"Handball ist für mich ein Lebensgefühl"

Holger Nielsen (li.) im Dialog mit 'Opa' Peter Linke. Foto: Schulze
Holger Nielsen (li.) im Dialog mit "Opa" Peter Linke. Foto: Schulze

Avatar_shz von
17. März 2012, 03:59 Uhr

Altenholz | Es hätte sicher bessere Voraussetzungen geben können, mit der neuen Mannschaft die Auswärtshürde Stralsund erfolgreich zu meistern. Vier Stammspieler fehlten dem Altenholzer Trainer Holger Nielsen bei seinem Pflichtspiel-Debüt. Mit Mathis Wegner und Uwe Kalski sahen zudem noch die beiden Spielmacher die Rote Karte, und doch nahm der TSVA vor 700 heißblütigen Fans einen verdienten Punkt mit. Der Einstand für den 51-jährigen Coach glückte. "Die Mannschaft hat es mir sehr leicht gemacht", sagt der neue Trainer.

Fast drei Jahre lang war Nielsen, der in Lübeck wohnt und im Kieler Finanzministerium arbeitet, beim Hamburg-Ligisten TuS Aumühle-Wohltorf aktiv. "Da hing sehr viel Herz dran. Aber ich hatte dem Verein von Beginn an gesagt, dass ich wechseln würde, wenn die Chance kommt, höherklassig zu arbeiten." Und die kam mit dem Drittligisten TSV Altenholz schneller als erwartet. Trotz seiner Station beim Frauen-Zweitligisten SC Bun tekuh sei die Arbeit bei den "Wölfen" der bisherige Höhepunkt. "Ob Videoanalysen oder medizinische Betreuung: Das Niveau ist hier in vielen Bereichen deutlich höher." Bis zum Saisonende läuft der Vertrag, für den neuen Leit-Wolf Zeit zum Beschnuppern. Viel verändern wolle und brauche er nicht. "Ich bin kein Erneuerer. Vor allem beim Training gibt es feste und gute Strukturen, das wird bis auf Nuancen so belassen." Wichtige Tipps bekommt Nielsen dabei von Co-Trainer Dirk "Shorty" Elvers. Sein Erfolgsrezept liegt in einer soliden Abwehr begründet, ein Grundsatz, der in Altenholz nicht neu ist.

Potenzial sieht der gebürtige Husumer noch im Umschalten auf Angriff und im Tempospiel. Was sich der 51-Jährige vorgenommen hat, ist, die Entwicklung der Mannschaft weiter voranzubringen. Während Vorgänger Torge Greve hauptsächlich auf die erste Sieben setzte, bekommt bei Nielsen auch der "zweite Anzug" seine Chance. "Jeder Spieler hat die Möglichkeit, sich neu zu beweisen." Die Fahrerei zwischen Lübeck und Kiel sei für ihn kein Problem. "Ich pendle ja schon seit drei Jahren. Auch meine Frau kennt mich nicht anders. Für mich ist Handball ein Lebensgefühl." Und was erwartet die Fans in einer Woche beim ersten Heimspiel gegen den VfL Fredenbeck? "Auf der Bank bin ich sehr emotional. Vor allem im Dialog mit den Schiedsrichtern habe ich eine ganz spezielle Art, zu kommunizieren." Auch das ist für die Altenholzer Fans nichts Neues - "Opa" Linke lässt grüßen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen