Greve wechselt zum VfL Bad Schwartau

Nicht mehr Coach der 'Wölfe': Altenholz-Urgestein Torge Greve wechselt  zum Zweitligisten VfL Bad Schwartau. Gestern Abend leitete er dort bereits das Training. Foto: Peters
Nicht mehr Coach der "Wölfe": Altenholz-Urgestein Torge Greve wechselt zum Zweitligisten VfL Bad Schwartau. Gestern Abend leitete er dort bereits das Training. Foto: Peters

3. Handball-Liga, Männer: TSV Altenholz muss neuen Cheftrainer finden / Co-Trainer Dirk Elvers übernimmt die Mannschaft übergangsweise

shz.de von
31. Januar 2012, 03:59 Uhr

Altenholz | Riesenüberraschung auf dem schleswig-holsteinischen Handballparkett: Torge Greve verlässt den TSV Altenholz und ist ab sofort neuer Cheftrainer des Zweitligisten VfL Bad Schwartau. Erst am 26. Januar hatte Coach Tobias Schröder aus familiären Gründen seinen Rücktritt bei den Marmeladenstädtern verkündet. Für Greve, der seit der Saison 1997/98 als Spieler bei den "Wölfen" aktiv ist und den Trainerposten in Altenholz im Winter 2009/10 von Jens Häusler übernommen hatte, waren rein sportliche Gründe für den Wechsel ausschlaggebend: "Da gab es kein Überlegen, Bad Schwartau ist ein Traditionsverein mit viel Potenzial. Dankbar bin ich vor allem Opa (Altenholz-Macher Peter Linke, Anm. d. Red.), dass er mir keine Steine in den Weg gelegt hat", begründet der 36-Jährige seine Entscheidung.

So ganz ohne finanziellen Ausgleich will Linke seinen "Kumpel" Greve aber nicht nach Bad Schwartau ziehen lassen: "Wir müssen uns ja jetzt auch nach einem neuen Coach umschauen, was nicht ohne Kostenaufwand zu lösen ist." 5000 Euro als Ablöse für Greve stehen im Raum, eine Einigung mit den Ostholsteinern soll noch diese Woche erzielt werden. Für die war das Altenholzer Urgestein der "absolute Wunschkandidat", wie VfL-Teammanager Michael Friedrichs bestätigt: "Torge stand auf unserer Liste ganz oben. Ich kenne ihn seit 20 Jahren, er ist ein sehr intelligenter Trainer mit viel Kampfgeist." Auch die Schwartauer Mannschaft habe sich für die Verpflichtung Greves stark gemacht. Friedrichs: "Vor der Entscheidung habe ich mit unseren Führungsspielern gesprochen. Alle wollten ihn. Außerdem kennt er ja auch einen Großteil der Mannschaft aus Altenholzer Zweitliga-Zeiten."

Greve ist in dieser Saison bereits der dritte Trainer beim Verein aus dem Lübecker Randgebiet, nachdem Schröder im Oktober 2011 das Amt von Thomas Knorr übernommen hatte. Die Vertragslaufzeit bei den Schwartauern beträgt eineinhalb Jahre, selbst im Falle eines Abstiegs aus der Zweiten Liga werde weiter mit dem neuen Coach gearbeitet, betont Friedrichs. Die große Erfahrung Greves im Abstiegskampf habe zur Entscheidung für Greve beigetragen. "Torge hat in Trainerkreisen ein gutes Standing. Wir wollten einen jungen und hungrigen Coach haben, und bei Torge passten alle Anforderungskriterien", sagt Friedrichs. Seiner Mannschaft konnte Greve den Wechsel noch nicht mitteilen, da die entscheidenden Gespräche erst am Sonntag geführt worden seien. "Ich hätte es dem Team gerne am Sonnabendabend nach dem Sieg gegen Magdeburg gesagt. Wenn es klappt, werde ich mich in der nächsten Woche mit einer Kiste Bier von meinen Jungs verabschieden."

"Wölfe"-Kapitän Florian Hossner wünscht Greve viel Erfolg. "Es ist sehr schade, es hat unter ihm viel Spaß gemacht. Es wird schwer, adäquaten Ersatz zu finden. Aber ich bin mir sicher, dass die Mannschaft sich nicht hängen lässt und so weiter macht, wie bisher." Einen Umzug plant Greve, der als Lehrer arbeitet und derzeit seinen A-Trainerschein macht, nicht. "Mein schulischer Mittelpunkt wird weiterhin Kiel bleiben. Die Fahrten nach Bad Schwartau bedeuten zwar einen Mehraufwand, sind für mich aber kein Problem."

Für den TSV Altenholz beginnt jetzt die Suche nach einem Nachfolger. "Die Woche bis zum Spiel in Oranienburg wird Co-Trainer Dirk Elvers die Mannschaft übernehmen", sagt Linke, der schon einen neuen Coach "im Auge" hat. Laut Linke könnte Greves Weggang aber noch aus einem anderen Grund problematisch werden: In den kommenden Tagen sollte es weitere Gespräche mit dem THW Kiel über eine Jugend-Kooperation geben. Im engen Dialog standen Greve und THW-Nachwuchs-Sportdirektor Raul Alonso. Angedacht seien gemeinsame Trainingseinheiten mit Spielern der Bundesliga-A-Jugend des THW. Greve sieht die mögliche Kooperation durch seinen Wechsel aber nicht gefährdet. "Beide Vereine sind da auf einem guten Weg. Auch wenn Raul und ich uns gut verstehen, ist das doch eine Sache von Altenholz und Kiel." Zeit zu verschnaufen gab es für Greve nicht. Bereits gestern Abend leitete er sein erstes Training in Bad Schwartau.

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