobt der Dritte der Landesmeisterschaft den Siegeswillen seines Mitstreiters. Mansor Farah komplettierte nach 33:17 Minuten die Podiumsränge. Der Eckernförder Philipp Grotrian lief nach 35:31 Minuten als Gesamt-Fünfter ins Ziel.

In der Frauenkonkurrenz lief Jessika Ehlers von der SG Athletico Büdelsdorf leichtfüßig zu einem ungefährdeten Sieg. In 37:59 Minuten gewann die 22-Jährige mit klarem Vorsprung vor Kerstin Schmidt-Krutein (40:17) und Daniela Prüß vom Borener SV (42:50).

Auf der 5-km-Strecke verteidigte Johanna Grell vom SC Itzehoe ihren zunächst sicheren Vorsprung bis zur Ziellinie, die sie nach 19:48 Minuten knapp vor der auf dem Schlusskilometer aufdrehenden und immer näher kommenden Simone Kohls (USC Kiel/ 19:52) überquerte. Dritte wurde Janne Schreiber von der SG Athletico Büdelsdorf in 20:06 Minuten. Bei den Männern fiel die Entscheidung auch erst auf dem letzten Kilometer. Hier konnte sich Henning Kunze aus dem Toyota-Team in genau 16:00 Minuten knapp vor Nick Hansen vom Borener SV (16:08 Min.) und dem Habyer Beek Hadler (16:21 Min.) durchsetzen. Als schnellste Nachwuchsläufer beim 2-km-Schnupperlauf deuteten Joost Triphaus (Eckernförder MTV/ 8:43) und Zoey Detlefs (SG Athletico Büdelsdorf/ 9:51) ihr großes Potenzial an.

Die eindrucksvollste Vergangenheit beim Eckernförder Stadtlauf kann indes Uwe Rohlfs vorweisen. Der 78-Jährige absolvierte zum 30. Mal den Stadtlauf und ist der einzige Dauerbrenner, der keinen einzigen Lauf verpasste. Nach 34:35 Minuten lief der Eckernförder beim 5-km-Lauf als Vierter der Klasse M75 ins Ziel.

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